Argentinien

Schloschim-Demo für Alberto Nisman

Alberto Nisman war am 18. Januar tot in seiner Wohnung gefunden worden. Foto: dpa

Im Zentrum von Buenos Aires werden am Mittwoch Tausende Menschen zu einer Kundgebung erwartet. Wie argentinische Medien berichteten, wollen die Demonstranten mit einem Schweigemarsch an Sonderstaatsanwalt Alberto Nisman erinnern, der vor genau einem Monat unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. Organisiert wird die Kundgebung von Anwälten, die von der Regierung Antworten fordern. Der Schweigemarsch beginnt um 18 Uhr (Ortszeit) an der Plaza de los Dos Congresos und führt zu Nismans früherem Büro an der Plaza de Mayo.

Nisman war am 18. Januar tot in seiner Wohnung gefunden worden. Ob es sich um Mord handelt, oder ob der 51-Jährige sich das Leben selbst nahm, ist bislang nicht geklärt. Viele Menschen im Land glauben, dass die Regierung von Präsidentin Cristina Kirchner ihre Hand im Spiel hat. Die wiederum spricht von einem Komplott des Geheimdienstes.

Terror Als Sonderstaatsanwalt war Nisman seit 2004 für die Aufklärung des Terroranschlags auf das Gebäude des jüdischen Hilfswerks AMIA im Jahr 1994 zuständig. Dabei wurden 85 Menschen getötet und Hunderte verletzt. Die argentinische Justiz macht den Iran für den Anschlag verantwortlich.

Wenige Tage vor seinem Tod hatte Nisman Präsidentin Kirchner und Außenminister Héctor Timerman beschuldigt, die Ermittlungen des Anschlags zu behindern. Er warf Kirchner vor, mit dem Iran die Lieferung von Erdöl gegen die Straflosigkeit der iranischen Verdächtigen ausgehandelt zu haben.

Nur wenige Stunden, bevor Nisman als Zeuge in einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss gegen Kirchner aussagen sollte, wurde er, verletzt durch einen Kopfschuss, tot im Badezimmer seiner Wohnung gefunden. Die Tatwaffe lag neben ihm.

Provokation Die Demonstration am Mittwoch wird von Hunderten Polizisten abgesichert. Wie argentinische Medien berichteten, ist es ihnen nicht erlaubt, Waffen zu tragen. Dies geschehe, um »Provokationen zu vermeiden«, sagte Sicherheitschef Sergio Berni im Gespräch mit Journalisten. Er respektiere die Demonstration, sehe darin aber vor allem eine Aktion, die sich gegen die Regierung Kirchner richte.

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  12.07.2026

Maccabia

Zwischen Medaillen und Menschlichkeit

Für die Schweizer Delegation ist klar, das Spiel ist wichtig, aber neue Freundschaften sind wichtiger

von Nicole Dreyfus  10.07.2026

Niederlande

»Juden ins Gas«-Rufe nach Marokkos WM-Niederlage

In Den Haag kam es in der Nacht zu Ausschreitungen und antisemitischen Sprechchören

 10.07.2026

Einzelbild, Single image: Erling Haaland Norway, 9 FIFA World Cup, WM, Weltmeisterschaft, Fussball 2026: Brazil v Norway 05 July 2026, FIFA World Cup 2026: Brazil v Norway Round of 16 at New York New Jersey Stadium in East Rutherford, New Jersey, USA. *** Single image: Erling Haaland, Norway FIFA World Cup 2026: Brazil vs. Norway, July 5, 2026 FIFA World Cup 2026: Brazil vs. Norway, Round of 16, at New York New Jersey Stadium in East Rutherford, New Jersey, USA Copyright: HMBxMedia/xMarcoxBader

Verschwörungsmythen

Norwegens WM-Star Erling Haaland im Visier von Antisemiten

Samstagabend spielt der Angreifer von Manchester City mit Norwegen gegen England. Die ehemalige Hamas-Geisel Omer Shem Tov wird ihm dabei die Daumen drücken. Israelfeinden gefällt das nicht.

von Elke Wittich  10.07.2026

Brüssel

Autorinnen canceln Auftritt wegen geplantem Konzert von Lahav Shani

Die Kontroverse um den Auftritt der Münchner Philharmoniker unter Leitung ihres israelischen Chefdirigenten hält an: Zwei Französinnen verkündeten nun, dass sie nicht wie geplant im Brüsseler Bozar auftreten wollen

 09.07.2026

USA

Aus dem »Deep Shtetl« zur »New York Times«

Yair Rosenberg soll es richten. Der Journalist schreibt fortan über jüdisches Leben und Antisemitismus in den Vereinigten Staaten

von Sophie Albers Ben Chamo  09.07.2026

Nachruf

Louise Lasser, die Frau, die Mary Hartman erfand, ist tot

Die Schauspielerin vertrat Barbra Streisand auf dem Broadway und war mit Woody Allen verheiratet. Sie wurde 87 Jahre alt

 08.07.2026

50 Jahre in Deutschland

»Die Deutschen haben aus ihrer Geschichte gelernt«

Was ist typisch deutsch, was typisch amerikanisch? Holly-Jane Rahlens kennt sich mit beiden Nationen aus. Die Autorin lebt seit mehr als 50 Jahren in Berlin

von Nina Schmedding  08.07.2026

Schweiz

Ein Jahr Gefängnis für jugendlichen Täter

Der Schweizer mit tunesischen Wurzeln hatte am 2. März 2024 auf der Straße einen orthodoxen Juden niedergestochen. Am Dienstag wurde der 17-Jährige verurteilt

von Nicole Dreyfus  07.07.2026