Bnei Brak

Rabbiner verflucht Israels Armeechef Eyal Zamir

Generalstabschef Eyal Zamir Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

Bei einer Protestkundgebung ultraorthodoxer Juden gegen die Wehrpflicht in Bnei Brak hat ein Rabbiner den israelischen Generalstabschef Eyal Zamir massiv beschimpft und verflucht. Wie »Ynet« berichtet, sagte Rabbiner Aryeh Yazdi vor hunderten Demonstranten, die Armee »erziehe zu den schwersten Vergehen der Tora«. Zamir bezeichnete er als »verfluchten Generalstabschef«, dessen »Name und Erinnerung ausgelöscht werden sollen« und bezog sich dabei auf die Inhaftierung eines Soldaten, der angeblich einen Messias-Aufnäher an seiner Uniform angebracht hatte.

An der Kundgebung nahmen nach Angaben von Ynet mehrere hundert Haredim teil. Anlass waren jüngste Festnahmen von Jeschiwa-Studenten, die sich dem Wehrdienst entzogen hatten. Seit der Staatsgründung Israels im Jahr 1948 sind Vollzeit-Torastudenten vom Militärdienst befreit.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilte die Aussagen von Rabbiner Yazdi scharf. »Auch wenn es Meinungsverschiedenheiten zwischen uns gibt, gibt es absolut keinen Platz für Hetze gegen die IDF und ihre Kommandeure, die uns alle beschützen«, schrieb er auf der Plattform X.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Auch Verteidigungsminister Israel Katz verurteilte die Äußerungen gegen Zamir. »Rote Linien dürfen nicht überschritten werden«, erklärte er.

Zu den Teilnehmern der Demonstration gehörten auch Politiker der strengreligiösen Schas-Partei, darunter die Abgeordneten Yoav Ben-Tzur, Michael Malchieli und Yonatan Mashriki. Die Schas-Partei distanzierte sich offiziell von den Aussagen des Rabbiners Aryeh Yazdi.

Der frühere sefardische Oberrabbiner Jitzchak Josef erklärte bei der Kundgebung, Israel siege »nicht wegen des Iron Dome, sondern wegen der Tora und der jungen Gelehrten«. Die Inhaftierung von Jeschiwa-Studenten sei eine »Schande für die Ehre der Tora«.

Lesen Sie auch

Weitere Rabbiner verbanden die aktuelle Sicherheitslage mit der Wehrpflichtdebatte. Rabbiner Schabtai Levy behauptete, Israels Schwierigkeiten im Kampf gegen Hamas und Hisbollah seien eine Folge mangelnden Respekts gegenüber der Tora. Rabbiner Levi Pinchasi zog zudem einen Vergleich zwischen der israelischen Armee und dem biblischen Bösewicht Haman.

Die ultraorthodoxen Parteien Schas und Vereinigtes Tora-Judentum bemühen sich derzeit um Gesetzesinitiativen, die den Wehrdienst für streng religiöse Männer verhindern würden. Kritiker werfen ihnen vor, damit Wehrdienstverweigerer zu schützen. ja

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  15.07.2026 Aktualisiert

Nachrichten

Basketball, Wahlen, Atombombe

Kurzmeldungen aus Israel

von Ralf Balke  15.07.2026

Israel

Das Studium der Tora wird zum »Grundwert« des Staates

Ein neues Gesetz soll nach Einschätzung von Experten die rechtliche Grundlage schaffen, um Ausnahmen von der Wehrpflicht für ultraorthodoxe Männer dauerhaft abzusichern

 15.07.2026

Nahost

Trump drängt Netanjahu zum Abzug israelischer Truppen aus Syrien und dem Libanon

»Sie wollen euch dort nicht. Ihr solltet euch neu positionieren«, soll der US-Präsident dem israelischen Ministerpräsidenten gesagt haben

 15.07.2026

Luftfahrt

Streit um Tankflugzeuge der US-Luftwaffe am Ben-Gurion-Flughafen

Israel will weitere Maschinen der US-Luftwaffe zunächst nicht auf dem zivilen Flughafen landen lassen. Das US-Zentralkommando sagt, die Maßnahme könne die militärischen Planungen beeinträchtigen

 15.07.2026

Jerusalem

Netanjahu plant Washington-Reise

Im Umfeld des israelischen Regierungschefs bestehen Sorgen über eine zunehmende Distanz zu US-Präsident Trump. Auch könnte Netanjahu an einer Trauerfeier für Senator Lindsey Graham teilnehmen

 15.07.2026

Jerusalem

Netanjahu warnt Iran bei Angriff auf Israel vor »weit stärkerer« Reaktion

»Die bisherige Antwort war bereits stark. Sollte erneut versucht werden, uns zu schaden, wird die Reaktion eine andere sein – weit stärker«, sagt der israelische Ministerpräsident

 15.07.2026

Kochbuch

Quarkkuchen und Palästina-Suppe

Die Nationalbibliothek hat ein seltenes Original der ersten in England veröffentlichten Sammlung koscherer Rezepte erworben. Um die anonyme Autorin ranken sich Legenden

von Sabine Brandes  14.07.2026

Diplomatie

Israel und Libanon verhandeln in Rom

Zu Beginn der Gespräche sind die Fronten verhärtet. Israel fordert die Entwaffnung der Terror-Miliz Hisbollah. Die libanesische Regierung besteht auf Israels Rückzug aus dem Süden

 14.07.2026