Fußball

Mainz 05 und Ex-Spieler El Ghazi suchen gütliche Einigung

Nach drei Spielen und einigen Social Media-Posts war El Ghazis Zeit im Mainz 05-Trikot abgelaufen Foto: picture alliance / Laci Perenyi

Fußball

Mainz 05 und Ex-Spieler El Ghazi suchen gütliche Einigung

Das Arbeitsgericht Mainz hatte im vergangenen Juli die von Mainz 05 ausgesprochene Kündigung für unwirksam erklärt

 18.09.2025 09:03 Uhr

Der fast zweijährige Streit um israelfeindliche Social-Media-Posts des Profi-Fußballers Anwar El Ghazi wird für dessen ehemaligen Verein Mainz 05 voraussichtlich deutlich teurer als bislang bekannt. Nach einer mündlichen Berufungsverhandlung vor dem Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz erklärten beide Parteien, sie wollten über die ausgesprochene Kündigung doch eine außergerichtliche Einigung suchen (AZ: 3SLa 254/24). Inhalt der angestrebten Vereinbarung ist in erster Linie die Summe, die der Sportler zusätzlich zu bereits überwiesenen Gehaltsnachzahlungen in Höhe von 1,5 Millionen Euro noch erhält.

Die Ansprüche leitet El Ghazi aus der Gehaltsdifferenz bei Mainz 05 und seinem späteren Verein Cardiff City ab. Im Raum steht ein Betrag von zusätzlichen rund 800.000 Euro.

Das Arbeitsgericht Mainz hatte im vergangenen Juli die von Mainz 05 ausgesprochene Kündigung für unwirksam erklärt. Es sprach El Ghazi ausstehende Gehaltszahlungen und Zuschläge in Höhe von 1,5 Millionen Euro zu und verurteilte den Verein, den Niederländer marokkanischer Herkunft weiter zu beschäftigen. Seine Social-Media-Einträge rechtfertigten keine fristlose Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

El Ghazi auf Instagram unter anderem die Parole »From the River to the Sea, Palestine will be free« gepostet

Nach dem Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hatte El Ghazi auf der Plattform Instagram unter anderem die Parole »From the River to the Sea, Palestine will be free« (»Vom Fluss bis zum Meer, Palästina wird frei sein«) gepostet, die auch von radikalen Organisationen verwendet wird, die das Existenzrecht Israels bestreiten. In der Folge hatte Mainz 05 den Spieler zunächst freigestellt, den Konflikt nach einer vermeintlichen Reueerklärung jedoch in einer Presseerklärung für beigelegt erklärt.

El Ghazi reagierte mit einem weiteren Social-Media-Post, in dem er den Tod jeglicher Zivilisten, Antisemitismus, Besatzung, Apartheid und Völkermord gleichermaßen verurteilte. Weil er in der Erklärung zugleich zurückwies, er habe sich von seinen bisherigen Ansichten distanziert, sprach der Bundesligaverein eine fristlose Kündigung aus. epd/ja

Stuttgart

Startschuss für die Jewrovision

Der jüdische Jugend-Musikwettbewerb hat begonnen. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt treten heute 13 Teams aus ganz Deutschland auf

von Joshua Schultheis  15.05.2026 Aktualisiert

Jewrovision 2026

Die Nervosität steigt …

Schon bald gehen die Scheinwerfer an und 600 jüdische Jugendliche aus ganz Deutschland werden ihre Showacts zum Besten geben

von Nicole Dreyfus  15.05.2026

Kino

»Palästina 36«

In ihrer Doku geht die palästinensische Regisseurin Annemarie Jacir fahrlässig mit einem historischen Thema um

von Ralf Balke  15.05.2026

Gesangswettbewerb

ESC: Ein bisschen Aufregung in Wien

In Wien sollen Kaffeehäuser Patenschaften für die Teilnehmerländer übernehmen, doch ausgerechnet für Israel fand sich keines bereit

von Martin Krauss  15.05.2026

Wien

ESC-Finale: Noam Bettan tritt als Dritter auf

Unter ESC-Beobachtern gilt ein früher Startplatz traditionell als möglicher Nachteil im Rennen um den Sieg

 15.05.2026

Musik

Jay Beckenstein wird 75

Der jüdische Saxofonist aus Buffalo, der seine Jugend in Westdeutschland verbrachte, gründete eine der wichtigsten Fusion-Bands und bietet sanfte Klänge

von Imanuel Marcus  14.05.2026

Berlin

TU eröffnet neues Kompetenzzentrum für Antisemitismusforschung

Nach umfassendem Umbau stünden künftig rund 55.000 Bücher und Zeitschriften sowie etwa 11.000 visuelle Antisemitika für Forschung und Lehre zur Verfügung

 14.05.2026

Zahl der Woche

13 Gruppen

Fun Facts und Wissenswertes

 14.05.2026

Eurovision Song Contest

Die Leichtigkeit der anderen

Der Schoa-Überlebende Walter Andreas Schwarz vertrat Deutschland 1956 beim ersten Grand Prix Eurovision in Lugano. Seine Biografie prallte auf ein Publikum, das die Vergangenheit hinter sich lassen wollte

von Claudio Minardi  14.05.2026