Kultur

Ensemble, Schmäh und Chalamet: Termine und TV-Tipps

Das begehrteste Mädchen in Cape Cod McKayla (Maika Monroe, li.) verdreht Daniel (Timothée Chalamet, re.) den Kopf. »Hot Summer Nights«, Montag, 16. Februar, 0.05 Uhr, ARD Foto: © 2017 Imperative Distribution, LLC. All Rights Reserved.» (S3). ARD Degeto/Programmplanung und Presse

Berlin
Gedenkveranstaltung »100 Jahre Margot Frank«: Themenführung durch die Ausstellung, anschließend Lesung von Passagen zu Margot Frank aus Anne Franks Tagebuch
Mo 16. Februar, 17 Uhr, Anne Frank Zentrum, Rosenthaler Straße 39

Berlin
»Varnhagens Töchter – Der jüdische Salon: Sandra Kreisler«: Wer ihr schon 2021 erschienenes Buch »Jude sein. Ansichten über das Leben in der Diaspora« liest, könnte Sandra Kreisler für eine Prophetin halten. Die scharf beobachtenden 31 Texte des Bandes zeigen, dass alles, was den meisten erst nach dem 7. Oktober 2023 gegenwärtig wurde, schon längst da war.
Mo 16. Februar, 19 Uhr, Estrongo-Nachama-Saal, Pestalozzistraße 14

Essen
TIKWAH – Festival jüdischer Musik: »Ensemble Lucidarium: Sounds from Shylock’s Venice«: Auf Grundlage von Gedichten, die in Hebräisch, Jiddisch, Jüdisch-Italienisch und Ladino verfasst wurden, zeigt Lucidarium sorgfältige Rekonstruktionen von jüdischen Liedern der Renaissance sowie von Musik, die jeder Venezianer kannte – ob jüdisch oder nicht. Es beschwört so die Klänge herauf, die Shylock in der pulsierenden Welt Venedigs gehört haben könnte.
So 15. Februar, 17 Uhr, Alte Synagoge – Haus jüdischer Kultur, Porscheplatz

Hamburg
Literarische Spurensuche und Lesung »Ach, Odessa … Ein Stadtporträt in Bildern und Geschichten« mit Brigitte van Kann und Sonja Szylowicki
Mi 18. Februar, 19.30 Uhr, Warburg-Haus, Heilwigstraße 116

Hannover
Zum Auftakt der fünfteiligen Veranstaltungsreihe »SPURENSUCHE: 120 Jahre Villa Seligmann« führt der Direktor der Villa Seligmann, Eliah Sakakushev-von Bismarck, durch das Haus.
Mi 18. Februar, 18 Uhr, Villa Seligmann, Hohenzollernstraße 39

Leipzig
Themenabend »Kein Fußballspiel: Defizite des Palästina-Aktivismus und andere Perspektiven auf den Israel-Hamas-Krieg aus Sicht von Betroffenen« – Die Referentin Maria Arkadieff erklärt, wie bestimmte Akteure hinter dem Palästina-Aktivismus Zusammenhalt unterminieren und Hass fördern, während Oliver Vrankovic die israelischen Realitäten nach dem 7. Oktober beleuchtet.
Do 12. Februar, 18 Uhr, Frauenkultur e.V., Windscheidstraße 51

TV und Radio

»Wiener Wässer – Der Donaukanal«: Auf der linken Uferseite befindet sich mit der Leopoldstadt die erste Wiener Vorstadt. Ein Viertel, das vor allem Wiener Juden zugewiesen wurde, bis Leopold I. sie von dort vertreiben ließ.
Donnerstag, 12. Februar, 17 Uhr, 3sat TV

»Klassik-Stars: Jerusalem Quartet«: »Leidenschaft, Präzision, Wärme, eine Gold-Mischung«. So beschreibt »The Times« das Jerusalem Quartet. Die Sendung stellt das renommierte israelische Ensemble mit Werken von Janácek, Desjatnikow und Schostakowitsch vor.
Freitag, 13. Februar, 18.03 Uhr, BR Klassik Radio

»Hot Summer Nights«: Timothée Chalamet beeindruckt als zunächst schüchtern wirkender Junge, der sich im Urlaubsparadies Cape Cod zu einem dreisten Drogenhändler aufschwingt und dabei ein unerschütterliches Selbstbewusstsein entwickelt. Der junge Regisseur und Autor Elijah Bynum verbindet in seinem Debütfilm die Coming-of-Age-Story mit einem Gangsterplot. Die exzellente Bildgestaltung und der exquisite Soundtrack lassen in den Zeitgeist der frühen 90er-Jahre eintauchen.
Montag, 16. Februar, 0.05 Uhr, ARD TV

Meister der Melancholie

Leonard Cohen: »Jikan der Stille« lebte seine Religion - und auch eine andere

Seine Lieder sind geheimnisvoll, oft düster - und doch von beklemmender Schönheit. Leonard Cohen war nie zu greifen, mit niemandem zu vergleichen. Vor zehn Jahren ist er gestorben

von Alexander Brüggemann  07.11.2026

Meinung

Die Juden waren’s!

Claudia Roth und die jüdische Lobby: Eine kleine Chronik der Unschuld

von Andreas Büttner  06.11.2026

Nachruf

Eine Welt voller Wärme

Die jüdische Kinderbuchautorin Myriam Halberstam nimmt Abschied von Janosch, dem Vater von Tiger, Bär und Tigerente

von Myriam Halberstam  06.11.2026

Fernsehen

Biedere Bürgerlichkeit und organisierter Massenmord

Das ZDF zeigt den Oscar-prämierten Spielfilm »The Zone of Interest« über den KZ-Kommandanten Rudolf Höß, der mit seiner Familie unmittelbar neben dem Vernichtungslager Auschwitz lebte

von Josef Lederle  06.11.2026

New York

Nach Paul Simon wird auch Art Garfunkel 85

Mit Songs wie »The Sound of Silence« wurden Simon & Garfunkel weltberühmt – aber auch die Streits der beiden Schulfreunde aus New York sind legendär. Jetzt steht der nächste große Geburtstag an

von Christina Horsten  06.11.2026

TV-Tipp

Viele Jahre bis zum großen »Hallelujah«: Arte zeigt Porträt von Leonard Cohen zum zehnten Todestag

Es ist wohl das bekannteste Lied des kanadischen Sängers Leonard Cohen. Und so steht »Hallelujah« auch im Zentrum eines so unterhaltsamen wie inspirierenden Porträts über den legendären Sänger

von Jan Lehr  06.11.2026

Hintergrund

Claudia Roth und der »unfassbare Druck vom Zentralrat«

Die Ex-Kulturstaatsministerin bezeichnet es als »totalen Fehler«, auf der Berlinale Regisseure wegen ihrer israelfeindlichen Aussagen kritisiert zu haben und sucht dafür die Schuld beim Zentralrat der Juden

von Michael Thaidigsmann  05.11.2026

Interview

»Ich bin von Natur aus kein glücklicher Mensch«

Die Schriftstellerin Nele Pollatschek verrät im Gespräch zu ihrem neuen Buch, wie sie gelernt hat, das Leben bewusster und positiver wahrzunehmen – ohne die Augen vor dem Leid der Welt zu verschließen

von Katrin Richter  05.11.2026

Kulturkolumnne

Bis 120 oder Wie wir doch noch zu Muskeljuden werden

In der heutigen Zeit ziehen körperliche Optimierungstrends nicht spurlos an uns vorbei. Sollen wir uns davon beherrschen lassen?

von Laura Cazés  05.11.2026