Spanien

Mordverdacht: Sohn von Mango-Gründer festgenommen

Isak Andic, Selfmademan, war einer der reichsten Männer Spaniens. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Im Dezember 2024 starb der spanische Unternehmer Isak Andic, Gründer des Modelabels Mango, mit 71 Jahren. Er war mit seinem Sohn Jonathan, dem ältesten seiner drei Kinder, im Monserrat-Gebirge bei Barcelona wandern und stürzte dort einen Abhang hinunter. Zunächst gingen alle von einem tragischen Unfall aus.

Doch schnell kamen Zweifel an der von Jonathan Andic geschilderten Version auf. Andic Jr. habe als Zeuge widersprüchliche Aussagen gemacht, die sich nicht mit den Erkenntnissen deckten, die die Spurensicherung am Monserrat zutage gefördert hätten, berichteten spanische Medien im Oktober 2025. Bei seinen Aussagen habe es »Ungenauigkeiten« gegeben, hieß es.

Zudem soll die Lebensgefährtin des Vaters, die Profigolferin Estefania Knuth, ausgesagt haben, die Beziehung zwischen Isaak und Jonathan Andic sei in den Wochen vor dem Unglück sehr schlecht gewesen. Andics Familie ließ hingegen mitteilen, man sei fest davon überzeugt, dass Jonathan keine Schuld am Tod seines Vaters treffe, werde aber mit den Ermittlungsbehörden kooperieren und hoffe auf einen schnellen Abschluss des Verfahrens.

Am Dienstagmorgen kam nun die Meldung, dass Jonathan Andic in seinem Wohnhaus von der katalanischen Polizei festgenommen wurde, um ihn der Ermittlungsrichterin vorzuführen. Ob er in Untersuchungshaft genommen werden soll, ist noch unklar.

Streit um den Nachlass

Isak Andic wurde 1953 in Istanbul geboren. Er stammte aus einer jüdischen Familie, die 1969 nach Spanien auswanderte. Als Selfmade-Unternehmer brachte er es zu einem geschätzten Vermögen von rund drei Milliarden Euro. Anfang der 80er-Jahre begann Andic gemeinsam mit seinem Bruder Nahman mit dem Verkauf von handbestickten »Made in Turkey«-T-Shirts und Holzschuhen auf den Straßenmärkten von Barcelona.

Später eröffnete er am vornehmen Paseo de Gracia in Barcelona sowie in der Hauptstadt Madrid mehrere Modegeschäfte, zunächst unter dem Namen »Isak Jeans«. Kurze Zeit später benannte er das Geschäft in »Mango« um und begab sich auf einen stetigen Expansionskurs. Heute betreibt der Konzern mehr als 2700 Läden in 120 Ländern und beschäftigt rund 15.000 Mitarbeiter weltweit.

Bis zu seinem Tod führte Isak Andic die Geschäfte über eine Holdinggesellschaft, an der auch seine drei Kinder Jonathan, Judith und Sarah beteiligt waren. Sie sind laut Nachlass seine Haupterben. Auch Estefania Knuth wurde im Testament bedacht. Medienberichten zufolge soll sie aber unzufrieden mit ihrem Anteil sein.

Isak Andic war Mitglied der jüdischen Gemeinde Barcelonas. Er ist auf dem Friedhof Les Corts beigesetzt. mth

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