Literatur

Bestseller aus Frankreich: »Der Barmann des Ritz«

Am 14. Juni 1940 marschiert Nazi-Deutschland in Paris ein. Foto: picture alliance / akg-images / Paul Almasy

Paris während des Zweiten Weltkriegs. Die Stadt ist von den Deutschen besetzt. Das Luxushotel Ritz wird zur Anlaufstelle einer bunten Gesellschaft von deutschen Offizieren und Nazi-Größen, von Kollaborateuren, Lebedamen und Künstlern. 

Mittendrin befindet sich der Barmann Frank Meier, bekannt für seine legendären Cocktails. Doch während er als Mann von Welt mit gewohnter Eleganz seine Drinks mixt, hütet er ein Geheimnis: Frank ist Jude. Schon bald beginnen die ersten Razzien gegen Juden und es wird immer schwerer für ihn, in dem Dickicht von Gerüchten, Klatsch und geheimen Informationen den Durchblick zu behalten. 

Die Geschichte eskaliert, als Blanche, die von ihm geliebte Frau, durch ihr provozierendes Verhalten den Verdacht der Gestapo auf sich lenkt und verhaftet wird.

Lesen Sie auch

Der französische Journalist und Historiker Philippe Collin hat mit »Der Barmann des Ritz« ein packendes Porträt eines eher durchschnittlichen Mannes geschrieben, der sich durch einen Zufall der Geschichte plötzlich mitten im Auge des Orkans befindet. 

Sehr nah angelehnt an die tatsächliche Biografie des Frank Meier, lässt Collin einen historischen Moment lebendig werden, in dem das legendäre Hotel Ritz zu einer Art Schaltzentrale von Besatzern und Kollaborateuren wurde. Verrat, Skrupellosigkeit und Geschäftemacherei trafen auf Mut, Loyalität und Widerstandsgeist. Ganz zu Recht wurde das Buch in Frankreich zu einem Bestseller.

Geburtstag

Bob Dylan wird 85: Genie, Grenzgänger und niemals greifbar

Die berühmte Frage in seinem bekanntestem Song lehnt sich direkt an diese Geschichte an: Wie fühlt es sich an, ohne ein Heim zu sein, wie ein völlig Unbekannter, wie ein rollender Stein?

von Paula Konersmann  24.05.2026

New York

Bob Dylan - Der geniale Sonderling

Protestlieder, elektrischer Rock, Country-Alben, religiöse Musik. Die Welt hat ihm einige der einflussreichsten Musikstücke zu verdanken. Eine Ikone wollte er aber nie sein

von Anne Pollmann  24.05.2026

Zahl der Woche

85 Jahre

Fun Facts und Wissenswertes

 24.05.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Wenn das Leben dir Zitronen schenkt oder Kennst du das Land ...

von Katrin Richter  24.05.2026

Konzert

»Man muss richtig aus dem Vollen schöpfen«

Omer Meir Wellber bringt »Mass« von Leonard Bernstein auf die Bühne. Hamburgs Generalmusikdirektor erklärt, welche Faszination von dem Stück ausgeht

von Stephen Tree  24.05.2026

Kulturkolumne

Wenn Israelis anklopfen

Influencer haben das alte Israel für sich entdeckt – und feiern es online

von Sophie Albers Ben Chamo  24.05.2026

Medizin

Gemeinsam gegen Krebs

Von den Grundlagen zur Therapie: Seit 50 Jahren arbeiten deutsche und israelische Wissenschaftler bei der Erforschung von Tumoren zusammen

von Gabriele Hermani  24.05.2026

Cannes

Hüller als Erika Mann, Eidinger als Gestapo-Chef

Das Programm der Filmfestspiele ist vom Zweiten Weltkrieg geprägt. Ein Beitrag außerhalb des Wettbewerbs sorgte für Überraschungen

von Patrick Heidmann  24.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026