Michigan

Anschlag auf Synagoge: »Gezielter Gewaltakt gegen die jüdische Gemeinschaft«

Die Polizei und Sanitäter am Tatort, der Synagoge »Temple Israel« in West Bloomfield Township (Michigan) Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Nach einem Angriff auf eine Synagoge im US-Bundesstaat Michigan ermitteln amerikanische Behörden wegen eines antisemitisch motivierten Gewaltverbrechens. Das FBI erklärte, der Vorfall werde als »gezielter Gewaltakt gegen die jüdische Gemeinschaft« untersucht. Amerikanische Medien berichteten.

Der Angriff ereignete sich in der Gemeinde West Bloomfield nördlich von Detroit. Ziel war die Synagoge »Temple Israel«, eine der größten progressiven Reformgemeinden in den Vereinigten Staaten.

Nach Angaben der Polizei steuerte der Verdächtige ein Fahrzeug durch die Eingangstüren der Synagoge. Der Wagen habe sich laut Sheriff Michael Bouchard »gezielt durch den Flur des Gebäudes bewegt«. Dabei wurde ein Sicherheitsmitarbeiter von dem Fahrzeug erfasst und verletzt.

Kinder und Personal unverletzt

Weitere Wachleute eröffneten daraufhin das Feuer auf den Angreifer. Der Verdächtige wurde getötet. Ob er ebenfalls geschossen hatte, war zunächst unklar. In Medienberichten hieß es, er habe möglicherweise ein Gewehr bei sich gehabt.

Der Wagen geriet nach dem Eindringen in das Gebäude in Brand. Über dem Synagogenkomplex war zeitweise Rauch zu sehen, während zahlreiche Polizeifahrzeuge und Rettungskräfte zum Einsatzort eilten.

In der Synagoge befindet sich auch ein Kindergarten. Die Kinder sowie das gesamte Personal konnten nach Angaben der Gemeinde in Sicherheit gebracht werden. In einer Stellungnahme teilte die Einrichtung mit: »Alle 140 Schüler unseres Early Childhood Center, unsere großartigen Mitarbeiter, unsere mutigen Lehrer und unsere heldenhaften Sicherheitskräfte sind alle erfasst und in Sicherheit.«

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Einsatzkräfte im Krankenhaus

Die Gemeinde erklärte außerdem, der bewaffnete Angreifer sei von den Sicherheitskräften gestellt worden: »Temple Israel war das Opfer eines terroristischen Schützen, der von unserem Sicherheitspersonal konfrontiert und neutralisiert wurde.«

Der Angreifer war nach Angaben der Ermittlungsbehörden ein 41-jähriger Mann namens Ayman Mohammed Ghazali, der im Libanon geboren wurde. Er kam demnach im Jahr 2011 in die USA und erhielt 2016 die amerikanische Staatsbürgerschaft. Mehrere seiner Verwandten sollen im Krieg zwischen der Terrororganisation Hisbollah und Israel getötet worden sein.

Während der Löscharbeiten und der Sicherung des Gebäudes wurden mehrere Polizisten verletzt. Nach Angaben des Sheriffs mussten rund 30 Einsatzkräfte wegen Rauchvergiftungen medizinisch behandelt werden.

Die Behörden durchsuchten das Gelände zudem nach möglichen Sprengsätzen. Für Anwohner galt zeitweise die Aufforderung, ihre Häuser nicht zu verlassen, bis die Polizei das Gebiet vollständig überprüft hatte.

Reaktionen aus Washington

US-Präsident Donald Trump äußerte sich kurz zu dem Vorfall. Er bezeichnete die Tat als »eine schreckliche Sache« und kündigte an: »Wir werden der Sache auf den Grund gehen.«

In mehreren Metropolen, darunter New York City und Los Angeles, verstärkte die Polizei nach dem Anschlag den Schutz von Synagogen, jüdischen Schulen und kulturellen Einrichtungen.

Vertreter jüdischer Organisationen erklärten, viele Gemeinden in den USA seien bereits seit einiger Zeit besonders wachsam. Oren Segal von der Anti-Defamation League sagte, die Sicherheitsmaßnahmen seien bereits vor dem Vorfall verstärkt worden.

»Das ist nichts, was erst heute begonnen hat«, sagte er und verwies auf die zunehmende Zahl antisemitischer Vorfälle seit Beginn des Kriegs zwischen den USA, Israel und Iran. im

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