Jordantal

Netanjahu: Israel wird 70 Prozent des Gazastreifens kontrollieren

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Foto: picture alliance/dpa

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will die Kontrolle Israels über Teile des Gazastreifens ausweiten. Bei einer Konferenz im Jordantal sagte der Ministerpräsident, Israel kontrolliere derzeit rund 60 Prozent des zum Teil weiterhin von der palästinensischen Terrororganisation Hamas kontrollierten Gebiets. Den Streitkräften habe er die Anweisung erteilt, den von Israel kontrollierten Teil auf 70 Prozent auszuweiten. »The Jerusalem Post« berichtete.

Die Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund anhaltender Kämpfe gegen die Hamas, die sich entgegen eines geltenden Abkommens weigert, sich entwaffnen zu lassen.

Erst am Mittwochabend hatte die israelische Armee nach eigenen Angaben zwei hochrangige Hamas-Kommandeure im nördlichen Gazastreifen ins Visier genommen. Ziel des Angriffs waren demnach Ezz al-Din Beik, Kommandeur der Nord-Gaza-Brigade, sowie Imad Aslim, stellvertretender Kommandeur der Gaza-Stadt-Brigade.

Lesen Sie auch

Nach israelischen Angaben wurden die beiden Funktionäre angegriffen, als sie sich nach dem Verlassen des unterirdischen Tunnelsystems der Hamas in derselben Wohnung aufhielten. Eine endgültige Bestätigung ihres Todes lag den Sicherheitsbehörden zunächst noch nicht vor.

Netanjahu äußerte sich bei der Veranstaltung auch zur Lage an der Nordgrenze Israels. Dabei bestätigte er erstmals öffentlich, dass israelische Bodentruppen während der jüngsten Operationen im Südlibanon den Litani-Fluss überschritten haben. »Jetzt haben wir in Beirut angegriffen, wir haben gestern in Tyrus angegriffen, unsere Kräfte haben den Litani überquert. Wir treffen sie und wir werden sie sehr hart treffen«, sagte der Regierungschef mit Blick auf die Hisbollah.

Die Kämpfe zwischen Israel und der libanesischen Terrororganisation haben sich in den vergangenen Tagen weiter verschärft, da sich die Hisbollah ebenfalls weigert, ein geltendes Abkommen einzuhalten. Nach Angaben der israelischen Armee wurden am Mittwoch mehr als 150 Ziele in Tyrus, Nabatieh, im Bekaa-Tal sowie in weiteren Teilen des Südlibanon angegriffen. Gleichzeitig habe die Hisbollah Drohnen in Richtung der nordisraelischen Orte Rosch Hanikra und Schlomi gestartet. im

Terrorgefahr

Schin Bet warnt vor möglichem Angriff auf Eilat im Stil des 7. Oktobers 

Der Chef des Inlandsgeheimdienstes soll führende Mitarbeiter der Behörde angewiesen haben, mögliche Angriffsszenarien für die Hafenstadt im Süden zu untersuchen

 23.06.2026

Kommentar

Wer kann das noch ernst nehmen?

Immer mehr zeigt sich: Anmoderation und Exekution von Unwahrheiten und falschen Fakten vor einem Millionenpublikum sind kein ärgerlicher Ausrutscher, sondern gezielte Agitation

von Daniel Killy  23.06.2026

Jerusalem

Israel-Libanon-Gespräche: Netanjahu kündigt Verbleib der Armee im Südlibanon an

»Die IDF wird weiterhin entschlossen handeln, um Bedrohungen für unsere Soldaten und Zivilisten abzuwehren«, sagt die israelische Regierung

 23.06.2026

Jerusalem

Netanjahu: Israel hat iranische Bombe verhindert

Israels Premier bezeichnete den Angriff auf den Iran als »größte Luftoperation« in der Geschichte des Landes

 22.06.2026

Bildung

Israel setzt auf Künstliche Intelligenz im Englischunterricht

Der Start des Programms fällt in eine Phase, in der die Schulen des jüdischen Staates mit erheblichen Problemen beim Sprachenunterricht kämpfen

 22.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  22.06.2026

Süd-Libanon

Israelische Armee entdeckt Hisbollah-Tunnel mit Raketenstellungen

IDF: Die Raketenschächte sind durch Luftangriffe nur sehr schwer oder gar nicht zerstörbar

 22.06.2026

Absichtserklärung

Trumps Frieden – Irans Sieg

Während der US-Präsident das Memorandum mit Teheran als Durchbruch feiert, warnen Experten in Israel vor Zugeständnissen bei der Atomfrage und im Libanon

von Sabine Brandes  21.06.2026

Jerusalem

Umfrage: 92 Prozent der Israelis sehen Iran als Kriegssieger

Nur wenige Israelis halten die Kriegsführung ihrer Regierung für erfolgreich. Die Mehrheit sieht eine geschwächte Sicherheit und unerreichte Ziele.

 21.06.2026