Australien

Der Held von Sydney will wieder arbeiten

Laut eines exklusiven Berichts der britischen »Daily Mail« will Ahmed Al-Ahmed, der im vergangenen Dezember als Held von Sydney berühmt wurde, sein altes Leben wieder aufnehmen. Der 43-Jährige hatte während des Massakers am Bondi Beach, als zwei islamistische Terroristen ein Chanukka-Feier überfielen, 15 Menschen ermordeten und 43 schwer verletzten, einen der Angreifer entwaffnet und war kurz darauf selbst angeschossen worden. Das Video seiner mutigen Tat ging viral.

Al-Ahmeds Geschäft, ein Zigaretten- und Geschenke-Laden im Süden Sydneys, in dem er laut Nachbarn jeden Tag gearbeitet hat, war seit dem Massaker geschlossen geblieben. In den Tagen nach dem Terroranschlag wurden dort Blumen und Karten für ihn abgelegt.

Gefühl im Arm verloren

Obwohl schwer verletzt und fürs Leben gezeichnet, wolle er sein Geschäft nun wieder öffnen, so der Bericht. Unter Einheimischen habe die Neuigkeit für Freude gesorgt: »Es wird großartig sein, ihn wieder zu haben«, zitiert die »Daily Mail« einen Kunden. »Er ist ein großartiger Kerl und jetzt auch ein Held. Wir haben ihn vermisst.«

Al-Ahmed, der aus Syrien stammt, erlitt schwere Verletzungen an Schulter und Hand und musste mehrfach operiert werden. Immer wieder habe die Gefahr bestanden, dass er seinen linken Arm verlieren könnte, weil durch die Schusswunden Nerven zu stark verletzt wurden. Fast zwei Monate nach dem Massaker habe nun ein Test bestätigt, dass Al-Ahmed das Gefühl im Arm verloren habe.

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»Die Ärzte schickten immer wieder Elektroschocks durch, aber ich fühlte nichts«, zitiert ihn die Zeitung. »Dieser Moment war schmerzhaft, aber er hat mich nicht gebrochen. Ich erinnere mich an den Tag, als ich Leben gerettet und etwas bewirkt habe. Wenn ich diese Kraft einmal hatte, werde ich sie wiederfinden«, so der zweifache Familienvater. Er glaube weiter an die Heilung: »Diese Phase ist hart, aber sie ist vorübergehend. Heilung braucht Zeit, und ich bin bereit, dafür zu kämpfen.«

Dass Al-Ahmed bescheiden geblieben ist und seine Kunden nicht vergessen hat, ist um so überraschender, als dass eine Spendenkampagne nach seiner heldenhaften Tat am 14. Dezember ihm und seiner Familie umgerechnet gut eine Million Euro gesammelt. ja

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