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Jerry Lewis: »From Darkness To Light« jetzt abrufbar

Jerry Lewis und Pierre Etaiy als Clown bei den Dreharbeiten zu »The Day the Clown cried« im März 1972 Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Ein Spielfilm zum Holocaust - und dann auch noch eine Komödie mit einem Clown in der Hauptrolle? Das war jahrzehntelang undenkbar. Der US-amerikanische Comedy-Star Jerry Lewis jedoch war so überzeugt davon, dass er selbst das Risiko einging: 1972 begann er mit den Dreharbeiten für The Day The Clown Cried, einem Film, der international angekündigt wurde und dann plötzlich verschwand.

Warum? Das blieb lange eines der großen Rätsel Hollywoods. Der 108-minütige Dokumentarfilm Jerry Lewis. From Darkness To Light zeigt Teile der restaurierten Originalbänder in ihrem Produktionskontext und erzählt - spannend wie ein True-Crime-Fall - wie sehr der jüdische »King of Comedy« Jerry Lewis an der Entstehung dieses Films beteiligt war. Und das Jahre, bevor andere Regisseure wagten, die Schrecken des Holocaust humoristisch auf der großen Leinwand zu zeigen.

Für Jerry Lewis war The Day The Clown Cried ein sehr persönliches Filmprojekt: Als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller erzählt er die fiktive Geschichte des deutschen Clowns Helmut Doork, der wegen Kritik an Adolf Hitler in einem Konzentrationslager kommt und dort versucht, die Kinder aufzuheitern - selbst noch auf dem Weg in die Gaskammer. Doch kurz vor Ende der Dreharbeiten verließ Lewis das Set, nahm das Drehmaterial an sich und sprach nie wieder ein Wort über den Film.

Einschätzungen von Wegbegleitern

Der Versuch, nach großen Comedy-Erfolgen wie Der verrückte Professor sich auch mit diesem ernsten Thema durchzusetzen, war misslungen. Lewis verlor zwei Millionen Dollar aus seinem Privatvermögen. Der schwedische Produzent behielt daraufhin die Filmrollen ein, die Ko-Drehbuchautorin war so unzufrieden, dass sie die Rechte nicht freigab. The Day The Clown Cried wurde nie gezeigt. Jerry Lewis selbst hatte gemischte Gefühle dem Film gegenüber, bezeichnete den Film öffentlich als schlecht, forderte aber in seiner Autobiografie 1982, dass der Film gesehen werden müsse.

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2015, zwei Jahre vor seinem Tod, schenkte Lewis der amerikanischen Library of Congress sein persönliches Archiv, darunter auch Material aus The Day The Clown Cried. Allerdings mit der Bedingung, dass das Filmmaterial frühestens zehn Jahre später gezeigt werden dürfe. Schließlich war es soweit: Der Dokumentarfilm From Darkness To Light des US-amerikanischen Regisseurs Michael Lurie feierte am 1. September 2024 internationale Premiere auf dem Filmfestival in Venedig.

Neben bisher noch nie gezeigten Szenen aus dem verschwundenen Film zeigt er Einschätzungen von Hollywood-Größen und Wegbegleitern wie Mel Brooks, Sarah Silverman, Martin Scorsese. Auch Lewis selbst beleuchtet in den Interviews die enormen Herausforderungen, denen dieses ambitionierte Projekt und sein Regisseur gegenüberstanden.

Der Dokumentarfilm greift zudem auf lange Passagen aus einem Interview zurück, das der Dokumentarfilmer Eric Friedler für seine Dokumentation The Clown (ARD, 2016) mit Jerry Lewis geführt hat.

Anlässlich des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar zeigt der SWR From Darkness To Light (deutschsprachige Version) am 25. Januar 2026 um 22.45 Uhr das erste Mal im deutschen Fernsehen. Ab sofort ist er zudem für 90 Tage in der ARD-Mediathek zu sehen.

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