Frankreich

Ermittlungen nach Hitlergruß vor Rabbiner in Lyon

Eine gesicherte Verbindung zwischen der Gedenkveranstaltung für einen rechten Aktivisten und dem Vorfall mit dem Rabbiner könne jedoch bislang nicht hergestellt werden, hieß es. Foto: picture alliance / SIPA

Nach einem mutmaßlichen Hitlergruß gegenüber einem Rabbiner in Lyon haben die Behörden der französischen Stadt Strafermittlungen aufgenommen. Wie die Verwaltung des Departements Rhône am Sonntag mitteilte, ereignete sich der Vorfall am Samstagabend in der Innenstadt.

Dem Rabbiner, der mit mehreren Kindern auf dem Weg zur Synagoge war, stellte sich demnach ein Mann in den Weg, zeigte den Hitlergruß und rief »Free Palestine«. Der jüdische Geistliche stellte daraufhin einen Strafantrag.

Parallel nahmen am Wochenende rund 3.200 Menschen an einem Gedenkmarsch für den getöteten rechten Aktivisten Quentin Deranque teil. Der 23-Jährige war vergangene Woche nach einer Prügelei zwischen mutmaßlichen Rechts- und Linksextremisten in Lyon getötet worden. An der Demonstration nahmen nach offiziellen Angaben auch zahlreiche Rechtsextremisten aus anderen europäischen Ländern teil.

Nach entsprechenden Videos auf Sozialen Medien kündigte die Verwaltung zwar an, Hitlergrüße sowie rassistische und homophobe Äußerungen strafrechtlich verfolgen zu wollen. Eine gesicherte Verbindung zwischen der Gedenkveranstaltung und dem Vorfall mit dem Rabbiner könne jedoch bislang nicht hergestellt werden, hieß es.

Die Präfektin des Departements Rhône, Fabienne Buccio, sprach den Angaben zufolge bereits mit dem Oberrabbiner von Lyon, Daniel Dahan, und sagte diesem die Unterstützung der Behörden zu.

Großbritannien

London ehrt Stefan Zweig

84 Jahre nach seinem Tod wird der berühmte österreichische Schriftsteller Stefan Zweig in London geehrt. Dorthin war er 1936 vor den Nazis geflohen

 02.07.2026

Kommentar

250 Gründe, die USA zu lieben

Am 4. Juli 1776 wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Eine etwas andere Liebeserklärung

von Imanuel Marcus  02.07.2026

Schweiz

Zürcher Attentäter schweigt vor Gericht

Der 17-jährige Angeklagte, der am 2. März 2024 in Zürich einen orthodoxen jüdischen Mann fast tötete, verweigert vor Gericht jede Aussage. Ihm droht wegen mehrfachen versuchten Mordes die höchstmögliche Jugendstrafe von einem Jahr Freiheitsentzug.

von Nicole Dreyfus  02.07.2026

USA

Es war einmal ein »Reich der Güte«

Vor 250 Jahren wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Aus jüdischer Perspektive war die Entstehung der Neuen Welt auch der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte

von Paul Bentin  02.07.2026

Großbritannien

Oberrabbiner Mirvis fordert, den Ruf »Tod der IDF« unter Strafe zu stellen

Oberrabbiner Mirvis hat die Politik seines Landes zu einem schärferen juristischen Vorgehen gegen anti-israelische und antisemitische Hassrede aufgefordert

 01.07.2026

Proteste gegen Kushner-Projekt

Ein Land sieht pink: Albaniens Flamingo-Revolution ist nicht zu stoppen

Flamingos überall - und kein Ende in Sicht: EU-Beitrittskandidat Albanien ist fest im Griff einer Protestwelle. Fällt die Regierung unter der pinken Revolution?

von Markus Schönherr  30.06.2026

Österreich

Rabbiner Yaron Nisenholz wird Wiens neuer Oberrabbiner

Nach einem internationalem Auswahlverfahren übernimmt Rabbiner Yaron Nisenholz die religiöse Führung der IKG Wien

von Nicole Dreyfus  29.06.2026

Venezuela

Jüdische Gemeinde beklagt drei Tote, mehr als 100 Obdachlose

Das Erdbeben in Venezuela hat auch für die rund 5000 Mitglieder zählende jüdische Gemeinschaft des Landes schwere Folgen

 29.06.2026

Eva Erben

»Oft weiß man gar nicht, wie viel Kraft in einem steckt«

Die 95-jährige Holocaustüberlebende war aus Israel nach Prag gekommen, um bei der Verlegung der »Stolpersteine« für ihre in der Schoa ermordeten Eltern dabei zu sein

von Michael Thaidigsmann  26.06.2026