Film

Iris Knobloch eröffnet 79. Filmfestival von Cannes

Festivalpräsidentin Iris Knobloch in Cannes Foto: picture alliance / MAXPPP

Mit einem klaren Bekenntnis zur Vielfalt und zur Kraft des Kinos hat Iris Knobloch das 79. Filmfestival von Cannes eröffnet. Die Festivalpräsidentin gab zuvor dem Branchenblatt »Variety« ein Interview. Berichte über einen Rückzug Hollywoods von der Côte d’Azur wies sie zurück. »Was sich verändert hat, ist nicht die Beziehung von Cannes zu Hollywood — sondern Hollywood selbst«, sagte die jüdische Präsidentin in einem Interview mit »Variety«.

In der Tat sind in diesem Jahr elf US-amerikanische Filme in der offiziellen Auswahl vertreten — kaum weniger als üblich. Knobloch sieht das Festival weiterhin als unverzichtbare globale Bühne, gerade für den amerikanischen Independentfilm. Als Beleg verwies sie auf den Erfolg von Sean Bakers Anora, der nach seiner Cannes-Premiere bei den Oscars 2025 abräumte.

Iris Knobloch mit dem Filmemacher Peter Jackson und Festivaldirektor Thierry Fremaux bei der Festivaleröffnung am MittwochFoto: picture alliance / abaca

Das diesjährige Programm umfasst rund 60 Filme in der »Sélection officielle«, darunter sechs Produktionen aus Asien, vier aus Spanien und eine aus dem Kongo. Für Knobloch spiegelt das die neue Realität des Kinos wider: »Das Kino ist nicht mehr in Schubladen eingeteilt. Es ist ein sehr offenes Ökosystem.«

Menschliche Vorstellungskraft

Zur Eröffnung der zwölftägigen Festspiele wurde der neuseeländische Regisseur Peter Jackson mit einer Ehrenpalme geehrt. Die Laudatio hielt sein amerikanischer Schauspielerkollege Elijah Wood. Jackson erinnerte in seiner Dankesrede an frühere Aufenthalte in Cannes, die für seine Karriere entscheidend gewesen seien — 1988 mit seinem Debütfilm Bad Taste und 2001 mit einem Ausschnitt aus Herr der Ringe, der die Geldgeber bei Warner Bros. überzeugte, die bereits abgedrehte Trilogie ins Kino zu bringen.

Knobloch würdigte Jackson als Beweis dafür, »dass Technologie allein ohne menschliche Vorstellungskraft und Emotion nichts bedeutet«.

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Den Juryvorsitz übernimmt in diesem Jahr der südkoreanische Regisseur Park Chan-wook. Ihm zur Seite stehen unter anderem die Schauspielerinnen Demi Moore und Ruth Negga sowie die Regisseurinnen Chloé Zhao und Laura Wandel. Die Preise werden am 23. Mai bekanntgegeben.

Als Eröffnungsfilm zeigte das Festival The Electric Kiss von Pierre Salvadori — eine Verwechslungskomödie, die Anfang der 1920er Jahre auf einem Pariser Jahrmarkt spielt und laut Knobloch den Geist des Festivals verkörpert: »Kühnheit, Freiheit und den leidenschaftlichen Akt des Schaffens.« im (mit kna)

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