Bosnien-Herzegowina

Jüdischer Protest gegen rechtsextrexmen Sänger Thompson

Marko Perkovic alias Thomspon, hier mit Spielern der kroatischen Handball-Nationalmannschaft Foto: picture alliance / PIXSELL

Bei einem Konzert des umstrittenen kroatischen Sängers Marko Perkovic in Bosnien-Herzegowina ist es nach kroatischen Medienberichten vom Montag erneut zu rechtsextremen Bekundungen gekommen. Jüdische Vertreter und Israels Botschafterin verurteilten den Vorfall, der sich am Wochenende in der südwestbosnischen Stadt Siroki Brijeg zugetragen haben soll. Der Sänger mit dem Bühnennamen »Thompson« provoziert regelmäßig durch nationalistische Lieder mit teils faschismusverherrlichenden Inhalten.

Israels Botschafterin in Bosnien-Herzegowina, Galit Peleg, sprach von »schockierenden Szenen«. Sie verbreitete am Sonntagabend in digitalen Medien ein Foto von Konzertbesuchern, die mit erhobenem rechten Arm vor einer Bühne stehen. »Solche hasserfüllten Darstellungen müssen unterbunden werden«, schrieb die Diplomatin mit Sitz im albanischen Tirana. Die Behörden in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo sollten »diesen Vorfall entschieden aufklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.«

Vladimir Andrle, Vorsitzender der jüdischen Gemeinschaft vor Ort, erklärte: »Das Böse zu relativieren stärkt nicht die Identität. Es zerstört Gesellschaften und beleidigt das Andenken der Opfer.«

Eröffnung mit Faschisten-Gruß

Der als rechtsextrem geltende Popstar Perkovic sorgt regelmäßig auch außerhalb der Balkanhalbinsel für Medienberichte. Im vergangenen Sommer versammelte er hunderttausende Fans in der kroatischen Hauptstadt Zagreb versammelt - eine in Kroatien bis dahin unerreichte Zuschauerzahl. Sein jüngstes Konzert eröffnete er erneut mit dem Gruß des früheren Faschistenregimes Ustascha: »Za dom spremni« (»Für die Heimat bereit«), vergleichbar etwa mit dem Hitlergruß.

Österreich

Bericht: Wien wird zur Anlaufstelle für deutsche Juden

Wien als sicherer Hafen für Juden? Immer mehr jüdische Familien zieht es dem Vernehmen nach aus Deutschland in die österreichische Hauptstadt. Antisemitismus nimmt aber auch hier zu

 20.09.2026

Weimar

Gedenkstätte Buchenwald bittet um Spenden für Kyryl Romantschenko

Die Familie Romantschenko ist der Gedenkstätte Buchenwald seit Jahrzehnten eng verbunden. Nun benötigt der 18-jährige Kyryl Romantschenko Unterstützung

 19.09.2026

Ranking

Das sind die 50 einflussreichsten Juden weltweit

von Michael Thaidigsmann  19.09.2026

Großbritannien

Burnham will Beschränkungen für katholische und jüdische Premiers abschaffen

Die Regierung in London legt einen Gesetzentwurf zur Aufhebung religiöser Beschränkungen vor, die aus dem 19. Jahrhundert stammen

 18.09.2026

Synagoge in Mailand (Archiv)

Mailand

»Niemand wird mich hier erniedrigen«

Nach antisemitischer Attacke durch arabische Männer: Jetzt spricht der angegriffene Rabbiner

 17.09.2026 Aktualisiert

Nachruf

Peter Max: Der Künstler hinter den bunten Bildern der Hippie-Ära

Peter Max Finkelstein ist tot. Er wurde in Berlin geboren. Seine Familie und er flohen vor den Nazis nach Shanghai und kamen später über Israel nach Amerika.

 17.09.2026

München

Rabbiner: Plan gegen islamistischen Terror ist Vorbild für Europa

Mit einem Zehn-Punkte-Plan sollen in Deutschland Radikalisierung und islamistischer Terror bekämpft werden. Zustimmung kommt von Rabbinern, die über die Landesgrenzen hinaus denken

von Leticia Witte  17.09.2026

Hilfe in Zeiten des Krieges

Wie geht es Juden in der umkämpften Ukraine und im angrenzenden Rumänien? Unser Autor begleitete eine ZWST-Delegation auf ihrer Reise nach Czernowitz und Suceava

von Michael Thaidigsmann  17.09.2026

Der jüdische Kardinal

Den einen zu jüdisch, den anderen zu katholisch: Heute vor 100 Jahren wurde Aron Jean-Marie Lustiger geboren

von Andrea Krogmann  16.09.2026