Jackson

Brandanschlag auf Synagoge in Mississippi

Die Synagoge der Gemeinde »Beth Israel« wurde bei dem Brand schwer beschädigt. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Ein Brandanschlag hat die Synagoge der Gemeinde »Beth Israel« in Jackson im US-Bundesstaat Mississippi schwer beschädigt. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen und wegen Brandstiftung angeklagt. Neben der Stadtpolizei ermittelten auch Bundesbehörden, darunter das FBI und die Behörde für Alkohol, Tabak, Schusswaffen und Sprengstoffe.

Das FBI gab am Montag bekannt, dass der Verdächtige ein Geständnis abgelegt und antisemitische Motive eingeräumt habe.

Der 19-jährige Stephen Spencer Pittman habe gestanden, das Gebäude »aufgrund seiner jüdischen Bedeutung« in Brand gesteckt zu haben, so das FBI. Während eines Verhörs bezeichnete Pittman das Gebäude als »Synagoge Satans«.

Das Feuer wurde in den frühen Morgenstunden am Samstag (Ortszeit) bemerkt und kurz nach 3 Uhr gemeldet. Besonders schwer betroffen ist die Bibliothek der Synagoge, in der der Brand gelegt wurde. »Der gesamte Inhalt der Bibliothek ist zerstört. Es gibt dort praktisch nichts, was noch gerettet werden kann«, sagte der Leiter der Brandermittlungen der Feuerwehr von Jackson, Charles Felton. Andere Gebäudeteile seien vor allem durch Rauch und Ruß beschädigt worden.

Der Präsident der Gemeinde, Zach Shemper, zeigte sich erschüttert. »Verrückte Dinge passieren überall auf der Welt, und nichts fühlt sich wirklich real an, bis es direkt einen selbst trifft«, sagte er. »Wenn es einen selbst trifft, ist es einfach schwer. Ehrlich gesagt versuche ich noch immer, das alles zu begreifen.« Zugleich betonte er die Resilienz der rund 150 Familien umfassenden Gemeinde.

Torarollen zerstört

Nach Angaben der Gemeinde wurden durch das Feuer zwei Torarollen vollständig zerstört, fünf weitere beschädigt. Eine besonders wertvolle Tora, die den Holocaust überstanden hatte, blieb unversehrt, da sie in einer Vitrine geschützt war. Ebenfalls zerstört wurde eine Gedenktafel, die an wichtige Lebensereignisse von Gemeindemitgliedern erinnerte. Neben der Bibliothek erlitten auch Verwaltungsräume und der Eingangsbereich erhebliche Schäden.

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Überwachungsvideos zeigten einen Mann mit Kapuze und Maske, der eine Flüssigkeit aus einem Kanister im Inneren der Synagoge verteilt. Ermittler kamen dem Verdächtigen auf die Spur, nachdem ein örtliches Krankenhaus Hinweise gemeldet hatte. »Es gab einen Verdächtigen, der möglicherweise Verbrennungen hatte und sich in einem Krankenhaus befand«, sagte Felton. Dort habe man ihn befragt, und er habe eine Beteiligung an dem Feuer eingeräumt.

Die Gemeinde »Beth Israel« ist die einzige jüdische Gemeinde in Jackson und wurde bereits 1860 gegründet. Ihre Geschichte ist eng mit dem Kampf gegen Rassismus verbunden. 1967, auf dem Höhepunkt der Bürgerrechtsbewegung, wurde die Synagoge von Mitgliedern des Ku-Klux-Klan bombardiert, ebenso das Haus des damaligen Rabbiners, der sich öffentlich gegen Rassentrennung ausgesprochen hatte. In beiden Fällen kam niemand zu Schaden.

Unterstützung zugesichert

Der Bürgermeister von Jackson, John Horhn, sicherte der jüdischen Gemeinde Unterstützung zu. »Antisemitismus, Rassismus und religiöser Hass sind Angriffe auf Jackson als Ganzes und werden als Terrorakte gegen die Sicherheit unserer Bürger und die Freiheit der Religionsausübung behandelt«, erklärte er.

Trotz der Zerstörung blickt die Gemeinde nach vorn. »Mit der Unterstützung unserer Gemeinschaft werden wir wiederaufbauen«, erklärte Shemper. »Die Beth-Israel-Gemeinde ist seit über 160 Jahren das jüdische spirituelle Zuhause in Jackson. Wir sind erschüttert, aber bereit, neu zu beginnen.« Mehrere christliche Gemeinden haben bereits angeboten, ihre Räume vorübergehend für Gottesdienste zur Verfügung zu stellen. im

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