Vermisst

Sanitäter aus Passion

Lior Rudaeff war 38 Jahre lang verheiratet. Foto: Sabine Brandes

Vermisst

Sanitäter aus Passion

Lior Rudaeff liebte es, anderen zu helfen

von Sabine Brandes  14.07.2025 22:26 Uhr

Lior Rudaeff, ehrenamtlicher Krankenwagenfahrer und Sanitäter, bereitete sich am frühen Morgen des 7. Oktober 2023 gerade auf einen Ausflug vor. Er wollte mit seinem Motorrad zum Ramon-Krater in den südlichen Negev fahren. Da erreichte ihn ein Hilferuf vom Rettungsdienst seines Kibbuz Nir Yitzhak. Rudaeff schloss sich sofort dem Kampf gegen die Hamas-Terroristen an, die in seiner Gemeinde eingefallen waren.

Lesen Sie auch

Später erhielt seine Familie die Mitteilung, dass er verletzt worden sei. Er schaffte es noch, eine Nachricht voller Liebe an seine Frau Yaffa und seine vier Kinder Noam, Nadav, Bar und Ben zu schicken, dann brach die Kommunikation abrupt ab. Es sollte für immer sein.

Im Mai 2024 gab der Kibbuz bekannt, dass Lior Rudaeff tot ist. Das Forum der Familien von Geiseln veröffentlichte eine separate Erklärung, in der es hieß, Rudaeff sei am 7. Oktober getötet und seine Leiche von Hamas-Terroristen in den Gazastreifen verschleppt worden.

Der 61-Jährige, der ursprünglich aus Argentinien stammte, hatte Alija gemacht und in Nir Yitzhak eine Familie und neue Heimat gefunden.

Der 61-Jährige, der ursprünglich aus Argentinien stammte, hatte Alija gemacht und in Nir Yitzhak eine Familie und neue Heimat gefunden. Er arbeitete als Mechaniker und liebte es, den jungen Leuten das Traktorfahren beizubringen. In seiner Freizeit düste er gern auf seinem Motorrad durch das ganze Land. »Er war ein wundervoller Ehemann, Vater und Großvater«, sagt seine Familie über ihn. 38 Jahre lang waren Yaffa und er verheiratet gewesen. Über 40 Jahre hinweg saß Rudaeff als Freiwilliger im Krankenwagen, war immer zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wurde.

Bei einer Kundgebung für die Befreiung der Geiseln flehte sein Sohn Nadav: »Für sie läuft die Zeit ab, für viele ist sie schon abgelaufen. Wie kann ich lächeln, wenn sie nicht hier sind?« Die Familie habe nichts mehr von ihrem »Aba« gehört. »Bringen Sie sie zurück«, forderte Nadav Rudaeff die Regierung in Jerusalem auf. Es gebe keinen Sieg ohne die Rückkehr der Geiseln. »Wir brauchen einen Deal!«, rief er. »Wir alle brauchen einen Deal, damit wir und unsere Gesellschaft endlich zur Ruhe kommen können.«

Jerusalem

Israel fordert von Großbritannien mehr Einsatz gegen Antisemitismus

Nach einem weiteren Terrorangriff auf Juden wirft Jerusalem London vor, die Lage nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Präsident Herzog: »Es ist an der Zeit, dass die Welt aufwacht.«

 30.04.2026

Washington D.C.

US-Regierung wirft PA fortgesetzte Zahlungen von Terror-Renten vor

Im vergangenen Jahr hat die Autonomiebehörde nach amerikanischen Angaben 156 Millionen Dollar (134 Millionen Euro) an Terroristen ausgezahlt

 30.04.2026

Sabine Brandes

Unsicherheitsminister Itamar Ben-Gvir

Dass ein solcher Extremist die innere Sicherheit Israels verantwortet, ist ein Offenbarungseid

 30.04.2026

Gaza

Die Hamas rüstet wieder auf

Die Terrororganisation festigt ihre Macht und nutzt die Ablenkung durch den Iran-Krieg, um sich auch militärisch neu aufzustellen

von Sabine Brandes  30.04.2026

Studie

Lebenshaltungskosten in Israel übertreffen selbst wohlhabende EU-Staaten deutlich

Das Preisniveau drückt den Lebensstandard im Land und könnte langfristig sogar Auswanderung begünstigen

 30.04.2026

Nahost

Israel zerstört größten bekannten Terror-Tunnel im Süden des Libanon

Die Explosion war in weiten Teilen der Grenzregion bis in die Golanhöhen zu hören

 30.04.2026

Glosse

Tipps und Tricks für Judenhasser

Wie wird man ein anständiger Antisemit? Eine Handreichung

von Daniel Neumann  30.04.2026

Nord-Israel

Generalstabschef: »An der Front gibt es keine Waffenruhe«

»Ihr kämpft weiter, um direkte und indirekte Bedrohungen für die nördlichen Gemeinden zu beseitigen«, sagt Eyal Zamir beteiligten Soldaten

 30.04.2026

Wahlkampf

Naftali Bennett kündigt »israelische Renaissance« an

Einer der Kernpunkte des Wahlprogramms ist die Anwerbung von rund einer Million neuer Einwanderer innerhalb eines Jahrzehnts

 30.04.2026