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Spion, Angst, Straße

Ex-Spion Jonathan Pollard geht in die Politik. Foto: picture alliance / AP Photo

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Spion, Angst, Straße

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  26.08.2026 17:00 Uhr

Spion
Jonathan Pollard, ein Nachrichtendienstanalyst der U.S. Navy, der wegen Spionage für Israel 30 Jahre in den USA im Gefängnis saß, ist für Israels Wahl am 27. Oktober der neuen rechtsgerichteten Partei »Israel Zuerst« von Sharren Haskel beigetreten. Pollard erklärte, er wolle beim Aufbau einer konservativen Regierung mitwirken. 2020 von Benjamin Netanjahu willkommen geheißen, ist er nun ein scharfer Kritiker des Premiers und fordert einen Regierungswechsel. Aber auch den Herausforderer Gadi Eizenkot lehnt der Ex-Spion ab. Pollard, der rechtsextreme Ansichten vertritt, befürwortet die Annexion Gazas und die allgemeine Wehrpflicht, auch für Ultraorthodoxe.

Angst
Mehr als die Hälfte der Israelis fühlt sich nach dem 7. Oktober 2023 unwohl, im Ausland ihre Nationalität offen zu nennen. Das geht aus einer Umfrage des Center for Jewish Impact hervor. Demnach haben die veränderte Sicherheitslage, zunehmender Antisemitismus und die wachsende Ablehnung Israels auch das Reiseverhalten vieler Menschen beeinflusst. 41 Prozent erklärten zudem, ihr Auftreten im Ausland seither verändert zu haben. Dazu gehören andere Reiseziele, der Verzicht auf bestimmte Aktivitäten und sogar die Absage geplanter Reisen.

Straße
Beim Bau eines neuen Busbahnhofs in Ramat Gan haben Archäologen einen bemerkenswert gut geplanten, etwa 1300 Jahre alten Komplex aus der Zeit der Umayyaden und Abbasiden entdeckt. Dieser umfasst sich kreuzende Straßen mit Geschäften, Lagerhäusern sowie Töpferöfen und diente wohl als wichtiger Handels- und Industriestandort entlang der alten Handelsroute zwischen Jaffa, Ramla und Jerusalem. Über die ethnische oder religiöse Zugehörigkeit seiner Bewohner könne man laut israelischer Altertumsbehörde kaum Aussagen machen.

Online-Handel
Der weltweit agierende Onlinehändler Amazon versucht bislang erfolglos, in Israel Fuß zu fassen. Das zeigen aktuelle Zahlen von »Shop Analytics«. Das Rennen machen die drei chinesischen Anbieter AliExpress, Temu und Shein mit rund 75 Prozent aller Online-Bestellungen im Land, während Amazon nur auf sechs Prozent kam. 2019 hatte Amazon israelische Händler zur Teilnahme am Programm »Lokale Lieferung« eingeladen. Die Idee war, Lieferanten zu ermöglichen, Produkte über Amazon anzubieten und diese innerhalb von fünf Werktagen aus dem bereits in Israel vorhandenen Lagerbestand zu liefern. Anders als in der übrigen Welt hat Amazon hier jedoch kein eigenes Logistikzentrum, und die Händler müssen Lagerhaltung und Lieferung selbst übernehmen.

App
Jonathan Rabinowitz, Gesundheitsforscher an der Bar-Ilan-Universität, hat in einer Studie, an der 2200 Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel teilnahmen, herausgefunden, dass Fahrgäste ihr Ziel zu Fuß häufig in der gleichen Zeit oder sogar schneller erreichen können. Nun hat er mit Entwicklern von »Moovit« die Idee ausgearbeitet, dass die App eine Funktion zur Nutzung von Fußwegen einführt. Sein Ziel sei es, so der Wissenschaftler, dass Forschungsergebnisse durch Kooperationen mit der Industrie in die Praxis umgesetzt werden. Moovit hat bereits reagiert.

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