Olympische Winterspiele

Sender verteidigt »Genozid«-Kommentar, nimmt ihn aber offline

Der israelische Bobfahrer Adam Edelman nimmt die Hasstiraden gegen seine Person gelassen und will sich auf den Wettkampf konzentieren.
Der israelische Bobfahrer Adam Edelman nimmt die Hasstiraden gegen seine Person gelassen und will sich auf den Wettkampf konzentieren. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Ein Schweizer Kommentator hat mit negativen Äußerungen über einen israelischen Bobfahrer bei den Olympischen Winterspielen für heftige Kritik gesorgt. Bei einer Live-Übertragung warf er dem Athleten Adam Edelman vor, einen »Genozid in Gaza« zu befürworten. Er verwies auf öffentliche Äußerungen Edelmans, etwa in sozialen Netzwerken.

 Der Sender RTS nahm die Aufzeichnung des Beitrags inzwischen von seiner Webseite, verteidigte den Kollegen aber. »Unser Journalist wollte die Politik des IOC (Internationalen Olympischen Komitees) bezüglich der Äußerungen des betroffenen Athleten hinterfragen«, teilte der Sender mit. »Allerdings ist eine solche Information, obwohl sachlich richtig, aufgrund ihrer Länge für einen Sportkommentar ungeeignet.«

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RTS ist der französischsprachige Arm des öffentlichen Rundfunks.  Edelman reagierte auf dem Kurznachrichtendienst X gelassen. Er sei sich der »Tirade« des Kommentators bewusst, schreibt er. Er verwies auf das Durchhaltevermögen und den Stolz seines Teams »auf die, die wir hier vertreten«. Das passe in keiner Weise mit dem Kommentar zusammen. Er konzentriere sich auf das nächste Rennen.

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Der Kommentator hatte unter anderem die Frage gestellt, ob Edelman überhaupt hätte teilnehmen dürfen, weil nach den Richtlinien des IOC Athleten, die Krieg aktiv unterstützten, ausgeschlossen seien. Dies bezieht sich allerdings auf Athleten aus Russland und Belarus, die inmitten des russischen Angriffskriegs in der Ukraine nach einer Prüfung durch IOC-Gremien nur unter neutraler Flagge und ohne nationale Symbole bei den Winterspielen antreten dürfen. 

IOC-Sprecher Mark Adams sagte zu dem Vorfall, man solle sich an den betreffenden Sender wenden, wenn es um den Kommentator einer bestimmten Anstalt gehe. »Ich möchte alle daran erinnern, wie auch immer sie an den Olympischen Spielen beteiligt sind, dass es die olympischen Werte und die Charta der olympischen Gemeinschaft gibt. Es geht bei Olympia darum, Menschen zusammenzubringen, unabhängig davon, was in der Welt passiert«, sagte er grundsätzlich. 

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Der US-Botschafter in Israel, der Republikaner Mike Huckabee, reagierte scharf. »Es ist mehr als widerlich, dass der judenfeindliche Schweizer «Sportkommentator» Fanatismus und Hass versprüht hat«, schrieb der frühere Gouverneur von Arkansas, der als Unterstützer Israels auftritt, auf X. dpa/ja


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