Jerusalem

Sa’ar will Anerkennung des Armenier-Genozids

Außenminister Gideon Sa’ar Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

Israels Außenminister Gideon Sa’ar will eine offizielle Anerkennung des Völkermords an den Armeniern durch Israel vorantreiben. Eine entsprechende Resolution soll zunächst im Kabinett eingebracht und anschließend der Knesset zur Abstimmung vorgelegt werden. Israelische Publikationen wie die »Jerusalem Post« berichteten.

Sa’ar erklärte am Donnerstag in einem Beitrag auf X: »Die Anerkennung des Genozids, der am armenischen Volk in den letzten Jahren des Osmanischen Reiches begangen wurde, ist sowohl eine moralische als auch eine historische Pflicht. Wir müssen außerdem jede Leugnung, Verharmlosung oder Verfälschung der historischen Wahrheit entschieden zurückweisen.«

Das israelische Außenministerium verwies in einer Stellungnahme darauf, dass die Ereignisse trotz umfangreicher historischer Belege weiterhin Gegenstand von Leugnungs- und Relativierungsversuchen seien. Dabei gehe es auch um eine gezielte Umdeutung der Geschichte, vor allem durch die Türkei.

Offiziell anerkannt

Bisher haben insgesamt 32 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen den Genozid an den Armeniern offiziell anerkannt. Dazu gehören unter anderem Deutschland, die USA, Kanada und Russland. Auch der Vatikan und das Europäische Parlament haben Anerkennungen ausgesprochen.

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Der Genozid an den Armeniern begann im April 1915. Historiker gehen davon aus, dass dabei etwa 1,5 Millionen Armenier getötet wurden. Zudem wurden armenische Kulturstätten und das historische Erbe der Gemeinschaft systematisch zerstört.

Unter dem Komitee für Einheit und Fortschritt, der damaligen politischen Führung des Osmanischen Reiches, wurden zunächst zahlreiche armenische Intellektuelle und Vertreter der Gemeinschaft in Konstantinopel festgenommen und ermordet. Danach richteten sich Deportationen und Gewalt gegen die armenische Bevölkerung im gesamten Reich.

Hunderttausende Armenier wurden auf Todesmärsche in Richtung syrische Wüste gezwungen. Viele starben durch Massaker, Hunger und Durst. Zahlreiche Frauen und Kinder wurden zudem zwangsweise zum Islam bekehrt. Überlebende wurden in Lager gebracht, während die Verfolgung armenischer Bevölkerungsteile auch während des türkischen Unabhängigkeitskrieges fortgesetzt wurde.

Heute leben weltweit schätzungsweise rund 11 Millionen Menschen armenischer Herkunft. im

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