Philip Fabian

Otto-Normal-Palästinenser ist ein radikaler Extremist

Philip Fabian, Politredakteur bei der »Bild«-Zeitung. Foto: © Wolf Lux @wolf_lux_photography

Wie denken die Palästinenser über den Gaza-Krieg? Eine neue Umfrage (persönlich von Mitarbeitern des »Palestinian Center for Policy and Survey Research« in Gaza und im Westjordanland mithilfe der Konrad-Adenauer-Stiftung durchgeführt) liefert ernüchternde Zahlen: Demnach finden 73 Prozent der 1500 Befragten, die Hamas habe mit dem schrecklichen Terrorangriff vom 7. Oktober »richtig« gehandelt.

79 Prozent der Palästinenser glauben, dass die Hamas den Krieg gewinnen wird, und wollen entsprechend, dass sie weiterkämpft. 63 Prozent fordern eine weitere »Intifada« im Westjordanland, also noch mehr Terror gegen Israel. Und 61 Prozent wollen, dass die Hamas auch nach dem Krieg das Sagen in Gaza behält, sprich: die Fortsetzung der islamistischen Diktatur und den Kampf gegen Israel mit allen Mitteln.

Die Umfrage verdeutlicht abermals: Israel führt einen aufgezwungenen Krieg, den es nie wollte. Nicht am 7. Oktober 2023, als die Hamas unter dem Jubel von Otto-Normal-Palästinenser 1200 Menschen in Israel massakrierte und 260 entführte; aber auch heute nicht, acht Monate, Tausende Tote und mehr als eine Million evakuierte Palästinenser später.

Während Israel sich im Streit darüber zerreißt, ob der Krieg beendet werden kann, hat sich diese Frage bei den Palästinensern keinen Moment lang gestellt. Sie leiden sichtbar unter dem Krieg, die Nachrichtensendungen werden von Bildern dominiert, die sie in Trümmern um ihre Angehörigen klagend zeigen – und doch hat dies zu keinem Umdenken geführt.

Die Wahrheit lautet: Der Mainstream-Palästinenser ist ein Fanatiker, der in seinem Radikalismus Israels schlimmste Extremisten bei Weitem übertrifft.

Das mag im Westen schwerfallen, zu glauben. Doch wer deutsches Steuergeld an die Palästinenser schickt, sollte wissen, mit wem er es da zu tun hat. Diesen Eindruck erweckt Bundesaußenministerin Annalena Baerbock nicht, wenn sie behauptet: »Die meisten Menschen im Nahen Osten wollen Frieden.«

Der Autor ist Politikredakteur bei »Bild«.

Interview

Kann Israel ohne Amerikas Waffen bestehen?

Der Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold erklärt, was ein Ende der US-Militärhilfe für Israels Sicherheit bedeuten würde und wie sich das Verhältnis zu Washington in Zukunft entwickeln könnte

von Sabine Brandes  05.11.2026

Wahlen

Netanjahus Partner gehen von Bord

Die Charedim erklären sich für ungebunden und entziehen dem Rechtsblock ihre Unterstützung. Herausforderer Gadi Eisenkot hat deutlich mehr Empfehlungen hinter sich

von Sabine Brandes  05.11.2026

Israel

Herzog setzt Gespräche über Regierungsbildung fort

Erst Gespräche mit den kleinen Parteien, am Abend dann mit den stärksten in der neuen Knesset: Präsident Herzog sondiert die Möglichkeiten für eine neue Regierung

 05.11.2026

Israel

Eisenkot plädiert für erneuerte Partnerschaft Israels mit den USA

Noch ist unklar, wer Israels nächste Regierung leitet. Ex-Militärchef Eisenkot unterstreicht seinen Führungsanspruch - und wendet sich an den wichtigsten Verbündeten

 05.11.2026

Straße von Hormus

Iran: Zwei Tanker und ein Schlepper in Brand geraten

In den vergangenen Tagen wurden vermehrt Schiffe angegriffen oder durch Minen beschädigt

 05.11.2026

Medizin

Eine neue Lunge und zur Genesung nur Paracetamol

In Israel ist erstmals eine Lungentransplantation mithilfe eines Operationsroboters gelungen. Für den Patienten bedeutet das eine deutlich schnellere Genesung

von Sabine Brandes  05.11.2026 Aktualisiert

Knesset-Wahl

Herzog lotet Mehrheiten aus

Nach dem knappen Wahlausgang in Israel hat Präsident Herzog Gespräche zur Regierungsbildung aufgenommen. Ex-Militärchef Eisenkot könnte nach Medienberichten zuerst den Auftrag erhalten.

 04.11.2026

Wahl

Koalitionskampf und Politpoker

Weder Benjamin Netanjahu noch Gadi Eisenkot konnten sich die Mehrheit sichern. Wie geht es weiter?

von Sabine Brandes  04.11.2026

Tel Aviv

Premiere für Andrea Kiewel

Andrea Kiewel überrascht sich selbst und überwindet ihre Scheu vor dem Widerspruch – wegen Halloween

von Andrea Kiewel  04.11.2026