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»Gil - das G steht für gelogen«

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»Gil - das G steht für gelogen«

Zweiter Tag, und schon prägt eine merkwürdige Lust am Verhör das diesjährige Dschungelcamp

von Martin Krauß  24.01.2026 22:51 Uhr

Zweiter Tag, und schon prägt eine merkwürdige Lust am Verhör die diesjährige Dschungelshow.

Es funktioniert so: Wer entlockt Gil Ofarim Wahrheiten darüber, was 2021 in einem Leipziger Hotel geschehen ist? »Davidstern-Skandal« lautet der denkwürdige Begriff, mit dem das mittlerweile gelabelt wird.

»Gil — das G steht für gelogen«, urteilt Ariel (Reality-TV-Darstellerin, u.a. »Love Fool«). Patrick Romer (u.a. »Bauer sucht Frau«) fragt Ofarim, ob er seine Vergangenheit im Dschungelcamp aufarbeiten wolle. Und Umut Tekin (u.a. »Sommerhaus der Stars«) sagt: »Ich gebe dir aus Respekt die Hand, auch wenn ich scheiße finde, was du gemacht hast.« 

Ist das noch RTL-Trash, wenn schon ein Handschlag als Dschungelprüfung gilt? Es hat sich etwas gedreht. Ausgerechnet die Mutter aller Trashshows steigt zu den Orten auf, an denen verhandelt wird, was diese Gesellschaft schlimm und aufregenswert findet.

Dschungelexperten wissen, dass bald bei Lagerfeuergesprächen mehr zu erfahren sein wird

Hardy Krüger Jr. (u.a. Schauspieler und Sohn) ist noch einer der seriösesten Ermittler in diesem Verfahren. »Magst du darüber reden?«, fragt er Gil Ofarim. »Ich würde gerne viel erzählen, aber ich kann es nicht. Ich darf es nicht«, antwortet der und deutet Merkwürdiges an: »Ich hab damals diese drei Zeilen verlesen und hab’ die Schuld auf mich genommen. Das, soweit, darf ich sagen.« Eine »Verschwiegenheitserklärung« habe er unterschrieben.

Dschungelexperten wissen, dass bald bei Lagerfeuergesprächen mehr zu erfahren sein wird. Den Anfang machte Ofarim schon in der zweiten Dschungelnacht: Kein Geld habe er mehr gehabt, alles habe er verkaufen müssen, berichtet er Umut. Mit dem Saufen habe er angefangen, und nun gehe er wegen des Geldes in diese Show.

Ob das eine ehrliche Beichte ist oder bloß eine Show für die Tränendrüse, lässt sich nicht sagen. Noch weniger kann man aber prognostizieren, ob er das Ziel dieser Inszenierung, ein neues Image, erreichen wird.

Jetzt also geht es auf verschwiemelte Trashshow-Weise um Judenhass — auch wenn das Label vielsagend »Davidstern-Skandal« heißt.

Denn es wird ja nicht nur über die Privatperson Ofarim mit Stärken und Schwächen geredet. Vielmehr macht es ja den Reiz von TV-Trash aus, dass hier gesellschaftliche Konflikte nicht nur zur Sprache kommen, sondern auf eine gewisse Art auch verhandelt werden.

2008 flog ein Dschungelkandidat raus, weil er den »Hitlergruß« gezeigt hatte. 2022 musste eine Camperin die Show verlassen, die einer afrodeutschen Teilnehmerin an den Kopf warf, sie solle »in den Busch wieder zurück«. Jetzt also geht es auf verschwiemelte Trashshow-Weise um Judenhass — auch wenn das Label vielsagend »Davidstern-Skandal« heißt.

Doch hier im Dschungelcamp wird alles neu aufgerollt

Warum funktioniert so etwas? Gut, könnte man sagen, der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika war auch Reality-TV-Star, und der zeigt ja auch täglich, wie sehr Trash unser Leben prägt. Aber hier in Australien hat es leider viel mit Gil Ofarim zu tun. Mit seiner Magen-David-Kette repräsentiert er für viele das Judentum. »Hast du Reue?« hat ihn Ariel gefragt. Der antwortet sehr unpopulär: »Dazu will ich nichts sagen, und dazu muss ich nichts sagen.«

Das Leipziger Gericht hatte zunächst den Fall genau betrachtet und nach Geständnis und Entschuldigung Ofarims das Verfahren eingestellt. Doch hier im Dschungelcamp wird alles neu aufgerollt. Die einen machen aus Ofarim einen »Verbrecher« (Ariel), er selbst streut Duftmarken, es gebe da irgendeine Wahrheit, die er bloß nicht aussprechen dürfe.

Der nächste Verhandlungstag ist auf Sonntag, 20.15 Uhr, angesetzt.

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