Jerusalem

Netanjahu: Protokolle werden »die Wahrheit« über den 7. Oktober zeigen

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu letzte Woche bei einer Trauerfeier für einen IDF-Soldaten Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hält an seiner Darstellung fest, dass der Hamas-Großangriff vom 7. Oktober 2023 möglicherweise einen völlig anderen Verlauf genommen hätte, wenn er in den Stunden vor Beginn der Invasion von den Sicherheitsbehörden geweckt worden wäre. Die Protokolle aus jener Nacht würden seine Version der Ereignisse letztlich bestätigen, erklärte Netanjahu.

In einem Interview mit dem israelischen Sender Kanal 14 wurde der Regierungschef gefragt, ob es zu den Ereignissen des 7. Oktober in dieser Form gekommen wäre, wenn man ihn noch vor dem Angriff über die Entwicklungen in Gaza unterrichtet hätte. »Sie wollen die Wahrheit? Ja. Es hätte völlig anders ausgesehen. Völlig anders, denke ich«, antwortete Netanjahu.

Er verwies zugleich auf Protokolle und andere Dokumente, die seiner Ansicht nach eines Tages öffentlich werden dürften. »Ich denke, eines Tages werden wir alle Protokolle sehen«, sagte der Ministerpräsident. Dabei behauptete er, Staatskontrolleur Matanyahu Englman sei nach der Einsicht in einschlägige Unterlagen »erstaunt« gewesen.

»Vorbestimmtes« Resultat

»Wenn all diese Protokolle veröffentlicht werden, werden Sie die Wahrheit kennen«, sagte Netanjahu. Später kam er noch einmal auf die Frage zurück, was geschehen wäre, wenn er rechtzeitig geweckt worden wäre. Seine Antwort fiel nun noch eindeutiger aus: »Sie haben mich gefragt, was passiert wäre, wenn sie mich geweckt hätten – es wäre nicht passiert.«

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Netanjahu räumte dabei ein, dass ein Angriff der Hamas grundsätzlich nicht ausgeschlossen gewesen sei. »Ich sage Ihnen nicht, dass überhaupt nichts passiert wäre. [Die Hamas] hatte es vorbereitet«, sagte er. Zugleich machte er erneut eine Einschätzung innerhalb des israelischen Sicherheitsapparats für einen Teil des Versagens verantwortlich. Vor dem 7. Oktober habe dort die sogenannte »Konzeption« vorgeherrscht, die Hamas sei durch israelischen Druck abgeschreckt und stelle keine unmittelbare strategische Gefahr dar. Von dieser Einschätzung versucht sich Netanjahu seit Langem abzugrenzen.

Netanjahu steht zugleich wegen seiner Haltung zu einer staatlichen Untersuchungskommission unter Druck. Auf die Frage, warum er eine solche Kommission ablehnt, argumentierte er, deren Ergebnis stehe bereits fest. Das Resultat wäre »vorbestimmt«, behauptete er.

Stattdessen schlägt Netanjahu ein Gremium vor, in dem Regierung und Opposition vertreten wären. Er plädiere für eine »gleichberechtigte« Kommission, jeweils zur Hälfte mit Vertretern der Koalition und der Opposition besetzt. »Was könnte fairer sein als das«, fragte der Ministerpräsident. im

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