Amsterdam

Explosion an jüdischer Schule

Die jüdische Schule in Amsterdam Foto: picture alliance / REUTERS

An einer jüdischen Schule in Amsterdam ist es in der Nacht zu einer Explosion gekommen. Polizei, Staatsanwaltschaft und Bürgermeisterin Femke Halsema sprachen von einem gezielten Angriff auf die jüdische Gemeinde, den sie sehr ernst nehmen. Gefahndet werde nach einer auf Bildern der Videoüberwachung zu sehenden Person, die den Sprengsatz platziert und gezündet hat. Verletzt wurde niemand, es entstand geringer Sachschaden. Weitere Hintergründe waren noch nicht bekannt.

»Dies ist ein feiger Akt der Aggression gegen die jüdische Gemeinde. Ich verstehe die Angst und Wut der jüdischen Amsterdamer«, sagte die Bürgermeisterin. »Sie sind immer häufiger mit Antisemitismus konfrontiert und das ist inakzeptabel. Eine Schule muss ein Ort sein, an dem Kinder sicher unterrichtet werden können. Amsterdam muss ein Ort sein, an dem Juden sicher leben können.«Ministerpräsident warnt vor Antisemitismus 

Nach den Anschlägen auf Synagogen in Rotterdam am Vortag und im belgischen Lüttich Anfang der Woche sei die Sicherheit bereits erhöht worden.

»Das ist schrecklich. In den Niederlanden darf es keinen Platz für Antisemitismus geben«, reagierte der niederländische Regierungschef Rob Jetten. »Ich verstehe die Wut und die Angst und werde mich umgehend mit der jüdischen Gemeinschaft in Verbindung setzen. Sie müssen sich in unserem Land stets sicher fühlen können.«

Die jüdischen Schulen und Einrichtungen in Amsterdam würden permanent bewacht, teilte die Stadt mit. Nach den Anschlägen auf Synagogen in Rotterdam am Vortag und im belgischen Lüttich Anfang der Woche sei die Sicherheit bereits erhöht worden, und neben spezifischen Maßnahmen gebe es eine permanente und verstärkte Überwachung. Dadurch habe die Polizei sofort eingreifen können.

In Rotterdam hatte die Polizei am Freitag nach dem Brandanschlag auf eine Synagoge, bei dem ebenfalls geringer Sachschaden entstand, vier Verdächtige im Alter von 17 bis 19 Jahren festgenommen. Sie hielten sich zu dem Zeitpunkt an einer weiteren Synagoge auf. Ob auch dort ein Brandanschlag geplant war, ist unbekannt. dpa

Synagoge in Mailand (Archiv)

Mailand

»Niemand wird mich hier erniedrigen«

Nach antisemitischer Attacke: Jetzt spricht der angegriffene Rabbiner

 17.09.2026 Aktualisiert

Nachruf

Peter Max: Der Künstler hinter den bunten Bildern der Hippie-Ära

Peter Max Finkelstein ist tot. Er wurde in Berlin geboren. Seine Familie und er flohen vor den Nazis nach Shanghai und kamen später über Israel nach Amerika.

 17.09.2026

Ukraine

Hilfe in Zeiten des Krieges

Wie geht es Juden in dem umkämpften Land und im angrenzenden Rumänien? Unser Autor begleitete eine ZWST-Delegation auf ihrer Reise nach Czernowitz und Suceava

von Michael Thaidigsmann  17.09.2026

Der jüdische Kardinal

Den einen zu jüdisch, den anderen zu katholisch: Heute vor 100 Jahren wurde Aron Jean-Marie Lustiger geboren

von Andrea Krogmann  16.09.2026

Judenhass

»Während er mir in den Kopf schneidet, sagt er: ›Die Juden erschießen Kinder‹«

Eine neue Dokumentation enthüllt ein erschreckendes Ausmaß an Antisemitismus im britischen Gesundheitssystem

 16.09.2026

Großbritannien

Burnham will Beschränkungen für katholische und jüdische Premiers abschaffen

Die Regierung in London legt einen Gesetzentwurf zur Aufhebung religiöser Beschränkungen vor, die aus dem 19. Jahrhundert stammen

 16.09.2026

Paris

Französische Rock-Ikone Catherine Ringer gestorben

Sie war die berühmte Stimme des legendären Duos Rita Mitsouko. Mit Hits wie »Marcia Baïla« wurde Catherine Ringer zur Ikone des französischen Rocks. Nun ist sie im Alter von 68 Jahren gestorben

 16.09.2026

USA

Das süße Licht von Zusha

Seit 13 Jahren machen Shlomo Gaisin und Zack Goldschmiedt charedische Popmusik – mit Riesenerfolg

von Sophie Albers Ben Chamo  13.09.2026

Kino

Unter einem guten Stern

Jüdische Themen sind im französischen Kino immer wieder sehr gut aufgehoben. Auch »Nur ein kleines bisschen Glück« trifft mit Leichtigkeit mitten ins Herz

 11.09.2026