Studie

Wachsen vegetarisch oder vegan ernährte Babys und Kleinkinder langsamer?

Foto: picture alliance / Zoonar

Eine umfassende israelische Langzeitstudie stellt gängige Annahmen über die Ernährung von Säuglingen infrage. Demnach wachsen Babys aus vegetarischen und veganen Haushalten in den ersten beiden Lebensjahren nahezu gleich wie Kinder, die in Familien mit Fleischkonsum aufwachsen. Die Forscher betonen, dass eine pflanzenbasierte Ernährung bei richtiger Planung die körperliche Entwicklung nicht beeinträchtigt. Auch die »Times of Israel« berichtete.

Für die Untersuchung werteten Wissenschaftler der Ben-Gurion-Universität und des israelischen Gesundheitsministeriums Daten von rund 1,2 Millionen Kindern aus, die zwischen 2014 und 2023 erfasst wurden. Berücksichtigt wurden unter anderem Gewicht, Körpergröße und Kopfumfang. Die Daten stammen aus landesweiten Vorsorgeuntersuchungen, die in Israel fast flächendeckend genutzt werden.

Die Forscher verglichen Kinder aus drei Gruppen: omnivoren, vegetarischen und veganen Haushalten. Dabei zeigte sich, dass Babys aus veganen Familien in den meisten Messwerten nahezu identisch mit ihren Altersgenossen aus Familien mit Mischkost lagen. Zwar waren sie in den ersten Wochen etwas häufiger untergewichtig, doch dieser Unterschied verschwand im Laufe der Zeit und war mit zwei Jahren nicht mehr statistisch relevant. Auch Wachstumsverzögerungen traten insgesamt selten auf und unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen.

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Die Studienautoren führen das anfängliche Gewichtsunterschiede teilweise auf das geringere Körpergewicht vegan lebender Mütter zurück. Entscheidend sei eine gut geplante Ernährung, idealerweise begleitet durch Ernährungsberatung während Schwangerschaft und Stillzeit.

Eine der Forscherinnen erklärte, die Ergebnisse seien in wohlhabenden Ländern »sehr beruhigend«. Sie betonte: »Die Daten zeigen, dass pflanzenbasierte Ernährung bei Säuglingen die grundlegende körperliche Entwicklung nicht beeinträchtigt.« Der verbreitete Glaube, Kinder müssten Fleisch essen, um gesund zu wachsen, sei ein Mythos.

Auch in Bezug auf Eisenversorgung sehen die Wissenschaftler keine grundsätzlichen Nachteile pflanzlicher Kost. Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und Tofu enthielten viel Eisen, das bei ausgewogener Ernährung den Bedarf decken könne. »Ein Baby muss kein Fleisch essen, um zu wachsen«, sagte die Forscherin. Wichtiger sei, dass Kinder mit frischen, wenig verarbeiteten Lebensmitteln ernährt würden – und nicht mit stark verarbeiteten Ersatzprodukten oder Junkfood. im

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