Eineinhalb Wochen nach Beginn des Iran-Krieges ist Außenminister Johann Wadephul zu einem Solidaritätsbesuch nach Israel gereist. In Jerusalem kam der CDU-Politiker zu Gesprächen mit seinem Amtskollegen Gideon Saar zusammen. Der Besuch war aus Sicherheitsgründen bis zu dem Treffen geheim gehalten worden.
Wadephul ist der erste europäische Außenminister, der das Land seit Kriegsbeginn am 28. Februar besucht. Israel und die USA hatten den Iran am 28. Februar angegriffen. Israel fühlt sich durch das iranische Raketen- und Atomprogramm in seiner Existenz bedroht. Auch die USA verweisen auf die Bedrohung durch die iranische Führung.
Wegen der erhöhten Gefährdungslage angesichts der andauernden iranischen Angriffe und der libanesischen Hisbollah-Miliz mit Raketen und Drohnen auf Israel reiste der Minister nicht wie sonst üblich mit einem Airbus der Flugbereitschaft der Bundeswehr an, sondern mit einem Militär-Transportflugzeug der Bundeswehr vom Typ A400M.
Wadephul besichtigt Zerstörung durch iranische Raketen
Zu Beginn seines Besuches in Israel informierte sich Wadephul in der Stadt Beit Schemesch westlich von Jerusalem über Zerstörungen durch einen verheerenden iranischen Raketenangriff. Dabei wurde er von Saar begleitet.
Bei dem Raketeneinschlag in der Stadt in der Nähe der Bahnstrecke von Tel Aviv nach Jerusalem wurden am 1. März neun Menschen getötet und rund 50 weitere verletzt. Der Angriff gilt als der mit der höchsten Opferzahl in Israel seit Beginn des Iran-Krieges. In Israel gab es bislang 13 Tote im Zuge der Raketenangriffe.
In Beit Schemesch berichtete eine Frau mit dem Vornamen Smadar über den Angriff mit einer ballistischen Rakete, bei dem ihr Wohnhaus zerstört und ein Schutzraum voll getroffen worden war. Die Frau konnte ihre Kinder retten, ihr Ehemann kam bei dem Angriff ums Leben. Eindrücklich schilderte sie die Momente der Attacke: »Alles ist auf uns heruntergefallen. Es war dunkel, wir hatten keine Luft, um zu atmen.« Bei dem Angriff sei nicht nur ihr Haus zerstört worden, sondern alle Erinnerungen mit ihm, sagte die Frau unter Tränen. »Alles ist weg, die Erinnerungen, die Bilder, alles ist verbrannt.«
In Israel kamen im Zuge der aktuellen Raketenangriffe vor allem aus dem Iran insgesamt bislang 13 Menschen ums Leben. Das israelische Gesundheitsministerium meldete zudem mehr als 2.300 Personen, die in Krankenhäusern behandelt worden seien. Berichten zufolge sind darunter neben durch Raketenangriffe Verletzten auch viele Menschen, die sich auf dem Weg in Schutzräume verletzt haben. Zudem werden auch Personen gezählt, die wegen Angstzuständen, ausgelöst durch die Angriffe, behandelt wurden. dpa