Dortmund

Herzen in der Halle

Halbzeit Act: Joel Schneider

Wissen Sie, was ein Boomer-Herz ist? Das wird mit beiden Daumen und Zeigefingern geformt. Ein Gen Z-Herz hingegen, das formt man mit dem Zeige- und Mittelfinger. Aber egal wie, kurz vor der ersten Hälfte der Jewrovision flogen viele dieser Herzen durch die Messe in Dortmund. Und viel Herz haben die ersten sieben der insgesamt 14 Jugendzentren auch in ihre Videos und Performances gesteckt. 

Mega, so fanden die beiden Moderatoren der Jewro, Mascha und Gregor, die erste Halbzeit. Bevor der »absolut beste DJ der Welt«, wie DJ Lev von Mascha angekündigt wurde, das Publikum auf die zweite Hälfte des Gesangs- und Tanzwettbewerbs einstimmte, trat Joel Schneider stimmgewaltig auf. Schneider und DJ Lev brachten das pausierende Publikum mit Omer Adams Hit »Tel Aviv« zum Tanzen. Wer bei »Uptown Funk« noch auf den Plastikstühlen saß, der – viele saßen nicht.

Bevor es aber musikalisch so ausgelassen wurde, begrüßte Zentralratspräsident Josef Schuster das Publikum in Dortmund: »Ich freue mich, so viele junge Jüdinnen und Juden, Seite an Seite und im Herzen vereint hier zu sehen ›United in Hearts‹. Ich weiß, dass diese Unbeschwertheit, die ich hier erlebe, in diesen Zeiten leider eine Seltenheit in Euren Leben geworden ist. Nutzt daher diesen Tag, um all diese Gefühle und Solidarität in Euch aufzunehmen: Ihr seid nicht allein in dieser stürmischen Zeit!«, betonte Josef Schuster in seiner kurzen Ansprache an die Jugendlichen und Gäste in der Messe Dortmund.

Einheit, Vielfalt, Jüdischsein – das sind die Themen

Ihre Jewrovision-Premiere hatte Bundesfamilienministerin Karin Prien. In ihrer Rede betonte sie die Bedeutung der Vielfalt. »Wir sind vielfältig, in der jüdischen Community und darüber hinaus. Und das ist etwas sehr Schönes! Denn Musik und das Zusammenleben in der Gesellschaft haben etwas gemeinsam: Eintönigkeit ist langweilig – erst viele verschiedene Stimmen bereichern, bringen Leben in die Sache«, sagte Prien. Als Bundesministerin mit jüdischen Wurzeln wünschte sie sich, dass »United in Hearts« für die ganze Gesellschaft gelte – »wir einander mit Respekt, Akzeptanz und Offenheit begegnen«.

Einheit, Vielfalt, Jüdischsein – das waren die Themen, über die die ersten sieben Jugendzentren sangen. Wie der JuZe-Zusammenschluss aus Hannover »Atid Chai«, der in einem coolen und erfrischenden Auftritt die Botschaft »Representing all the Jews – shalom, shalom« besang; oder »JuJuBa«, die in zuckersüßem rosa, nein, in coolem Rap einen Traum von einer Welt mit Zusammenhalt, Stärke und Einheit träumte.

Nur zwei von sieben beeindruckenden Performances. Und wie wird die zweite Halbzeit?

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