Mailand

Jüdischer Eishockey-Star Jack Hughes schießt USA zu historischem Olympia-Gold

Jack Hughes feiert sein Gewinner-Tor in Mailand. Foto: picture alliance / Kyodo

Mit einem dramatischen Treffer in der Verlängerung hat der jüdische US-Eishockeyspieler Jack Hughes sein Team bei den Olympischen Winterspielen in Mailand zum Gold geführt und damit Sportgeschichte geschrieben. Der 22-Jährige erzielte den entscheidenden Treffer gegen Kanada und beendete damit eine 46-jährige Durststrecke der amerikanischen Männer-Auswahl, die zuletzt 1980 Olympiagold gewonnen hatte.

Hughes traf 1:41 Minuten nach Beginn der Overtime-Phase und ließ Kanadas Torwart Jordan Binnington mit einem technisch anspruchsvollen Abschluss keine Chance. Nach dem Spiel zeigte sich der Stürmer emotional und patriotisch: »Das hier ist alles für unser Land. Ich liebe die USA. Ich liebe meine Teamkollegen.« Sein Bruder Quinn Hughes, ebenfalls Teil des Teams, nannte ihn einen »echten Kämpfer« und einen »amerikanischen Helden«.

Der Triumph ist auch aus jüdischer Perspektive bemerkenswert. Hughes, der eine Barmizwa hatte, stammt aus einer der bekanntesten Eishockeyfamilien der USA. Seine Mutter Ellen Weinberg-Hughes spielte für die US-Frauen-Nationalmannschaft und wurde später Trainerin des Olympiateams. Die drei Hughes-Brüder gelten als eine Art jüdische Eishockey-Dynastie. Jack war zudem der erste jüdische Spieler, der im NHL-Draft an erster Stelle ausgewählt wurde.

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Neben Jack Hughes gehörten mit seinem Bruder Quinn sowie Torwart Jeremy Swayman zwei weitere jüdische Spieler zum US-Kader. Der Erfolg löste in jüdischen Gemeinden und sozialen Netzwerken Begeisterung aus. Ein Nutzer sprach vom »größten jüdischen Sportmoment aller Zeiten«. Der Leiter der Anti-Defamation League, Jonathan Greenblatt, schrieb: »Jack macht Geschichte als stolzer Vertreter der amerikanisch-jüdischen Gemeinschaft. Masel tov, Jack!«

Besonders bemerkenswert ist eine Episode aus der Nacht vor dem Finale: Hughes soll seinem Bruder erzählt haben, er habe davon geträumt, das entscheidende Tor zu erzielen. Wenige Stunden später wurde diese Vision Realität. Nach dem Sieg betonte er erneut seinen Stolz auf sein Team und sein Land: »Wir sind so stolz, Amerikaner zu sein. Das war alles für unser Land.«

Mit seinem »Golden Goal« reiht sich Hughes in eine Reihe ikonischer Momente des US-Eishockeys ein und schreibt zugleich ein neues Kapitel jüdischer Sportgeschichte. im

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