Amsterdam

»Respektlos und traurig«

Das Denkmal des Hafenarbeiters zum Widerstand gegen die Judenverfolgung wurde mit gelber und grüner Farbe beschmutzt. Foto: dpa

Mehrere Gebäude in Amsterdam sind mit Hakenkreuzen und antisemitischen Zeichen beschmiert worden. Ermittler verdächtigten am Freitag Hooligans des Fußballprofiklubs Ado Den Haag. Er soll am Sonntag gegen Ajax Amsterdam spielen. Der niederländische Rekordmeister hat eine historische Verbindung zur jüdischen Gemeinschaft in Amsterdam. Die Stadtverwaltung erstattete Strafanzeige.

»De Dokwerker« Das Denkmal »De Dokwerker« (Der Hafenarbeiter) zum Widerstand gegen die Judenverfolgung wurde mit gelber und grüner Farbe beschmutzt. Das sind die Farben des Den Haager Fußballvereins.

Amsterdams Bürgermeisterin Femke Halsema verurteilte die Tat: »Der Dokwerker ist ein Symbol für alle Menschen in den Niederlanden, die Widerstand gegen die Verfolgung der Juden im Zweiten Weltkrieg geleistet haben.«

Bestrafung Auch die Leitung des Den Haager Vereins distanzierte sich von dem »respektlosen und traurigen« Verhalten. Die Bürgermeisterin von Den Haag, Pauline Krikke, forderte die Bestrafung der Täter.

Das Denkmal »De Dokwerker« erinnert an den Streik der Hafenarbeiter am 25. Februar 1941 als Protest gegen Judenpogrome durch die deutschen Besatzer.  dpa

 

Kommentar

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026

St. Petersburg

Im Licht der Weißen Nächte

Die Mitternachtsdämmerung des Nordens weckt Erinnerungen an Märchen und führt unseren Autor zurück in seine Kindheit im damaligen Leningrad

von Vladimir Vertlib  18.06.2026

Schweiz

Jugendlicher plante Blutbad

Der Prozess gegen einen Schüler, der einen Juden in Zürich töten wollte, beginnt am 1. Juli. Die Anklageschrift zeichnet das Bild eines sich früh radikalisierenden Jugendlichen

von Nicole Dreyfus  18.06.2026

USA

Nach antisemitischer Bewerbung: Rechtsextreme feiern Cornell-Studenten

Der 19-jährige Austin Franco wird für ein Praktikum von einem Softwareunternehmen der Brüder Gabe und Aiden Einhorn angenommen. Doch dann schreibt er, er sei »nicht daran interessiert, für einen Juden zu arbeiten«

 18.06.2026

Belarus

Antisemitische Ausfälle aus Minsk

Ein Interview des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko belastet das bilaterale Verhältnis mit Israel

von Alexander Friedman  17.06.2026

Bonn/Berlin

»Habt keine Angst«: Zeitzeuge Marian Turski vor 100 Jahren geboren

Er gehörte zu den bekanntesten Schoa-Überlebenden. Seine Worte ermutigen viele Menschen auch über seinen Tod im Jahr 2025 hinaus. Zum 100. Geburtstag blickt ein Freund Turskis auf die Zukunft des Erinnerns

 16.06.2026

Interview

»Mir wurde immer wieder vorgeworfen, ich sei zu proisraelisch«

Der Schweizer Politiker und Ständerat Daniel Jositsch über die wahren Gründe für seinen Austritt aus der SP, postkoloniale Irrwege und den Antisemitismus innerhalb der Linken

von Nicole Dreyfus  16.06.2026

Albanien

Flamingos gegen Kushner

In Tirana wächst der Widerstand gegen einen Inselverkauf. Präsident Edi Rama wirft den Demonstranten Antisemitismus vor. Zu Recht?

von Adelheid Wölfl  16.06.2026

Großbritannien

Einstufung von Palestine Action als Terrorgruppe ist rechtens

Ein Berufungsgericht in London hat der Regierung von Premier Keir Starmer Recht gegeben und das Verbot der militant antiisraelischen Gruppierung bestätigt

 15.06.2026