King of Pop

Neue Missbrauchsvorwürfe gegen Michael Jackson

Michael Jackson tritt am 13. September 1993 in Tel Aviv auf. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Gegen den Nachlass von Michael Jackson sind neue schwere Vorwürfe erhoben worden. Laut einem Bericht von »Ynet« und unter Berufung auf eine Klage in den USA soll Jackson während einer Israel-Reise im Jahr 1993 einen zehnjährigen Jungen sexuell missbraucht haben.

Damals trat Jackson auf dem Höhepunkt seiner Karriere in Tel Aviv auf. Seine Konzerte galten seinerzeit als Großereignis und zogen große Menschenmengen an.

Im Mittelpunkt der Klage stehen Mitglieder der Familie Cascio, die über Jahre zum engen Umfeld des Popstars gezählt wurden. Eddie Cascio erklärte dem Bericht zufolge, der Missbrauch habe begonnen, nachdem er und sein Bruder während des Israel-Aufenthalts allein mit Jackson in einem Hotel in Tel Aviv gewesen seien.

Frühere Dementis nun widerrufen

Die Familie hatte Jackson über Jahrzehnte öffentlich verteidigt. Bereits seit den 1980er Jahren bestand demnach enger Kontakt, nachdem der Vater der Familie ein Hotel in New York City geleitet hatte, in dem Jackson häufig übernachtete.

In einem Interview mit Oprah Winfrey im Jahr 2010 hatten mehrere Geschwister erklärt, Jackson habe ihnen nie etwas angetan. Diese Aussagen seien falsch gewesen, sagen sie nun. Sie beschreiben sich heute als manipuliert und darauf geprägt worden, den Sänger zu schützen.

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Vier der fünf Geschwister haben sich der neuen Klage angeschlossen. Darin werfen sie dem Nachlass wiederholten sexuellen Missbrauch über mehrere Jahre an verschiedenen Orten vor – darunter auf Reisen und in Wohnhäusern der Familie. Ein fünfter Geschwisterteil erhebt ebenfalls Vorwürfe, beteiligt sich aus rechtlichen Gründen aber nicht an dem Verfahren.

Späte Aufarbeitung

Laut Klageschrift erkannten einige Betroffene erst Jahre später, was ihnen widerfuhr. Als Auslöser wird unter anderem die 2019 veröffentlichte Dokumentation Leaving Neverland genannt, in der ähnliche Anschuldigungen anderer Männer geschildert wurden.

Gerichtsunterlagen zufolge gab es bereits 2020 eine vertrauliche Einigung mit dem Nachlass. Demnach erhielt die Familie über mehrere Jahre rund 16 Millionen Dollar. Nachdem Zahlungen ausgelaufen seien und Gespräche über weitere Entschädigungen gescheitert waren, sei es nun zur neuen Klage gekommen.

Die Anwälte des Jackson-Nachlasses bestreiten die Anschuldigungen entschieden. Sie bezeichneten die Aussagen dem Bericht zufolge als widersprüchlich und finanziell motiviert. Zugleich bemühten sie sich, juristisch gegen das Verfahren vorzugehen.

Die neuen Vorwürfe fallen in eine Phase erneuter Debatten über Jacksons Vermächtnis – auch wegen des neuen Biofilms »Michael«, der mit Unterstützung des Nachlasses produziert wurde. im

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