Amsterdam

Ein jüdischer Aprilscherz

Foto: Liberaal Joodse Gemeente Amsterdam

Die Liberale Jüdische Gemeinde Amsterdam (LJG) hat spezielle Kippot bestellt, die im Kampf gegen das Coronavirus auch als Mundschutz verwendet werden können. Dies berichtete die niederländische Tageszeitung »Het Parool«.

»Die Mundkippa ist sowohl für erwachsene Männer als auch für kleine Kinder gemacht, aber für die Dauer des Coronavirus haben wir beschlossen, dass sie in der Synagoge auch Frauen verwenden können«, schrieb die Gemeindeverwaltung in einer E-Mail an die rund 1000 Mitglieder.

mundkippa »Sie können die Mundkippa sowohl an Mund als auch an Nase binden, um sich vor Ansteckung zu schützen – Sie können das Keppel aber auch auf den Kopf legen und unter dem Kinn zusammenbinden.«

Die Kippot seien bei 40 Grad waschbar, träfen jedoch erst am 9. März ein, da man sie in China bestellt habe. Mitglieder erhielten die Mundkeppel kostenlos, Nichtmitglieder müssten 2,50 Euro pro Stück bezahlen. Allerdings dürfe jede Familie höchstens zehn mitnehmen.

Anfragen ergaben, dass es sich um einen Witz zu Purim handelt, eine Art jüdischen Aprilscherz.  ja

Großbritannien

Universität Bath sagt Seminar mit Hochschule in Gaza ab

Eine Dozentin hatte britische Studenten aufgefordert, palästinensische Darstellungen des Nahostkonflikts nicht infrage zu stellen. Die Universität entschuldigte sich für die Vorgaben.

von Nicole Dreyfus  15.10.2026

Statistik

Zahl antisemitischer Vorfälle in Österreich bleibt auf hohem Niveau

Der Ausnahmezustand sei zum Alltag geworden, beklagt eine Antisemitismus-Meldestelle in Österreich. Im ersten Halbjahr 2026 wurden erneut Hunderte einschlägige Fälle gezählt

 15.10.2026

»The Social Reckoning«

Empörungsköder

Der Whistleblower-Thriller zeigt die neue Weltordnung à la Facebook – und was Menschen nicht dagegen tun

von Sophie Albers Ben Chamo  15.10.2026

New York

Magische Juden

Handleser, Geisterbeschwörer, Wahrsager und Wunderheiler: Eine neue Ausstellung beleuchtet die Lust am Okkulten

von Eva C. Schweitzer  15.10.2026

Irland

Ausgerechnet eine Antisemitismuskonferenz fällt dem Judenhass zum Opfer

In Dublin fand eine Tagung von Antisemitismusbeauftragten und jüdischen Vertretern statt. Ein Hotel verweigerte die Unterbringung. Für Irlands Gemeindevorsitzenden zeigt das, wie Antisemitismus sich immer wieder neu manifestiert

von Maurice Cohen  14.10.2026

USA

Süß und gut zu werfen

»Sunkist Fruit Gems« gehören in vielen Gemeinden zum Feiern. Ihr angekündigtes Aus sorgte für Aufregung – nun kommen sie zurück

von Sophie Albers Ben Chamo  13.10.2026

»Imanuels Interpreten« (26)

Paul Simon: Der Brückenbauer

Seit den 60er Jahren schreibt und spielt der New Yorker Künstler Musik, deren Texte durchweg stark sind. Mehrere Generationen haben zugehört. Heute wird das jüdische Talent 85 Jahre alt

von Imanuel Marcus  13.10.2026

Katharina von Schnurbein

»Ich habe das Gefühl, den richtigen Weg gegangen zu sein«

Die EU-Antisemitismusbeauftragte Katharina von Schnurbein wechselt von Brüssel nach Berlin. Sie folgt dort Felix Klein nach. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  14.10.2026 Aktualisiert

Porträt

Geboren in Auschwitz

Angela Orosz-Richt kam im Dezember 1944 in einer Baracke des deutschen Vernichtungslagers zur Welt. Im Januar wird sie bei der Gedenkstunde im Deutschen Bundestag sprechen. Unserem Autor hat sie ihr bewegtes Leben geschildert

von Michael Thaidigsmann  09.10.2026