Potsdam

Film ab!

Bei der Eröffnung: Schauspieler Detlev Buck, Festivalleiterin Nicola Galliner, Festivalpate Benjamin Sadler, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) (v.l.) Foto: dpa

Mit viel Applaus und ein wenig Klezmer aus Japan ist am Samstagabend im Potsdamer Hans Otto Theater das 22. Jüdische Filmfestival in Berlin und Potsdam (JFBB) eröffnet worden.

Die Redner der Eröffnungsgala, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Festivaldirektorin Nicola Galliner, zeigten sich erfreut darüber, dass das Festival trotz anfänglicher finanzieller Ungewissheiten nun doch wie geplant eröffnet werden konnte.

Fußball Zum Auftakt sahen die Gäste den Film 90 Minuten – Bei Abpfiff Frieden von Eyal Halfon mit Detlev Buck in der Hauptrolle. Für die musikalische Untermalung der Gala sorgte die schrille japanische Klezmerband »Jinta-la-mvta«, die vom Publikum für ihren Auftritt frenetisch gefeiert wurde.

Festivaldirektorin Nicola Galliner sagte, sie sei »erfreut und erleichtert« – in zweierlei Hinsicht: zum einen darüber, dass das Festival durch eine kurzfristige Finanzspritze aus dem Auswärtigen Amt in letzter Sekunde doch noch gerettet werden konnte. Zum anderen über den Eröffnungsfilm, den sie schon seit knapp einem Jahr verfolgen würde. »Das ist wirklich einer der besten Filme, den ich in den letzten zehn Jahren gesehen habe«, lobte Galliner und zeigte sich auch darüber hinaus ausgesprochen zufrieden mit der Auswahl für dieses Jahr: »In manchen Jahren sind die Filme besser, in manchen schlechter. Aber dieses Jahr haben wir wirklich ein hervorragendes Programm. Ich glaube, so viel Selbstbewusstsein darf man haben.«

Noch bis vor wenigen Monaten war unklar, ob das JFBB in diesem Jahr überhaupt würde stattfinden können. Erst durch eine Notfallförderung durch Außenminister Frank-Walter Steinmeier konnte das Überleben des größten jüdischen Filmfestivals in Deutschland gesichert werden.

Nicola Galliner äußerte ihr Unverständnis über die Entscheidung, für die sie auch auf Nachfrage bis heute keine Begründung bekommen habe. Und auch die persönliche Einladung an Frau Grütters, trotzdem als Gast zur Eröffnung zu kommen, sei ohne Reaktion geblieben, so Galliner.

Finanzierung Auch die beiden Schirmherren des JFBB, die Regierungschefs der gastgebenden Länder Berlin und Brandenburg, zeigten ihr Unverständnis über die Entscheidung des Hauptstadtfonds und sprachen sich dafür aus, eine dauerhafte Lösung für die Finanzierung des JFBB zu finden.

»In einer Zeit, in der Rassismus und offene Fremdenfeindlichkeit fast wieder traurige Realität in Deutschland geworden sind, können wir nicht auf dieses Festival verzichten«, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und betonte die Notwendigkeit, das Festival auf »sichere Füße« zu stellen.

Sein Amtskollege, Berlins Regierender Bürgermeiste Michael Müller, bekräftigte diese Aussage und sprach sich sehr konkret für eine institutionelle Förderung des JFBB aus. »Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass wir in Berlin und Brandenburg jeden Tag sagen können: Jüdisches Leben gehört zu unserem dazu. Deshalb brauchen die Standorte ein solches Festival.«

In den kommenden 14 Tagen werden insgesamt 44 Filme in 14 Spielstätten in Berlin und Potsdam zu sehen sein. Besonders freuen darf man sich wohl auf Natalie Portmans Verfilmung von den Kindheitserinnerungen A Tale of Love and Darkness von Amos Oz sowie die israelische Dokumentation Hummus! The Movie von Oren Rosenfeld.

www.jfbb.de

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