Berlin

Gericht weist Eilantrag zurück: Streit um Filmprojekt mit Sarah Maria Sander geht weiter

Sarah Maria Sander Foto: Alon David

Vor dem Berliner Kammergericht ist der Konflikt um das Filmprojekt »Die Todessehnsucht der Maria Ohm« vorerst nicht im Sinne der Schauspielerin und Co-Autorin Sarah Maria Sander ausgegangen. Ihr Antrag im Eilverfahren blieb erfolglos. »Bild« berichtete.

Im Zentrum des Rechtsstreits steht die Frage, ob Sander ihre ursprünglich vorgesehene Hauptrolle rechtmäßig verlor und ob Änderungen am Drehbuch ohne ihre Zustimmung zulässig waren. Sander zufolge war ihr die Titelrolle vertraglich zugesichert worden. Dennoch wurde die Figur später mit Schauspielerin Vivien König neu besetzt. Die Dreharbeiten liefen trotz juristischer Auseinandersetzungen bereits im Januar an.

Zusätzlich wurde das Drehbuch überarbeitet. Sander, die gemeinsam mit Co-Autor Rainer Begoihn an dem Stoff gearbeitet hatte, reagierte darauf mit einer fristlosen Kündigung des Autorenvertrags und beantragte per einstweiliger Verfügung einen Produktionsstopp.

Proisraelische Position

Dem Zerwürfnis ging ein öffentlicher Streit voraus. Sander hatte sich proisraelisch positioniert und einen offenen Brief zahlreicher Kulturschaffender kritisiert, in dem ein Stopp deutscher Waffenlieferungen an Israel gefordert worden war. In einem Video warf sie den Unterzeichnern vor: »Eure politische Haltung, euer Aktivismus ist nichts, es ist eine Show. Es ist Gratismut ohne Risiko, ohne Haltung.«

Sander sieht darin den eigentlichen Grund für ihre Ausbootung. Nach ihrer Darstellung habe man befürchtet, ihre Haltung könne sich negativ auf Festivalchancen und mögliche Auszeichnungen auswirken.

Lesen Sie auch

Regisseurin Silvana Santamaria wies politische Motive zurück. Die Zusammenarbeit mit Sander sei schwierig gewesen. Sie habe Termine versäumt und sei über längere Zeit kaum erreichbar gewesen. »Politik hat nie eine Rolle gespielt«, erklärte sie vor Gericht.

Verbindlich verpflichtet

Sander widersprach dieser Darstellung deutlich. Man habe nur nicht offen aussprechen wollen, dass ihre Israel-Position als Risiko betrachtet worden sei. In einem Punkt stärkte das Kammergericht der Klägerin den Rücken. Nach Auffassung des Gerichts hatte sich die Produktionsseite verbindlich verpflichtet, die Hauptrolle mit Sander zu besetzen.

Anders beurteilten die Richter jedoch die umstrittenen Änderungen am Drehbuch. So war die männliche Figur »Günther« in eine weibliche Rolle umgeschrieben worden. Das Gericht sah darin keine unzulässige Entstellung des Werkes.

Der Vorsitzende Richter hatte auf eine Einigung gedrängt und einen Vergleich vorgeschlagen. Demnach sollte Sander 50.000 Euro Entschädigung erhalten. Die Schauspielerin lehnte jedoch ab. Sie erklärte, mit einer Annahme des Angebots würde sie weitergehende Rechte verlieren und könnte kein Hauptsacheverfahren mehr führen.

Weitere Klage

Am Ende wurde der Eilantrag wegen fehlender Dringlichkeit zurückgewiesen. Auch weitere Anträge Sanders blieben ohne Erfolg.

Ihr Anwalt kündigte dem »Bild«-Bericht zufolge anschließend an, nun in einem regulären Hauptverfahren weiter vorzugehen. Dort soll unter anderem geklärt werden, ob Herstellung und Verbreitung des Films untersagt werden können und ob Schadensersatzansprüche bestehen. im

Zahl der Woche

5 Millionen Bücher

Funfacts & Wissenswertes

 29.04.2026

Forum

Leserbriefe

Kommentare und Meinungen zu aktuellen Themen der Jüdischen Allgemeinen

 29.04.2026

Ausstellung

Caricatura-Galerie Kassel zeigt Cartoons zu jüdischem Leben

»Haben Juden nichts zu lachen?« - Die Caricatura-Galerie in Kassel eröffnet eine Ausstellung mit Karikaturen »zwischen bitterer Ironie und nachdenklicher Leichtigkeit«

 29.04.2026

Programm

Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 30. April bis zum 7. Mai

 29.04.2026

Medien

Springer-Chef Döpfner nimmt »Politico«-Redaktion in die Pflicht

Niemand sollte für Axel Springer arbeiten, wenn er Israels Existenzrecht anzweifelt, stellt Mathias Döpfner nach Kritik aus der »Politico«-Redaktion klar

 29.04.2026

Hanno Loewy

(K)ein Abschied von Hohenems

Der ehemalige Direktor des Jüdischen Museums zieht ein Resümee – nach 22 Jahren als Leiter des Hauses. Zu Besuch in der Villa Rosenthal im österreichischen Vorarlberg

von Nicole Dreyfus  29.04.2026

Fernsehen

»Fauda« kehrt mit neuer Staffel zurück – Handlung nach 7. Oktober überarbeitet

Die Actionserie kommt deutlich verändert daher. Elf Folgen werden präsentiert

 28.04.2026

Kino

32. Jüdisches Filmfestival zeigt rund 60 Filme

Das Jüdische Filmfestival Berlin Brandenburg zeigt in diesem Jahr Produktionen aus 22 Ländern. Neben einem Spielfilm- und Dokumentarpreis wird auch der Nachwuchs gefördert

 28.04.2026

King of Pop

Neue Missbrauchsvorwürfe gegen Michael Jackson

Geschwister, die den Sänger vor 16 Jahren geschützt hatten, ziehen ihr Dementi zurück

 27.04.2026