Meinung

Francesca Albaneses Horrorshow

UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese bei einer Veranstaltung im Juni in Spanien Foto: picture alliance / Anadolu

Francesca Albanese geht auf Tour. Gleich dreimal ist sie nächste Woche auf Veranstaltungen in der Schweiz zu Gast. In Bern, Genf und Zürich wird die »Sonderbeauftragte des UN-Menschenrechtsrates für die besetzten palästinensischen Gebiete« in den kommenden Tagen an Podien teilnehmen, um über die Lage in Gaza zu sprechen.

Ihr Auftritt in der Schweiz ist in vielerlei Hinsicht äußerst problematisch, ihre Person höchst umstritten. Sie bezeichnet sich in ihrer UN-Funktion als Menschenrechtsanwältin, und entlarvte sich in jüngster Vergangenheit mit ihren antisemitischen und terrorverherrlichenden Aussagen als das pure Gegenteil. In feindlicher Rhetorik ist sie genauso begnadet wie im Äußern hasserfüllter Sprache, wenn es darum geht, Israel zu kritisieren. Das ist weitaus mehr als legitime Israelkritik, womit sich Albanese und ihre Befürworter brüsten.

Es ist heuchlerisch von Israelkritik zu sprechen, wenn sie mit antisemitischen Stereotypen, deren Verbreitung sie gezielt öffentlich einsetzt, um sich wirft und damit auch antisemitische Handlungen systematisch leugnet. So erklärte sie nach dem 7. Oktober 2023 auf einer Veranstaltung der Harvard University, dass die Hamas, wenn sie von der Tötung von Juden (»Yahudis«) spreche, nicht wirklich Juden meine, und verharmloste die Gräueltaten der Hamas mehrmals.

Im August 2024 bezeichnete Albanese Gaza als »das größte und beschämendste Konzentrationslager des 21. Jahrhundert«. Vergleiche der israelischen Politik mit derjenigen der Nationalsozialisten sind ein Paradebeispiel für Antisemitismus. Allein im Jahr 2024 wurde Francesca Albanese mehrfach von den Vereinigten Staaten, Frankreich und Deutschland wegen der Verbreitung von Antisemitismus verurteilt.

Mehrmals hat sie die Terrorangriffe vom 7. Oktober 2023 gegen Israel als legitimen Widerstand bezeichnet.

Zudem verglich die gebürtige Italienerin den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu mit Adolf Hitler, was zwei US-Botschaftern im Juli letzten Jahres der Vereinten Nationen veranlasste, Albanese wegen Antisemitismus anzuzeigen. Das alles hindert sie nicht, weiterzumachen geschweige denn von ihrem israelfeindlichen Kurs abzukommen. Mehrmals hatte sie auch öffentlich die Terrorangriffe vom 7. Oktober 2023 im Speziellen und Terrorismus gegen Israel im Allgemeinen als legitimen Widerstand bezeichnet.

Zudem beschuldigte Albanese die Juden, für ihr eigenes Leid verantwortlich zu sein. Sie verhöhnte die Aussage des französischen Präsidenten Macron, die Gräueltaten der Hamas vom 7. Oktober seien das größte antisemitische Massaker des Jahrhunderts gewesen. Stattdessen behauptete sie, die Opfer seien »nicht wegen ihres Judentums getötet worden«, sondern »als Reaktion auf die Unterdrückung durch Israel«. Mit anderen Worten: Israel ist selbst schuld am 7. Oktober.

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Nun reist Albanese in die Schweiz, um ihre Verschwörungstheorien in den Hörsälen zu verbreiten. Zwei der drei Veranstaltungen sind von Amnesty International organisiert, sie finden an der Universität Bern und einem Veranstaltungsaal in Genf statt, hinter der dritten in Zürich steht die Organisation »Palestine Solidarity Switzerland«.

Dass nun ausgerechnet die Universität Bern, die unmittelbar nach dem 7. Oktober 2023 einen ihrer Dozenten entließ, weil er den Angriff der Hamas auf Israel als »Geschenk« bezeichnet hatte, Albanese eine Plattform gibt, ist fragwürdig. Auch Amnesty International (AI) verliert damit den letzten Funken Glaubwürdigkeit.

dreyfus@juedische-allgemeine.de

Anmerkung der Redaktion: Die für den 30. Juni angesetzte Veranstaltung in Bern wurde in der Zwischenzeit abgesagt. Die Universität Bern hat ihre Bewilligung für die Nutzung ihrer Räumlichkeiten für eine Veranstaltung von Amnesty International zurückgezogen, weil die »Ausgewogenheit der Veranstaltung nicht gewährleistet sein würde«, wie aus einer aktuellen Medienmitteilung der Universität hervorgeht. Die Universität Bern habe sich auf die Aussagen von Amnesty International bezüglich der geplanten Diskussionsteilnehmenden verlassen, dass es sich »um unabhängige und besonnene Stimmen handle, und keine eigene Recherche durchgeführt, was sich als Versäumnis herausgestellt hat«, wie die Universität schreibt.

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