Fernsehen

»Babylon Berlin«: Was bisher geschah (Staffeln 1–4)

Szene aus Staffel 4: Die geschäftstüchtige Schauspielerin und Sängerin Esther Kasabian im Moka Efti (Meret Becker) Foto: © Frédéric Batier/ARD/SKY

Mit der finalen, fünften Staffel von »Babylon Berlin« haben die Macher den Höhepunkt der Serie versprochen. Wer jetzt noch einsteigen möchte, ohne die vorangegangenen 40 Folgen rund 30 Stunden lang »bingewatchen« zu wollen, sollte sich wohl mit einigen Basics vertraut machen. Hier die wichtigsten Personen, die man kennen sollte:

Der Held: 

Ein traumatisierter, drogensüchtiger Ex-Weltkriegsteilnehmer, der nun auch als Kriminalkommissar immer wieder gehörig einstecken muss, aber zugleich auch ein begeisterter Tänzer ist - das ist Gereon Rath aus Köln, den es 1929 beruflich ins sündige Berlin verschlägt. Gespielt wird er von Volker Bruch. Rath ist kein klassischer Siegertyp, aber Frauen mögen ihn. Die Machenschaften dunkler Mächte bringt er zu guter Letzt stets ans Licht: Ob es um erpresserische Sado-Maso-Fotos geht, Kriminelle in den eigenen Reihen, die Bewaffnung der verbotenen Organisation »Schwarze Reichswehr«, den Krieg zwischen Berliner Unterweltsbanden, einen verschwundenen Diamanten, der auch einen amerikanischen Mafioso auf den Plan ruft, faschistische Umsturzpläne, die er als Undercover-SA-Mann aufdeckt, oder »Die weiße Hand«, eine Geheimorganisation, in der rechtsradikale Richter Lynchjustiz verüben.

Die Heldin: 

Das passende weibliche Gegenstück zu Gereon Rath ist Charlotte Ritter (gespielt von Liv Lisa Fries). Mit Charme, Köpfchen und »Berliner Schnauze« versucht sie in der Polizei aufzusteigen und den elenden Verhältnissen Berlin-Moabits zu entkommen, denen sie entstammt. Wohl aus diesem Grund jobbt sie anfangs noch nebenbei als Prostituierte oder nimmt auch schonmal an einem Tanz-Marathon teil, um ein bisschen Geld dazuzuverdienen. Ihre Karriere als Ermittlerin ist aber nicht aufzuhalten, auch weil Gereon sie unterstützt. Und das, was alle von Anfang an hoffen, wird mehr und mehr Wirklichkeit: Angesichts vielerlei Wirren kommen sie und Rath sich näher und näher. 

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Der Manisch-Depressive: 

Für Lars Eidinger dürfte es wohl eine Glanzrolle sein: Als schräger Industrieller Alfred Nyssen kreuzt der Borderliner immer wieder die Wege des Helden. Sei es als Drahtzieher illegaler Waffengeschäfte, der ebenso in den Transport des verschollenen Zarengoldes nach Deutschland sowie die Unterstützung der »Schwarzen Reichswehr« verwickelt ist, oder als neuer Lover von Raths großer verflossener Liebe Helga. Vorbild für diese Figur ist wohl der Stahlmagnat Fritz Thyssen, der Hitler mit finanzieller Unterstützung zur Macht verhalf.

Die verbotene Liebe: 

Sie ist die Frau, die Gereon in den ersten drei Staffeln begehrt, sich aber auch immer mehr von ihr entfremdet: Helga Rath (Hannah Herzsprung). Problem: Sie ist auch die Gattin seines im Krieg verschollenen, totgeglaubten Bruders Anno. Oder ist Anno doch noch am Leben und behandelt nun als mysteriöser »Dr. Schmidt« (Jens Harzer) in der Spreemetropole als Psychotherapeut und Hypnotiseur mit ebenso neuartigen wie fragwürdigen Methoden seine Patienten, darunter auch Gereon? Wie auch immer: Für Helga ist das alles ein bisschen zu viel, und so sucht sie ab Staffel drei Trost bei Nyssen.

Der Unbestechliche: 

Als freier Journalist legt sich Samuel Katelbach (Karl Markovics) gern mit den Mächtigen an. In der ausgehenden Weimarer Republik ist das lebensgefährlich. Vor allem, als er über die illegale Wiederaufrüstung der Reichswehr berichtet, zumal ihm eine rechtsradikale Justiz dicht auf den Fersen ist. Ein Glück, dass sich der exzentrische Schriftsteller aus Wien auf seinen Freund Gereon Rath verlassen kann. Und auf seine resolute Zimmerwirtin Elisabeth Behnke, zu der er auch zärtliche Gefühle entwickelt. Die Figur des stets klammen Katelbach dürfte an den Herausgeber der »Weltbühne«, Carl von Ossietzky, angelehnt sein, den die Nazis später im KZ folterten und letztlich ermordeten.

Die Herbergsmutter: 

Auch wenn sie anfangs einen One-Night-Stand mit ihrem Untermieter Gereon Rath hat, ist die Kriegerwitwe und Pensionsbetreiberin Elisabeth Behnke (Fritzi Haberlandt) eigentlich eine ganz Brave, die sich im Laufe der Staffeln allerdings zu einer echten Widerstandskämpferin entwickelt, etwa wenn sie Samuel Katelbach vor den Nazi-Häschern versteckt oder waghalsig geheime Dokumente entwendet, um den Kopf des angeklagten Journalisten zu retten. 

Der Skrupellose: 

Genau wie Nyssen ist auch Regierungsrat Günter Wendt in viele Affären verwickelt, mit denen sich Kommissar Rath herumschlagen muss. Benno Fürmann verkörpert dabei einen eiskalten, antidemokratischen Karriereristen, der im Staatsapparat unbedingt aufsteigen möchte und dabei nicht ohne einen gewissen Charme buchstäblich über Leichen geht. Dass er bisexuell ist, fällt im Berlin der »Roaring Twenties« kaum weiter auf, macht ihn aber für Gesinnungsfreunde und -feinde angreifbar.

Die Frau ohne Vornamen: 

Zwar will sie Rath in Staffel zwei als vermeintlichen Verräter hinrichten lassen, aber sonst scheint »Dr. Völcker« (Jördis Triebel) ganz in Ordnung zu sein. Als Armenärztin und überzeugte Kommunistin setzt sie sich für die Schwachen und gegen die Unterdrückung der Notleidenden ein. Selbst im Frauengefängnis steht sie noch für ihre Überzeugungen ein.

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