Auf rund 2325 Metern Höhe konnten am Sonntag drei jüdische Großfamilien in steilem Gelände gerettet werden. Wie die Tiroler Polizei am Montag mitteilte, mussten die Rettungskräfte insgesamt 36 Personen aus hochalpinem Gelände bergen. Bei den Geretteten handelte es sich um drei orthodoxe Familien mit insgesamt 36 Personen aus Großbritannien, Belgien und den USA. Unter ihnen waren zahlreiche Kinder, darunter auch Kleinkinder und zwei Babys.
Die drei Familien seien kurzfristig von der Bergstation der Wildspitzbahn bei Sölden zu einer Wanderung in nordöstlicher Richtung aufgebrochen. Für den Rückweg ins Tal wollten sie keinen weiteren Transport nehmen, sondern zu Fuß absteigen. Gegen 17.15 Uhr geriet die Gruppe dann im Bereich Sonnberg im Ortsteil Vent in Schwierigkeiten. Zehn bis 15 Personen haben sich in der Nähe der Bergbahn offenbar verirrt.
Auf unwegsamen Gelände
Wie der Einsatzleiter nach der Bergung gegenüber der österreichischen »Kronenzeitung« sagte, habe ihm die Frau, die den Notruf ausgelöst hatte, ihm am Telefon mitgeteilt, »dass alle Personen sicher seien, aber feststeckten«. Nach dem Notruf meldete die Leitstelle Tirol weitere Personen in dem Gebiet, die sich im Absturzgelände befanden. Auch von einem Verletzten war die Rede. Die Einsatzkräfte leiteten daraufhin einen größeren Rettungseinsatz ein. Die Bergrettung Sölden rückte mit zwei Hubschraubern aus.
Nach Angaben der Alpinpolizei kamen die Wanderer mehrfach in unwegsames Gelände. Teilweise verließen sie auch den markierten Wanderweg. Erst nach und nach konnten die Einsatzkräfte die Wanderer aus dem schwer zugänglichen Gelände bergen und in Sicherheit bringen.
Ohne korrekte Ausrüstung
Besonders anspruchsvoll war die Rettung zweier kleiner Kinder. Die beiden konnten nicht über den Weg aus dem Gelände geführt werden. Die Flugretter sicherten sie deshalb mit einem Seil und flogen sie direkt aus der Steilwand aus. Insgesamt wurden 14 Menschen mit den Hubschraubern evakuiert. Die übrigen 22 wurden von den Einsatzkräften zu Fuß ins Tal begleitet.
Verletzt wurde niemand. Nach Angaben der Polizei war die Ausrüstung der Gruppe jedoch »gleich null« gewesen. Auch die Bergrettung kritisierte die Voraussetzungen, unter denen die Tour begonnen worden war. »Die geglückte Rettung stand Spitz auf Knopf«, wie Einsatzkräfte der »Krone« geschildert haben.