Frankreich

43 Jahre nach Anschlag auf jüdisches Lokal: Verdächtiger Palästinenser ausgeliefert

9. August 1982: Notärzte am Tatort im »Chez Jo Goldenberg« in Paris Foto: picture alliance / dpa

Mehr als 43 Jahre nach einem Terroranschlag auf ein jüdisches Restaurant in Paris ist einer der drei Hauptverdächtigen aus den Palästinensergebieten nach Frankreich ausgeliefert worden. Der 72-jährige Mahmoud Khader Abed Adra, auch als Hicham Harb bekannt, wird nun einem Untersuchungsrichter vorgeführt.

Am 9. August 1982 überfiel ein Terrorkommando das jüdische Restaurant »Chez Jo Goldenberg« in der Rue des Rosiers im Pariser Marais-Viertel. Nachdem die Terroristen eine Handgranate durchs Fenster geworfen hatten, feuerten sie in dem mit rund 50 Gästen besetzten Speisesaal mit Maschinenpistolen um sich. Anschließend schossen sie in der belebten Rue des Rosiers im jüdischen Viertel der französischen Hauptstadt auf zahlreiche Passanten und entkamen durch Seitenstraßen.

Gedenktafel am einstigen TatortFoto: picture alliance / abaca

Bei dem Anschlag kamen sechs Menschen ums Leben, 22 weitere wurden verletzt. Die Tat wurde später der palästinensischen Gruppe Abu Nidal zugeschrieben. Der Anschlag erschütterte die jüdische Gemeinschaft in Paris schwer.

Macron dankt palästinensischen Behörden

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron dankte den palästinensischen Behörden für die Auslieferung des Verdächtigen. Mehr als 43 Jahre nach dem Anschlag sei dies ein entscheidender Schritt, damit Gerechtigkeit walten und ein Prozess gegen die verschiedenen Verdächtigen bald geführt werden könne.

Auch in der Rue des Rosiers wurden mehrere Menschen angeschossenFoto: picture alliance / AP Images

Gegen den nun Ausgelieferten lag nach französischen Medienberichten auch ein deutscher Haftbefehl im Zusammenhang mit einem Anschlag auf den Frankfurter Flughafen 1985 vor. Unter anderem stand er demnach auch wegen eines Anschlags auf eine Synagoge in Rom 1982 im Visier der Ermittler.

Das Goldenberg mit seinem Apfelstrudel war lange Zeit ein Symbol für die jüdische Kultur in Paris. Nach dem Anschlag gab es zwischenzeitlich Überlegungen, aus dem Restaurant eine Gedenkstätte zu machen. dpa/ja

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