USA

Der reichste Mann der Welt – für einen Tag

Larry Ellison gilt als ein Mentor von Elon Musk. Foto: picture alliance / Sipa USA

Erst lag er vorn, nun werden sie beide als Nummer eins gelistet: Neben Tesla-Chef Elon Musk gilt der Tech-Milliardär Larry Ellison als reichster Mensch der Welt, nachdem der Wert der Aktien seines Konzerns »Oracle« am 10. September binnen eines Tages um 100 Milliarden Dollar in die Höhe geschossen war. Um rund 40 Prozent.

Ellison war in den 80er-Jahren Mitbegründer des Softwarekonzerns gewesen, der nun in Zusammenarbeit mit ChatGPT im großen Stil in Künstliche Intelligenz investieren will. Für einen Tag lag Ellison mit einem Vermögen von 393 Milliarden Dollar acht Milliarden vor Musk. Derzeit weist die Nachrichtenagentur Bloomberg Ellison als reichsten Mann der Welt aus, während das Wirtschaftsmagazin »Forbes« weiterhin Musk auf Platz eins sieht.

Einen Wettbewerb gibt es zwischen den beiden nicht, sie sind seit langer Zeit befreundet, und der 81-jährige Ellison war ein Mentor von Musk. Ihm gehört unter anderem die hawaiianische Insel Lanai, auf der einst Bill und Melinda Gates geheiratet haben. Ellison hat bereits sechs Mal Ja gesagt und hat zwei Kinder. Er unterstützt Donald Trump und investiert in das Stargate-Projekt der US-Regierung. 2010 hatte die israelische Zeitung »Jerusalem Post« Ellison auf die Liste der »50 reichsten Juden der Welt« gesetzt.

Onkel und Tante adoptierten ihn als Baby

Er kam in der Bronx zur Welt. Seine Mutter Florence Spellman war 19 Jahre alt und unverheiratet, sein italienischstämmiger Vater als Pilot der Air Force häufig abwesend. Onkel und Tante adoptierten den Jungen, als er mit neun Monaten an einer Lungenentzündung erkrankte. Die engste Beziehung seines Lebens sei die zu seiner Stiefmutter gewesen, sagte Ellison einmal. Mit 13 verweigerte er seine Barmizwa, er sei nicht religiös genug, erklärte er später sein Verhalten. An der Universität zählte er zu den besten Studenten. Er ging nach Berkeley und wurde in den 70er-Jahren Computerprogrammierer. Zunächst spezialisierte er sich auf die Entwicklung von Datenbanken, dann auf Internettechnologien. Er gehörte zu den frühesten Schöpfern der Tech-Welt des Silicon Valley. 1977 gründete er in Santa Clara die Firma Software Development Laboratories, die von der CIA den Auftrag erhielt, ein Datenbankprogramm mit dem Codenamen Oracle zu entwickeln. Es war die Keimzelle des Mega-Softwarekonzerns Oracle, dessen CEO Ellison die folgenden 37 Jahre bleiben sollte. Neben Oracle investierte Ellison in Start-ups, darunter Imagene AI, Tesla und das Biotech-Unternehmen Theranos, dessen Gründerin Elisabeth Holmes allerdings derzeit wegen Anlagebetrugs im Gefängnis sitzt.

Ellison hat den Ruf eines rücksichtslosen Geschäftsmanns, der sich gern mit teuren Dingen umgibt, darunter Jachten und Privatflugzeuge. Er liebt das Segeln und unterstützt verschiedene Wassersport-Klubs in den USA. 1994 wäre er bei einem Surfunfall beinahe ums Leben gekommen. Danach legte er fest, dass nach seinem Ableben 95 Prozent seines Vermögens an gemeinnützige Einrichtungen gehen sollen, die die Weiterentwicklung sauberer, klimaschonender Energie fördern, sowie an die Oxford University in Großbritannien, an der er Mitgründer eines technologischen Forschungslabors ist.

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Ellison hält die Künstliche Intelligenz (KI) für die wichtigste Erfindung der Menschheit. Der Investor glaubt an die Ankunft einer Superintelligenz und an die bevorstehende Singularität einer KI, die ab einem unvorhersehbaren Moment die kognitiven Fähigkeiten des Menschen übertreffen werde. Ellison prophezeit, dass das menschliche Leben in der Zukunft in einem KI-gesteuerten Überwachungsstaat stattfinden werde. Daran führe kein Weg mehr vorbei, so der Geschäftsmann.

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