New York

Juden am meisten von Hassverbrechen betroffen

Orthodoxe Juden bei einer Pessach-Feier in New York im April Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Jüdische Einwohner von New York City sind weiterhin besonders häufig Ziel von Hasskriminalität. Nach aktuellen Zahlen der Polizei entfielen im April rund 59 Prozent aller gemeldeten und bestätigten Fälle auf antisemitische Taten. Das Jewish News Syndicate (JNS) berichtete.

Konkret registrierte das New York Police Department (NYPD) 30 bestätigte antisemitische Vorfälle bei insgesamt 50 nachgewiesenen Hassverbrechen. Fälle mit anti-muslimischem Hintergrund wurden im selben Zeitraum nicht bestätigt. Bei den gemeldeten Delikten ergibt sich ein ähnliches Bild: Juden waren Ziel von 38 der insgesamt 65 im April gemeldeten Hassverbrechen.

Der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani hatte in der Vergangenheit wiederholt vor wachsender Islamfeindlichkeit gewarnt. Kritiker werfen ihm vor, antisemitische Vorfälle nicht im gleichen Maße zu betonen.

Lesen Sie auch

Die New Yorker Polizeichefin Jessica Tisch verwies unterdessen auf insgesamt sinkende Kriminalitätszahlen. »Erneut sind die Rückgänge bei der Kriminalität in allen fünf Bezirken ein direktes Ergebnis unserer gezielten Polizeistrategie«, erklärte sie. Dazu gehörten Maßnahmen gegen illegale Waffen, eine verstärkte Präsenz von Beamten in belasteten Gebieten sowie das Vorgehen gegen gewalttätige Banden.

Nach Angaben der Polizei wurden in den ersten vier Monaten des Jahres so wenige Morde registriert wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Auch im April sei mit 19 Fällen ein neuer Tiefstwert erreicht worden.

Trotz dieser Entwicklung bleibt die hohe Zahl antisemitischer Vorfälle ein zentrales Problem für die Sicherheitslage in New York. im

Eva Erben

»Oft weiß man gar nicht, wie viel Kraft in einem steckt«

Die 95-jährige Holocaustüberlebende war aus Israel nach Prag gekommen, um bei der Verlegung der »Stolpersteine« für ihre in der Schoa ermordeten Eltern dabei zu sein

von Michael Thaidigsmann  26.06.2026

Kommentar

250 Gründe, die USA zu lieben

Am 4. Juli 1776 wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Eine etwas andere Liebeserklärung

von Imanuel Marcus  26.06.2026

Frankreich

Gesinnung von der Stange

Antisemitismus und eine feindliche Haltung gegenüber Israel stehen in der Modewelt hoch im Kurs. Längst gehören sie zum ideologischen Accessoire so mancher Marke

von Ute Cohen  25.06.2026

Kolumbien

Knapper Wahlsieg, dramatischer Kurswechsel?

Der knapp zum kolumbianischen Präsidenten gewählte Abelardo de la Espriella will die Beziehungen zu Israel kitten - doch de la Espriella ist wie sein Vorgänger Gustavo Petro sehr umstritten

von Michael Thaidigsmann  24.06.2026

Nachruf

Erfinder des »Greenspeak«

Alan Greenspan prägte als Chef der US-Notenbank eine 19 Jahre währende Boom-Phase der Börsen und Konjunkturen

von Philip Fabian  23.06.2026

Nachruf

Clive Davis: Der Mann, der den Sound ganzer Generationen prägte, ist tot

Der jüdische Musikmanager entdeckte und förderte Bands und Künstler wie Earth, Wind & Fire, Chicago, Santana, Whitney Houston, Barry Manilow und Barbra Streisand

 23.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  22.06.2026

Kommentar

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026

St. Petersburg

Im Licht der Weißen Nächte

Die Mitternachtsdämmerung des Nordens weckt Erinnerungen an Märchen und führt unseren Autor zurück in seine Kindheit im damaligen Leningrad

von Vladimir Vertlib  18.06.2026