Zwei Tage vor der Parlamentswahl in Israel hat US-Präsident Donald Trump seine Unterstützung für Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bekräftigt. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social rief er die israelischen Wähler dazu auf, für den Likud-Vorsitzenden zu stimmen. Zugleich stellte Trump einen Zusammenhang zwischen dem Wahlausgang und der amerikanisch-israelischen Zusammenarbeit im Konflikt mit Iran her.
»Wenn ihr zur Wahl geht, denkt bitte daran, dass Bibi [Netanjahu] ein herausragender Kriegsministerpräsident gewesen ist!«, schrieb Trump am Sonntagabend. Er verwies auf das enge Verhältnis zwischen beiden Politikern und erklärte, sie hätten gemeinsam Erfolge erzielt. Dabei bezog er sich auf die amerikanischen Militäroperationen »Midnight Hammer« und »Epic Fury«.
Seinen Appell an die israelischen Wähler verband Trump mit einer klaren Aufforderung: »Stimmt für Bibi Netanjahu als Ministerpräsidenten. Wir müssen die Arbeit zu Ende bringen, die wir begonnen haben!«
Ungewöhnliches Vorgehen
Die erneute öffentliche Rückendeckung erfolgte, nachdem Netanjahu und ihm nahestehende Personen im Umfeld des US-Präsidenten ihre Bemühungen um weitere Unterstützung aus Washington offenbar verstärkt hatten. Nach Informationen der »Jerusalem Post« bestätigten zwei amerikanische Quellen, dass auf Trump eingewirkt worden sei, sich erneut zugunsten des israelischen Regierungschefs zu äußern.
Die Gesprächspartner der Zeitung beschrieben Netanjahus Vorgehen als ungewöhnlich und deuteten es als Zeichen wachsender politischer Nervosität. »Wir haben Netanjahu noch nie so erlebt. Er zeigt Anzeichen politischer Verzweiflung«, sagten sie.
Auch das Nachrichtenportal »Axios« hatte über die Bemühungen berichtet. Demnach telefonierten Trump und Netanjahu innerhalb von drei Tagen zweimal miteinander. Der israelische Ministerpräsident soll dabei sogar Formulierungen für weitere öffentliche Unterstützungsbekundungen vorgeschlagen haben. Einer mit den Vorgängen vertrauten israelischen Quelle zufolge regte Netanjahu außerdem an, Trump solle mit israelischen Journalisten sprechen, um seine Unterstützung zu erneuern.
»Falsche« Kandidaten
Trump beließ es nicht bei der Wahlempfehlung. Er bezweifelte, dass die Zusammenarbeit mit Israel unter einem anderen Ministerpräsidenten in gleicher Weise fortgesetzt werden könne. Sollte Israel den falschen Regierungschef wählen, werde sich Washington möglicherweise gezwungen sehen, die begonnene Arbeit allein zu erledigen, schrieb der US-Präsident.
»Wenn Israel den falschen Regierungschef hat, also irgendjemanden außer Bibi, wird Amerika diese Aufgabe selbst übernehmen müssen, und dazu bin ich nicht geneigt«, erklärte Trump. Seine Äußerung bezog sich auf die Konfrontation mit Iran.
US-Präsident Donald Trump bricht mit seiner Unterstützung für Netanjahu mit der ungeschriebenen Regel der Diplomatie, dass Staatschefs sich nicht in Wahlkämpfe anderer Länder einmischen. im