EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 47 Sitze

Berlin

Ein Engelskuss

Frauengesichter neben hebräischen Buchstaben, fließende Farben auf Papier: Die Bilder des Künstlers Charles Abecassis tragen Namen wie »Jasminregen«, »Morgentau« oder »Berauschende Lilie«. Er selbst nennt sie »meine Fenster zur Seele«.

In der Ausstellung »Baiser de l’Ange« (franz.: Engelskuss) werden jetzt 23 dieser Werke von der Berliner Galerie »Der Bilderrahmen« gezeigt. Charles Abecassis entführt dabei in eine spirituelle Bilderwelt voller Schönheit und Farbe, heißt es in einer Information zur Schau. Die Werke werden als eine außergewöhnliche Kombination aus eleganten Konturen und Worten biblischer Psalmen in leuchtender Tinte beschrieben. Abecassis formuliert es so: »Der Engelskuss ist wie ein zarter, leuchtender, unergründlicher Lufthauch, der aus den Psalmen Davids erwächst. Er ist wie eine Schwingung hebräischer Buchstaben in ihrem unaufhörlichen Tanz und ihren geheimnisvollen meditativen Wandlungen.«

Seit 2013 lebt und arbeitet Abecassis in Berlin.

Der 1963 in Marokko geborene jüdische Künstler verbindet in seiner Arbeit Malerei, Mode, Styling und Design. Er absolvierte seine Ausbildung in Paris, war dort für verschiedene Luxus- und Modemarken tätig. In der französischen Hauptstadt gründete er auch seine eigene Boutique »Charles ABK6«. Als Ausstatter von Inneneinrichtungen war er unter anderem in Berlin im Schlosshotel im Grunewald tätig.

Seit 2013 lebt und arbeitet er in Berlin. Hier betrieb sein Onkel Albert Haziza jahrzehntelang das bekannte Herrenbekleidungsgeschäft »Monsieur Albert«, in dem unter anderem Helmut Schmidt, Harald Juhnke und Rod Stewart Kunden waren.

Das Projekt »The Way Shalom« will junge Führungskräfte aller Glaubensrichtungen und Nationen zu einer achttägigen Reise nach Israel einladen.

Albert Haziza war unter den Gästen der Vernissage am Donnerstagabend, bei der Galerist Axel Bahr verkündete, dass der Reinerlös der Verkaufsausstellung an das Projekt »The Way Shalom« geht. Er begründete das Engagement mit der aktuellen politischen Entwicklung, in der Antisemitismus ein globaler Exportschlager geworden sei. Und er hoffe, dass sich die Dinge mit solchen Initiativen »vielleicht langfristig dann doch in eine andere Richtung bewegen«.

Das Projekt »The Way Shalom« will junge Führungskräfte aller Glaubensrichtungen und Nationen zu einer achttägigen Reise nach Israel einladen. Durch die Begegnungen mit der israelischen Kultur, Geschichte, Gesellschaft und den Werten des Landes sollen die Teilnehmer zu »Botschaftern des Dialogs, authentischer Verbindungen und fundierter Perspektiven« werden. Im Januar hatte der frühere israelische Staatspräsident Reuven Rivlin in Berlin für das Projekt geworben. ddk

Die Ausstellung ist noch bis zum 11. Juli in der Galerie »Der Bilderrahmen«, Wielandstraße 13, in Berlin-Charlottenburg zu sehen. (TheWayShalom.com)

Philologie

Mehr als Dolmetscher

Jüdische Übersetzer haben nicht nur zwischen den Sprachen vermittelt, sondern dabei auch eigene Denkformen geprägt

von Katharina Hillmann  27.10.2026

Bucerius Kunst Forum

Verstreute Meisterwerke

Eine Ausstellung in Hamburg vereint rund 100 Gemälde, Grafiken und Skulpturen aus 15 jüdischen Sammlungen und erinnert an den Kunstraub der Nationalsozialisten

von Edgar S. Hasse  27.10.2026

Kino

Wiener Blut

Ulrike Ottinger lädt in der Horrorkomödie »Die Blutgräfin« zum morbiden Vampirvergnügen und schwelgt in opulenten Bildern. Isabelle Huppert geht perfekt gestylt auf Beutezug

von Anna Maria Pahlke und Sophie Albers Ben Chamo  27.10.2026

Jerusalem

Cohen interpretiert Cohen

Der israelische Jazz-Musiker Avishai Cohen hat sich für sein neues Album ein Buch des legendären Singer-Songwriters Leonard Cohen vorgenommen

von Imanuel Marcus  27.10.2026

Nachruf

»Star Trek«-Star Walter Koenig ist tot

Seine Rolle als Pavel Chekov hatte eine humoristische Funktion. Der Charakter sollte jüngere Zuschauer ansprechen

 27.10.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Rote Bänke, erschöpfte Katzen – ein Nachmittag in Amsterdam

von Margalit Edelstein  26.10.2026

Düsseldorf

50 Jahre Kiss in Deutschland: Doro Pesch feiert ihre Helden

Wegen Kiss fing Doro Pesch mit der Musik an. Später wurde der jüdische Bassist, Sänger und Bandleader Gene Simmons ihr Mentor. Seither ist ein halbes Jahrhundert vergangen

von Philip Dethlefs  26.10.2026

Entgleisung

Kein Skandal ist der Skandal

Milo Rau macht aus Wagners »Fliegendem Holländer« an der Deutschen Oper Berlin eine groteske Abrechnung mit Israel – und erntet dafür kaum einen Buh­ruf

von Maria Ossowski  26.10.2026

Brüssel/Gütersloh

Lucky Luke wird in Jubiläums-Comic zum Heiligen

Ein Cowboy kann nach acht Jahrzehnten noch viel erleben. Zwischen Saloon und Prärie warten in dem lange von einem jüdischen Texter dominierten Comic häufig Gegenwartsthemen

von Shireen Broszies  26.10.2026