Jerusalem

Netanjahu: »Wir schützen die ganze Welt«

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu während seiner Pressekonferenz am 19. März 2016 Foto: POOLw

In einer ungewöhnlich ausführlichen Pressekonferenz hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den Krieg gegen den Iran als globalen Abwehrkampf dargestellt – und dabei mit drastischen Worten vor den Folgen eines Zögerns gewarnt. Gemeinsam mit den USA unter Präsident Donald Trump handle Israel mit »beispielloser Entschlossenheit«, um eine existenzielle Bedrohung zu beseitigen.

Gleich zu Beginn wies Netanjahu iranische Berichte über seinen angeblichen Tod als »Fake News« zurück: »Ich lebe – und Sie sind alle Zeugen.«

Ziel der Militäroperation sei es, sowohl das iranische Atomprogramm als auch die Raketenproduktion zu zerstören, bevor diese »tief unter der Erde unangreifbar« würden. Gleichzeitig solle damit der Weg für einen politischen Wandel im Iran geebnet werden.

»Wir gewinnen – Iran wird zerschlagen«

Der Regierungschef zeichnete zudem ein Bild großer militärischer Erfolge: Die iranische Luftabwehr sei »nutzlos«, die Marine »liegt auf dem Meeresgrund«, und die Kommandostrukturen »versinken im völligen Chaos«. Man habe »hunderte Abschussrampen zerstört« und greife gezielt auch das industrielle Fundament der Waffenproduktion an. »Wir löschen ihre industrielle Infrastruktur aus«, so Netanjahu.

Er betonte mehrfach, dass Israel und die USA nicht nur sich selbst verteidigten: »Ich wage zu sagen, wir schützen die ganze Welt.« Kritik, Israel habe die USA in den Krieg hineingezogen, wies er scharf zurück: »Glaubt irgendjemand ernsthaft, man könne Präsident Trump sagen, was er zu tun hat? Das ist lächerlich.«

Besonders eindringlich warnte Netanjahu vor einem Iran mit Nuklearwaffen. Man müsse sich vorstellen, »was diese Fanatiker tun würden«, wenn sie über interkontinentale Raketen verfügten, die auch Europa oder amerikanische Städte erreichen könnten. In wenigen Monaten, spätestens binnen eines Jahres, hätte Teheran seine Programme in den Untergrund verlagern können – dann wären sie kaum noch angreifbar gewesen.

»Risiko des Nicht-Handelns«

»Es gibt immer ein Risiko im Handeln«, sagte Netanjahu. »Aber bei existenziellen Bedrohungen ist das Risiko des Nicht-Handelns viel größer.«

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»Wir müssen stärker sein als die Barbaren – sonst werden sie nicht nur vor unseren Toren stehen, sondern sie einreißen und unsere Gesellschaften zerstören«, erklärte Netanjahu weiter.

Mögliche Instabilität im Iran

Schließlich zog er Parallelen zu den 30er-Jahren und warnte vor einer Wiederholung historischer Fehler: Viele hätten damals gesagt, es sei »nicht ihr Problem«. Heute sei die Bedrohung jedoch offensichtlich: »Sie steht direkt vor uns und spritzt uns Blut ins Gesicht.«

Der Premier sprach von »vielen Anzeichen«, dass das iranische Regime ins Wanken gerate, auch wenn ein Zusammenbruch nicht garantiert sei. Es gebe Spannungen in der Führung, widersprüchliche Befehle und erste Desertationen. Das System gleiche »einem hohlen, verrotteten Stück Holz – nach außen stabil, innen zerfressen«.

Ein politischer Umbruch sei möglich, aber letztlich liege die Entscheidung beim iranischen Volk. Israel könne lediglich die Voraussetzungen schaffen.

»Freiheit hat ihren Preis«

Die Zusammenarbeit mit Washington bezeichnete Netanjahu als enger denn je. »Ich musste Präsident Trump von nichts überzeugen – er hat mir erklärt, warum gehandelt werden muss.« Amerika kämpfe »nicht für Israel, sondern mit Israel«.

Zugleich skizzierte er strategische Ideen für die Zeit nach dem Krieg, etwa neue Energie-Routen vom Golf über die Arabische Halbinsel bis ans Mittelmeer, um Engpässe wie Irans aktuelle Blockade der Straße von Hormus dauerhaft zu umgehen.

Auf die Frage nach amerikanischen Verlusten und steigenden Kosten antwortete Netanjahu mit einem persönlichen Verweis auf eigene Kriegserfahrungen und den Tod seines Bruders Yonatan Netanjahu bei der Rettungsaktion in Entebbe 1976. »Freiheit ist kostbar. Sie hat ihren Preis«, sagte er. Wer nicht bereit sei, sie zu verteidigen, werde »keine Zukunft haben«.

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