Frankreich

Sefarde wird neuer CRIF-Chef

Neuer CRIF-Präsident: der Unternehmer Francis Kalifat (64) Foto: CRIF

Die Dachorganisation der Juden in Frankreich bekommt einen neuen Chef. Am Sonntag wählte die Vollversammlung des Conseil Représentatif des Institutions Juives de France (CRIF) einstimmig den Unternehmer Francis Kalifat (64) zum Präsidenten.

Sein Vorgänger Rogier Cukierman (79), dessen Amtszeit am 29. Juni endet, war nicht erneut zur Wahl angetreten. Auch andere Gegenkandidaten gab es nicht.

Francis Kalifat ist seit fast 50 Jahren der erste Sefarde an der Spitze des CRIF. Er wurde 1952 im algerischen Oran als Sohn eines Polizeibeamten geboren.

Programm Kurz nach seiner Wahl sagte Kalifat am Sonntag, seine oberste Priorität als Präsident des CRIF gelte dem Kampf gegen den Antisemitismus. Der neue Judenhass, der unter dem Deckmantel des Antizionismus daherkomme, sei der Hauptgrund dafür, dass »Frankreichs Juden derzeit die schwierigste Situation seit Ende des Zweiten Weltkriegs« erlebten.

Die jüdischen Gemeinden in Frankreich zählen rund 600.000 Mitglieder. 70 Prozent von ihnen sind Sefarden. ja

Kommentar

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026

St. Petersburg

Im Licht der Weißen Nächte

Die Mitternachtsdämmerung des Nordens weckt Erinnerungen an Märchen und führt unseren Autor zurück in seine Kindheit im damaligen Leningrad

von Vladimir Vertlib  18.06.2026

Schweiz

Jugendlicher plante Blutbad

Der Prozess gegen einen Schüler, der einen Juden in Zürich töten wollte, beginnt am 1. Juli. Die Anklageschrift zeichnet das Bild eines sich früh radikalisierenden Jugendlichen

von Nicole Dreyfus  18.06.2026

USA

Nach antisemitischer Bewerbung: Rechtsextreme feiern Cornell-Studenten

Der 19-jährige Austin Franco wird für ein Praktikum von einem Softwareunternehmen der Brüder Gabe und Aiden Einhorn angenommen. Doch dann schreibt er, er sei »nicht daran interessiert, für einen Juden zu arbeiten«

 18.06.2026

Belarus

Antisemitische Ausfälle aus Minsk

Ein Interview des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko belastet das bilaterale Verhältnis mit Israel

von Alexander Friedman  17.06.2026

Bonn/Berlin

»Habt keine Angst«: Zeitzeuge Marian Turski vor 100 Jahren geboren

Er gehörte zu den bekanntesten Schoa-Überlebenden. Seine Worte ermutigen viele Menschen auch über seinen Tod im Jahr 2025 hinaus. Zum 100. Geburtstag blickt ein Freund Turskis auf die Zukunft des Erinnerns

 16.06.2026

Interview

»Mir wurde immer wieder vorgeworfen, ich sei zu proisraelisch«

Der Schweizer Politiker und Ständerat Daniel Jositsch über die wahren Gründe für seinen Austritt aus der SP, postkoloniale Irrwege und den Antisemitismus innerhalb der Linken

von Nicole Dreyfus  16.06.2026

Albanien

Flamingos gegen Kushner

In Tirana wächst der Widerstand gegen einen Inselverkauf. Präsident Edi Rama wirft den Demonstranten Antisemitismus vor. Zu Recht?

von Adelheid Wölfl  16.06.2026

Großbritannien

Einstufung von Palestine Action als Terrorgruppe ist rechtens

Ein Berufungsgericht in London hat der Regierung von Premier Keir Starmer Recht gegeben und das Verbot der militant antiisraelischen Gruppierung bestätigt

 15.06.2026