Berlin

Ehrung von Holocaust-Überlebenden

Im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau wurden mehr als eine Million Juden ermordet. Foto: imago images/ZUMA Wire

Holocaust-Überlebende aus 17 Ländern werden an diesem Donnerstagabend geehrt. Das Thema der jährlichen virtuellen »International Holocaust Survivors Night« laute »Resilienz«, erklärte die jüdische Claims Conference am Mittwoch in Berlin. Daran seien auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) sowie die Präsidentin des internationalen Auschwitz-Komitees, Eva Umlauf, mit Grußworten beteiligt. Jedes Jahr endet die Veranstaltung mit einer offiziellen Menora-Zeremonie an der Kotel, der Westmauer des früheren Tempelareals in der Altstadt von Jerusalem.

Die Veranstaltung sei vor dem Anschlag auf die Chanukka-Feier im australischen Sydney weitgehend aufgezeichnet worden, hieß es weiter. Chanukka erinnere daran, dass Licht die Dunkelheit überwinden kann, »doch leider erleben wir weiterhin, dass die Dunkelheit des Antisemitismus fortbesteht«, so die Claims Conference. Jüdinnen und Juden müssten sich versammeln und feiern können, ohne Angst haben zu müssen.

Erinnerungsbotschaften

Seit 2017 ehrt die »Survivors Night« Überlebende der Schoah für ihre Lebensleistung und ihren Beitrag zur Weltgemeinschaft. Die prominenten Grußworte in diesem Jahr umfassten Botschaften von Barbra Streisand, Billy Crystal, Jamie Lee Curtis, Debra Messing, Mayim Bialik und vielen weiteren Schauspielern. Die Veranstaltung werde außerdem dem jüngst unter tragischen Umständen ums Leben gekommenen Regisseurs Rob Reiner gewidmet. Die Veranstaltung enthält auch Erinnerungsbotschaften von Holocaust-Überlebenden aus aller Welt, darunter Herbert Rubinstein aus Deutschland.

Die Claims Conference (Conference on Jewish Material Claims Against Germany, Konferenz über jüdische materielle Ansprüche gegen Deutschland) ist eine Organisation mit Büros in New York, Israel und Deutschland. Sie will Holocaust-Überlebende in aller Welt entschädigen. Die Claims Conference wurde 1951 von Vertretern 23 großer internationaler jüdischer Organisationen gegründet. Sie verhandelt über Gelder und zahlt diese an Einzelpersonen und Organisationen aus. epd

München

Oberrabbiner Goldschmidt: »Wir können nicht immer wegrennen«

Jüdisches Leben in Europa hat eine Zukunft, aber nicht von allein. Dafür braucht es nach den Worten des Oberrabbiners Pinchas Goldschmidt Partner in den Regierungen und in der Zivilgesellschaft

von Barbara Just  16.10.2026

Großbritannien

Universität Bath sagt Seminar mit Hochschule in Gaza ab

Eine Dozentin hatte britische Studenten aufgefordert, palästinensische Darstellungen des Nahostkonflikts nicht infrage zu stellen. Die Universität entschuldigte sich für die Vorgaben.

von Nicole Dreyfus  15.10.2026

Statistik

Zahl antisemitischer Vorfälle in Österreich bleibt auf hohem Niveau

Der Ausnahmezustand sei zum Alltag geworden, beklagt eine Antisemitismus-Meldestelle in Österreich. Im ersten Halbjahr 2026 wurden erneut Hunderte einschlägige Fälle gezählt

 15.10.2026

»The Social Reckoning«

Empörungsköder

Der Whistleblower-Thriller zeigt die neue Weltordnung à la Facebook – und was Menschen nicht dagegen tun

von Sophie Albers Ben Chamo  15.10.2026

New York

Magische Juden

Handleser, Geisterbeschwörer, Wahrsager und Wunderheiler: Eine neue Ausstellung beleuchtet die Lust am Okkulten

von Eva C. Schweitzer  15.10.2026

Irland

Ausgerechnet eine Antisemitismuskonferenz fällt dem Judenhass zum Opfer

In Dublin fand eine Tagung von Antisemitismusbeauftragten und jüdischen Vertretern statt. Ein Hotel verweigerte die Unterbringung. Für Irlands Gemeindevorsitzenden zeigt das, wie Antisemitismus sich immer wieder neu manifestiert

von Maurice Cohen  14.10.2026

USA

Süß und gut zu werfen

»Sunkist Fruit Gems« gehören in vielen Gemeinden zum Feiern. Ihr angekündigtes Aus sorgte für Aufregung – nun kommen sie zurück

von Sophie Albers Ben Chamo  13.10.2026

»Imanuels Interpreten« (26)

Paul Simon: Der Brückenbauer

Seit den 60er Jahren schreibt und spielt der New Yorker Künstler Musik, deren Texte durchweg stark sind. Mehrere Generationen haben zugehört. Heute wird das jüdische Talent 85 Jahre alt

von Imanuel Marcus  13.10.2026

Katharina von Schnurbein

»Ich habe das Gefühl, den richtigen Weg gegangen zu sein«

Die EU-Antisemitismusbeauftragte Katharina von Schnurbein wechselt von Brüssel nach Berlin. Sie folgt dort Felix Klein nach. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  14.10.2026 Aktualisiert