Nahost

Raketenangriff während Präsidentenbesuch

Präsident Isaac Herzog und der Kronprinz von Abu Dhabi, Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan Foto: Amos Ben-Gershom, GPO

Während des Besuchs von Präsident Isaac Herzog ist eine Rakete auf die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) abgefeuert worden. Das Geschoss wurde abgefangen. In einer Erklärung von Herzogs Sprecher heißt es, der Präsident sei über den Vorfall informiert worden, sein Besuch werde voraussichtlich wie geplant fortgesetzt. »Für den Präsidenten und sein Gefolge bestand und besteht keine Gefahr.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

VERTEIDIGUNG Das Verteidigungsministerium der VAE erklärte, dass »die Luftverteidigung eine ballistische Rakete abgefangen und zerstört hat, die von der Huthi-Terroristengruppe auf das Land abgefeuert wurde«. Es gab keine unmittelbaren Berichte über Verletzungen oder Schäden, wobei das Ministerium angab, die Überreste der Rakete seien in unbewohnte Gebiete gefallen, nachdem das Projektil abgefangen worden war. Es war der dritte Raketenbeschuss auf die Emirate in diesem Monat. Beim ersten Angriff am 17. Januar wurden drei ausländische Arbeiter getötet, während das zweite Geschoss eine Woche später abgefangen wurde.

Herzog befindet sich derzeit gemeinsam mit seiner Frau Michal auf Einladung des Kronprinzen von Abu Dhabi, Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan, in den VAE. Die historische Visite ist die erste eines israelischen Präsidenten in der Golfnation. Das diplomatische Arbeitstreffen zwischen den beiden am Sonntag sei »warm und herzlich gewesen und dauerte über zwei Stunden«, heißt es aus dem Beit Hanassi, der präsidialen Residenz in Jerusalem.  

Ein Orchester spielte die israelische und die emiratische Nationalhymne

Bei ihrer Ankunft wurden der Präsident und die First Lady mit einer majestätischen offiziellen Begrüßungszeremonie im königlichen Palast willkommen geheißen. Währenddessen spielte ein Orchester die israelische und die emiratische Nationalhymne. Zu Ehren des Besuchs wurden zudem 21 Salutschüsse abgefeuert.

TERROR Der Kronprinz hatte Herzog am Tag zuvor für Israels Standhaftigkeit in Sachen Terror gedankt: »Ich möchte Ihnen für Ihre Haltung zu den jüngsten Terroranschlägen auf zivile Einrichtungen in den VAE danken. Es ist eine Haltung, die unsere gemeinsame Sicht auf die Bedrohungen für die regionale Stabilität und den Frieden, insbesondere die durch Milizen und terroristische Kräfte, demonstriert.

Präsident Herzog antwortete: «Durch Frieden können wir in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Israel und der gesamten Region Ressourcen und Fähigkeiten darauf ausrichten, unseren Nationen zu dienen und den Weg für eine bessere Zukunft zu ebnen.»

RABBI Am Abend traf sich Herzog mit Vertretern der jüdischen Gemeinde in den VAE. Unter ihnen war Rabbi Levi Duchman, ein Abgesandter von Chabad Lubawitsch, der seit 2014 in Dubai in verschiedenen Bereichen des jüdischen Lebens tätig ist. Ebenfalls anwesend war die Vertreterin der Jewish Agency, Sarah Benchimol.

Herzog erzählte während des Treffens von seiner Arbeit als Vorsitzender der Jewish Agency zur Förderung der jüdischen Gemeinde in der Region und sagte: «Wir senden eine Botschaft der Hoffnung, des Friedens, der Zusammenarbeit und des Wohlstands. Dies sollte bei Familien und Einzelpersonen aus dem Nahen Osten Anklang finden, um ihnen zu zeigen, dass es auch anders geht».

«Wir wollen diese Realität zu etwas Nachhaltigem machen.»

Präsident Isaac Herzog

Der Präsident fügte hinzu: «Ich möchte denen, die das Abraham-Abkommen zustande gebracht haben, große Anerkennung zollen. Ich möchte meine immense Dankbarkeit für die Führung von Sheich Mohammed bin Zayed und seiner Regierung zum Ausdruck bringen. Er ist ein mutiger Anführer, ein erstaunlicher Anführer, mit dem ich heute ein paar Stunden verbracht habe und von dem ich immense Inspiration geschöpft habe».

«Wir wollen diese Realität zu etwas Nachhaltigem für die Zukunft zu machen. Das wird hoffentlich immer mehr Nationen dazu bringen, mit Israel Frieden zu schließen», so der Präsident weiter. Er glaube zudem, dass «der Dialog zwischen Judentum und Islam an einem faszinierenden Punkt steht, und ich freue mich sehr auf den weiteren Austausch mit islamischen Ländern».

ÜBERRASCHUNG Herzog hatte auch eine Überraschung für seinen Gastgeber im Gepäck: Als er nach dem offiziellen Programm zu einem außerplanmäßigen persönlichen Treffen in den Palast des Kronprinzen eingeladen wurde, überreichte er Scheich bin Zayed symbolisch die Benennung einer pädiatrischen Konferenz im Schneider Kinderkrankenhaus nach den Abraham-Abkommen. Auf der Konferenz wird das Wissen und die Erfahrung der medizinischen Teams des Schneider Medizinzentrums in Sachen Kinderkrankheiten im Vordergrund stehen. Es geht dabei um Gesundheit, Kultur sowie die Fähigkeit, Situationen mit Optimismus, Lernen, Kunst und Humor zu begegnen.

Zum Abschluss des Tages drückte Herzog seine Bewunderung für den beeindruckenden Weg der VAE aus und sagte: «Der herzliche Empfang in Abu Dhabi hat uns sehr gefreut und tief bewegt».

Frankreich

»Fick dich, Gisèle, fickt euch, ihr Zionisten«

Die 20-jährige Gisèle Journo ist Jüdin und betreibt in Paris eine Agentur für Influencer. Jetzt ist Journo Zielscheibe antisemitischer Anfeindungen geworden. Auslöser war der Boykottaufruf einer Europaabgeordneten

von Michael Thaidigsmann  21.08.2026

Westjordanland

Nach Messerangriff: Terrorist in Dschenin getötet

Der Mann hatte versucht, Soldaten mit einem Messer anzugreifen. Wie sich herausstellte, war er der Vater eines prominenten Terroristen

 21.08.2026

Terror

Israelische Armee tötet Hamas-Kommandeur, der am 7. Oktober beteiligt war

Bei dem Getöteten handelt es sich laut IDF um Sobhi Sami Mahmoud Shahtot. Er soll als Zugführer der Hamas tätig gewesen sein und verschleppte Israelis bewacht haben

 21.08.2026

Berlin

Amnesty International ruft Hamas zum Ende der Gewalt auf

Gewalt und außergerichtliche Hinrichtungen durch die Terrororganisation auch gegen Palästinenser kommen laut UN regelmäßig vor. Menschenrechtler fordern ein sofortiges Ende dieser Verbrechen

von Anna Mertens  21.08.2026

Jerusalem

Benny Gantz: »Ich kann die politischen Lager zusammenbringen«

Der Oppositionspolitiker will ein Bündnis verantwortungsbewusster und moderater Zionisten aus verschiedenen politischen Richtungen bilden

 21.08.2026

Richter Yechiel Kasher

Tel Aviv

Oberstes Gericht stoppt Schließung von Armee-Sender Galei Zahal

Richter Yechiel Kasher kritisiert den Versuch Jerusalems, das Armee-Radio abzuschalten: »Eine Regierung, die auf diese Weise handelt, ist ausgesprochen undemokratisch.«

 21.08.2026

Westjordanland

Qusra: US-Botschafter warnt Siedler vor Enteignung palästinensischer Familien

Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, sagt, es gehe nicht nur um einen Verstoß gegen menschengemachtes Recht, sondern auch »gegen Gottes Gesetz«

 21.08.2026

Benjamin Graumann Jüdische Gemeinde Frankfurt

Kommentar

Die verlorene Mitte

Beim Betrachten des Wahlkampfs zu den Landtagswahlen im Herbst muss man feststellen: Judenhass ist in Deutschland längst kein Ausschlusskriterium mehr für die Parteien der sogenannten politischen Mitte

von Benjamin Graumann  21.08.2026

Ben Gurion Airport

Gepäckstreik sorgt für Chaos an Tel Aviver Flughafen

Ein Streik beim Gepäckpersonal bringt den Flughafen bei Tel Aviv zum Stillstand. Lange Schlangen und dichtes Gedränge prägen einen der verkehrsreichsten Tage der Sommerferien

 20.08.2026