Israel

Neue Pizza-Regeln für die Luftwaffe

Foto: picture alliance / CHROMORANGE

Aus Sorge vor möglichen Rückschlüssen auf militärische Aktivitäten hat die israelische Luftwaffe neue Regeln für Essensbestellungen an ihrem Hauptquartier in Tel Aviv erlassen. Wie »Ynet« berichtet, sollen Soldaten künftig darauf verzichten, sich Speisen direkt liefern zu lassen.

Hintergrund ist die Befürchtung, dass auffällige Bestellmuster Außenstehenden Hinweise auf bevorstehende Einsätze geben könnten – zum Beispiel gegen den Iran. In internen Anweisungen, die laut dem Bericht am Standort ausgehängt wurden, heißt es, man müsse »vermeiden, dem Feind eine Vorwarnung zu geben«.

Dem Bericht zufolge werden Soldaten angehalten, keine größeren Mengen zu ungewöhnlichen Zeiten zu ordern. Solche Abweichungen vom Alltag könnten als Signal gewertet werden. Zudem wird davor gewarnt, in Liefer-Apps den Echtzeit-Standort des Luftwaffenhauptquartiers preiszugeben. »Routine beibehalten – jede Abweichung ist das stärkste Signal«, heißt es abschließend in dem Dokument.

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Ursprung in den USA

Die Sorge knüpft an ein in den USA bekannt gewordenes Phänomen an, das unter dem Begriff »Pentagon Pizza Index« kursiert. Die Theorie besagt, dass ein sprunghafter Anstieg von Essensbestellungen rund um militärische Einrichtungen – insbesondere das Pentagon in Arlington (Virginia) – auf bevorstehende Militäroperationen hindeuten könne.

Ihren Ursprung hat die These in den 1990er Jahren. Damals berichtete ein Betreiber einer Domino’s-Filiale in Washington, kurz vor Beginn des Golfkriegs ungewöhnlich viele Pizzen an Einrichtungen wie die CIA geliefert zu haben. Seither wird immer wieder spekuliert, ob sich militärische Bewegungen anhand von Lieferdaten oder Verkehrsaufkommen nachvollziehen lassen. Inzwischen existiert sogar ein eigener Account auf der Plattform X, der entsprechende Aktivitäten rund um Washington auswertet.

Das US-Verteidigungsministerium weist die Aussagekraft dieses Index allerdings zurück. Nach dem sogenannten Zwölf-Tage-Krieg im vergangenen Jahr erklärte ein Sprecher, die Vielzahl an internen Verpflegungsmöglichkeiten mache externe Bestellungen weitgehend überflüssig. »Es gibt im Pentagon zahlreiche Pizza-Angebote, außerdem Sushi, Sandwiches, Donuts, Kaffee und mehr«, sagte er dem Magazin Newsweek. im

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