Schloßbergmuseum

Chemnitz zeigt Fotoausstellung über Mikwen

Peter Seidel Friedberg, 1987 Foto: © Peter Seidel

Das Chemnitzer Schloßbergmuseum präsentiert von Sonntag an eine Ausstellung zu jüdischen Ritualbädern. Unter dem Titel »Ganz rein!« sind großformatige Fotografien von Peter Seidel zu sehen, teilten die Kunstsammlungen Chemnitz am Mittwoch mit. Anlass ist das »Jahr der jüdischen Kultur 2026« in Sachsen.

In Chemnitz waren 2022 bei archäologischen Ausgrabungen in der ehemaligen Johannisvorstadt die Überreste einer historischen jüdischen Mikwe entdeckt worden. Der Fund gilt sachsenweit bislang als einzigartig. Mikwen sind rituelle Tauchbäder, die nach klar definierten religiösen Vorschriften errichtet und genutzt werden. Sie dienen nicht der körperlichen Hygiene, sondern der spirituellen Reinigung.

Verborgene Orte

Fotograf Seidel aus Frankfurt am Main dokumentiert den Angaben zufolge seit 1987 solche Anlagen in Europa von der Antike bis zur Gegenwart. Eine repräsentative Auswahl seiner Werke ist bis zum 7. Juni im Schloßbergmuseum zu sehen.

Die Präsentation führe an verborgene Orte jüdischer Ritualpraxis und verbinde architektonische Dokumentation mit einer einfühlsamen Bildsprache, hieß es. Die Farbaufnahmen entstanden in Deutschland, Italien, Spanien, Österreich und Frankreich.

Seidels Arbeiten eröffneten »einen Zugang zu Räumen, die über Jahrhunderte hinweg zentrale Orte jüdischen Glaubenslebens waren und bis heute eine besondere Faszination ausüben«, hieß es. Der Künstler widme sich den meist unterirdisch gelegenen Anlagen mit »einem präzisen Blick für ihre bauliche Struktur und ihre besondere Atmosphäre«. Seit der Spätantike entstanden auch in Europa Mikwen. epd

Essay

Zwischen Räumen

Wenn der Maler Navot Miller im Flugzeug sitzt, ist er in einer Welt, die ihn für eine kurze Zeit vor der Schwere der Realität schützt. Gedanken von unterwegs

von Navot Miller  10.04.2026

Iran-Krieg

Europa darf Israel nicht im Stich lassen

Während die USA und Israel der Bedrohung durch das Mullah-Regime gewaltsam begegneten, standen die Europäer an der Seitenlinie und übten Kritik. Die nun herrschende Feuerpause gibt ihnen Gelegenheit, ihre Haltung zu überdenken

von Rafael Seligmann  10.04.2026

Netflix-Dokumentation

Der Mann, der die Chili Peppers Red Hot machte

Man kann ohne weiteres behaupten, dass die Rockwelt ohne Hillel Slovak weniger bunt wäre. Eine Streaming-Doku hat dem in Israel geborenen ersten Gitarristen der Chili Peppers ein Denkmal gesetzt

von Richard Blättel  07.04.2026

Antisemitismus

London verweigert US-Skandalrapper Kanye West die Einreise

US-Skandalrapper Kanye West darf nach seinen antisemitischen und rassistischen Aussagen nicht nach Großbritannien reisen. Das hat auch gravierende Auswirkungen auf das mit ihm geplante Festival

 07.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Fünf Gründe, den jüdischen Staat zu lieben – mit all seinen Stärken und Schwächen

von Daniel Neumann  07.04.2026

Weltglücksbericht

Israelis und die Freude am Leben

Trotz Kriegen und Terror landet der jüdische Staat weit vorn auf Platz 8. Die Forscherin Anat Fanti erklärt, warum

von Sabine Brandes  06.04.2026

Jazz

Omer Klein: »The Poetics«

Der israelische Pianist hat ein neues Album veröffentlicht. Es ist ein analoges Klangerlebnis, das innere und äußere Räume weit öffnet

von Ayala Goldmann  06.04.2026

Iryna Fingerova

»Man darf Kulturen nicht vergleichen«

Die Schriftstellerin und Ärztin über die Folgen einer Emigration, ihr Verhältnis zur Ukraine und das Leben als Jüdin in Deutschland – allesamt auch Themen ihres Romans »Zugwind«

von Maria Ossowski  05.04.2026

Dana von Suffrin

Wutgeburt

»Toxibaby« erzählt von einer toxischen deutsch-jüdischen Beziehung

von Katrin Diehl  04.04.2026