Schweiz

Jüdischer Mann in Zürich mit Fäusten attackiert

Alltag in Zürich: Orthodox gekleidete Juden im Stadtteil Wiedikon, wo sihc der jüngste Vorfall ereignete.
Alltag in Zürich: Orthodox gekleidete Juden im Stadtteil Wiedikon, wo sich der jüngste Vorfall ereignete. Foto: picture alliance/KEYSTONE

Kurz nach 20 Uhr ereignete sich am Montagabend in Zürich ein antisemitisch motivierter Gewaltvorfall. Ein als jüdisch-orthodox erkennbarer junger Mann wurde im Stadtteil Wiedikon von einem Mann körperlich angegriffen. Die Tat ereignete sich laut aktuellem Erkenntnisstand unvermittelt an der Manessestraße. Der Täter schlug mit Fäusten auf das Opfer ein und ließ erst von ihm ab, als Passanten den Angreifer überwältigt hatten. Diese hielten ihn bis zum Eintreffen der Polizei am Boden fest.

Wie die Zürcher Stadtpolizei auf Anfrage bestätigt hat, habe sich der Angreifer wiederholt beleidigend und antisemitisch, auch in Anwesenheit der Polizisten, geäußert. Ob es dabei auch zu Morddrohungen gegenüber dem 26-jährigen Mann gekommen sei, sei vorerst Gegenstand der Ermittlungen, wie Judith Hödl, Mediensprecherin der Stadtpolizei Zürich sagt. Auch über das Motiv des Angreifers könne vorerst nichts gesagt werden.

Keine Zufallstat

Beim Täter soll es sich jedoch um einen 40-jährigen Kosovaren ohne festen Wohnsitz in der Schweiz handeln, das geht aus der Medienmitteilung der Stadtpolizei Zürich hervor. Der Täter konnte noch vor Ort festgenommen werden und wurde der Zürcher Staatsanwaltschaft überführt.

Laut dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund erlitt das Opfer Schürfwunden am Körper und am Hals und steht entsprechend unter Schock. Der Angriff sei keine Zufallstat gewesen, sondern habe sich gezielt gegen einen jüdischen Menschen gerichtet, heißt es von Seiten des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds (SIG). SIG-Generalsekretär Jonathan Kreutner zeigt sich hinsichtlich dieses jüngsten Gewaltakts besorgt: »Wenn Menschen im öffentlichen Raum angegriffen werden, nur weil sie als jüdisch erkennbar sind, ist das ein alarmierendes Signal. Antisemitische Gewalt ist heute in der Schweiz kein Randphänomen, sondern eine konkrete Gefahr«, so Kreutner.

Starker Anstieg antisemitischer Attacken

Der Vorfall vom Montagabend reiht sich damit in eine Serie von antisemitischen Übergriffen ein, deren Zahl in jüngster Vergangenheit stark angestiegen ist. Seit dem Terrorangriff der Hamas auf die israelische Zivilbevölkerung am 7. Oktober 2023 und dem daraus resultierenden Krieg in Gaza haben antisemitische Vorfälle auch in der Schweiz zugenommen, sowohl in Form eines linken Israel-bezogenen Antisemitismus als auch als islamistisch motivierte Judenfeindlichkeit.

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Ein trauriger Höhepunkt dieser Gewalt-Serie erfolgte im März 2024, als ein orthodoxer jüdischer Mann auf dem Weg von der Synagoge nach Hause auf der Straße von einem Angreifer mit einem Messer attackiert und lebensbedrohlich verletzt wurde. Das Opfer musste danach hospitalisiert werden. Laut mehreren Zeugenaussagen soll der Angreifer damals »Tod allen Juden« und »Allahu Akbar« gerufen haben.

Auch der jüngste Vorfall macht deutlich, dass sich Antisemitismus in der Schweiz auf einem erhöhten Niveau bewegt. »Jüdisches Leben muss sich frei und sicher entfalten können – ohne Angst vor Anfeindungen oder Übergriffen«, so SIG-Generalsekretär Kreutner. ja

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