Großbritannien

Vier Krankenwagen vor Synagoge in Brand gesteckt

Eine Überwachungskamera nahm den Moment des Anschlags auf Foto: Screenshot

Im Londoner Stadtteil Golders Green ist am frühen Montagmorgen ein Brandanschlag auf mehrere Rettungswagen der jüdischen Hilfsorganisation Hatzalah verübt worden.

Gegen 1.36 Uhr wurden in der Highfield Road, auf dem Parkplatz vor der Machzei-Hadass-Synagoge, vier Krankenwagen des Freiwilligendienstes in Brand gesteckt. Der Brandanschlag werde als antisemitisches Hassverbrechen behandelt, sagte die Londoner Polizei. Die umliegenden Häuser seien umgehend evakuiert und die angrenzenden Straßen für den Verkehr gesperrt worden.

Laut Metropolitan Police gab es keine Verletzten. Alle Brände seien schnell gelöscht worden. Die von Anwohnern vernommenen Explosionen stehen laut Polizei vermutlich in Zusammenhang mit geborstenen Sauerstoffflaschen an Bord der Rettungswagen. Auf einem Video ist eine Anwohnerin oder Passantin zu hören, die mehrfach »Feuer, Feuer!« ruft.

»Wir sind noch dabei, das Material der Überwachungskameras auszuwerten, und sind uns der Aufnahmen im Netz bewusst. Wir gehen davon aus, dass wir in dieser frühen Phase nach drei Verdächtigen suchen«, erklärte die Ermittlerin Sarah Jackson. Mögliche Zeugen seien aufgerufen, der Polizei sachdienliche Hinweise zu geben. Die »Met« will nun in dem von vielen Juden bewohnten Stadtteil im Norden Londons verstärkt Präsenz zeigen.

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In den sozialen Netzwerken kursierten am Montag Clips von drei vermummten Männern, von denen einer einen Kanister trug. Mark Gardner vom Community Security Trust, dem Sicherheitsdienst der jüdischen Gemeinde in Großbritannien, sagte der Zeitung »Jewish News«: »Dies weist offensichtliche Parallelen zu den antisemitischen Brandanschlägen auf, die kürzlich in Belgien und den Niederlanden verübt wurden.«

Vor zwei Wochen wurde am Eingang der Synagoge im belgischen Lüttich ein Sprengkörper zur Explosion gebracht. Eine islamistische Gruppierung bekannte sich zu dem Anschlag. Wenige Tage später wurden in den Niederlanden weitere jüdische und andere Ziele angegriffen, offenbar von derselben Gruppierung.

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Dean Cohen, der als einer der Ersten am Tatort eintraf, nannte die Szene »absolut schockierend«. Cohen, der auch Mitglied des Gemeinderats von Golders Green ist, sagte demselben Medium, es sei »höchste Zeit, dass die Behörden aufwachen und mehr tun, um diesem grassierenden Hass entgegenzuwirken.«

Premierminister Keir Starmer nannte den Anschlag auf X »zutiefst schockierend« und erklärte: »Meine Gedanken sind bei den Mitgliedern der jüdischen Gemeinschaft, die heute Morgen zu so einer schrecklichen Nachricht aufwachen.«

Einsatzwagen von Feuerwehr und Polizei vor dem Tatort im Londoner NordenFoto: IMAGO/ZUMA Press

Die Organisation Hatzalah teilte mit, man sei trotz des Anschlags weiter »voll einsatzfähig« und könne Rettungseinsätze durchführen. Hatzalah ist eine Ende der 1960er Jahre in New York gegründete Freiwilligenorganisation, die bei medizinischen Notfällen die staatlichen Gesundheitsdienste unterstützt. Hatzalah ist vor allem in Gebieten mit größeren orthodoxen jüdischen Gemeinden tätig. mth

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