Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bereitet nach eigenen Angaben das Land auf mögliche internationale Bankensanktionen vor und zieht dafür den Einsatz von Kryptowährungen in Betracht. Netanjahu sagte am Freitag dem israelischen Sender Channel 10, er habe einen entsprechenden Plan in Auftrag gegeben. Israel müsse sich auf ein Wirtschaftssystem vorbereiten, in dem Finanztransaktionen am klassischen Bankensystem vorbeigeleitet würden. Als eine Option nannte er die Blockchain-Technologie.
Israel gerät zunehmend unter Druck. Mehrere Staaten verhängten Sanktionen gegen israelische Siedler, Organisationen und einzelne Regierungsmitglieder. Außerdem beschlossen sie Maßnahmen gegen den Handel mit israelischen Siedlungen. Vollständige Beschränkungen gegen das israelische Bankensystem wurden bislang allerdings nicht verhängt.
In einer Erklärung der israelischen Zentralbank hieß es, Kryptowährungen dürften nicht als Mittel zur Umgehung von Sanktionen dienen. Für die israelische Wirtschaft sei es richtig, die wirtschaftlichen Beziehungen zu den wichtigsten Handelspartnern aufrechtzuerhalten und sich darauf zu konzentrieren, Sanktionen und deren negative Auswirkungen auf die Wirtschaft zu verhindern. Dies falle in den Zuständigkeitsbereich der politischen Führung, und es sei angebracht, Maßnahmen zu ergreifen, um dies voranzutreiben. dpa/ja