München/Budapest

Europäische Rabbiner gratulieren Magyar zum Wahlsieg in Ungarn

Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt, Präsident der Europäischen Rabbinerkonferenz Foto: picture alliance/dpa

Die Konferenz der Europäischen Rabbiner (CER) hat dem bisherigen ungarischen Oppositionsführer Péter Magyar zu seinem Sieg bei der Parlamentswahl gratuliert.

»Ich gratuliere Péter Magyar herzlich zu seinem Wahlsieg«, erklärte CER-Präsident Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt. »Das ungarische Volk hat eine klare Entscheidung für Demokratie, für Erneuerung und für ein zukunftsorientiertes Ungarn getroffen. Die Demokratie ist da – und sie ist zurück.«

Goldschmidt wertete das Wahlergebnis auch als wichtiges Zeichen für andere Länder Europas. Die Abstimmung zeige, dass sich Bürger nicht dauerhaft von autoritären Entwicklungen leiten ließen. »Jene Kräfte, die auf Spaltung und Machtpolitik gesetzt haben, haben eine klare Niederlage erlitten«, erklärte der CER-Präsident weiter.

Bereitschaft zur Zusammenarbeit

Zugleich wünschte er Magyar »Kraft, Weisheit und viel Erfolg« für die anstehenden Aufgaben. Vorrang habe nun, Ungarn wieder zu einem konstruktiven und verlässlichen Partner in Europa zu machen und zur Einheit innerhalb der Europäischen Union beizutragen.

Lesen Sie auch

Die Konferenz der Europäischen Rabbiner kündigte zudem an, mit der künftigen Regierung zusammenarbeiten zu wollen. Man freue sich auf eine enge Kooperation zur Förderung jüdischen Lebens, der Religionsfreiheit und einer gemeinsamen europäischen Zukunft, hieß es.

Die CER wurde 1956 gegründet und vertritt nach eigenen Angaben rund 1000 Mitglieder sowie etwa 800 aktive Rabbiner in ganz Europa. Ihr Hauptsitz befindet sich heute in München.

Bei der Parlamentswahl hatte Magyars konservativ-bürgerliche Tisza-Partei nach vorläufigen Angaben 138 der 199 Sitze im Parlament und damit eine Zweidrittelmehrheit errungen. Die bisher regierende Fidesz-Partei von Viktor Orban kam auf 55 Mandate, die rechtsextreme Partei Mi Hazank auf sieben Sitze. Orban räumte seine Niederlage ein und gratulierte Magyar telefonisch. im

Frankreich

Gesinnung von der Stange

Antisemitismus und eine feindliche Haltung gegenüber Israel stehen in der Modewelt hoch im Kurs. Längst gehören sie zum ideologischen Accessoire so mancher Marke

von Ute Cohen  25.06.2026

Kolumbien

Knapper Wahlsieg, dramatischer Kurswechsel?

Der knapp zum kolumbianischen Präsidenten gewählte Abelardo de la Espriella will die Beziehungen zu Israel kitten - doch de la Espriella ist wie sein Vorgänger Gustavo Petro sehr umstritten

von Michael Thaidigsmann  24.06.2026

Nachruf

Erfinder des »Greenspeak«

Alan Greenspan prägte als Chef der US-Notenbank eine 19 Jahre währende Boom-Phase der Börsen und Konjunkturen

von Philip Fabian  23.06.2026

Nachruf

Clive Davis: Der Mann, der den Sound ganzer Generationen prägte, ist tot

Der jüdische Musikmanager entdeckte und förderte Bands und Künstler wie Earth, Wind & Fire, Chicago, Santana, Whitney Houston, Barry Manilow und Barbra Streisand

 23.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  22.06.2026

Kommentar

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026

St. Petersburg

Im Licht der Weißen Nächte

Die Mitternachtsdämmerung des Nordens weckt Erinnerungen an Märchen und führt unseren Autor zurück in seine Kindheit im damaligen Leningrad

von Vladimir Vertlib  18.06.2026

Schweiz

Jugendlicher plante Blutbad

Der Prozess gegen einen Schüler, der einen Juden in Zürich töten wollte, beginnt am 1. Juli. Die Anklageschrift zeichnet das Bild eines sich früh radikalisierenden Jugendlichen

von Nicole Dreyfus  18.06.2026

USA

Nach antisemitischer Bewerbung: Rechtsextreme feiern Cornell-Studenten

Der 19-jährige Austin Franco wird für ein Praktikum von einem Softwareunternehmen der Brüder Gabe und Aiden Einhorn angenommen. Doch dann schreibt er, er sei »nicht daran interessiert, für einen Juden zu arbeiten«

 18.06.2026