Tel Aviv

Netanjahu droht Iran mit massiver Vergeltung und kündigt neue Sicherheitsdoktrin an

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Donnerstag bei einer Soldatengelöbnis-Zeremonie Foto: copyright (c) Flash90 2011

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat Teheran mit harten Konsequenzen gedroht, sollte es zu einem Angriff auf Israel kommen. Bei einer Abschlusszeremonie für Offiziersanwärter der Armee erklärte er, sein Land sei auf alle Szenarien vorbereitet. »Wenn die Ajatollahs einen Fehler machen und uns angreifen, werden sie mit einer Antwort konfrontiert, die sie sich nicht einmal vorstellen können«, sagte Netanjahu. Israelische Zeitungen berichteten, darunter »The Times of Israel«.

Der Regierungschef betonte, Israel arbeite eng mit den Vereinigten Staaten zusammen, um der iranischen Bedrohung zu begegnen. Nach einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump habe er Washington die israelischen Leitlinien für mögliche Gespräche mit Teheran dargelegt. Die Spannungen in der Region hatten sich zuletzt verschärft, nachdem die USA umfangreiche Marine- und Luftstreitkräfte in den Nahen Osten verlegt hatten. Trump kündigte an, innerhalb der nächsten Tage eine Entscheidung im Umgang mit dem Iran treffen zu wollen.

Netanjahu kündigte zugleich eine strategische Neuausrichtung der israelischen Sicherheitspolitik an. Die bisherige Politik der Eindämmung von Bedrohungen sei beendet. »Wenn du nicht in den Dschungel kommst, kommt der Dschungel zu dir«, sagte er. Es gebe keine Phase des bloßen Abwartens mehr, sondern eine aktive Konfrontation mit Gefahren auch jenseits der Landesgrenzen.

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»Auf die leichte oder harte Weise«

Mit Blick auf den Gazastreifen bekräftigte Netanjahu, die Hamas solle entwaffnet und das Gebiet entmilitarisiert werden. Einen Wiederaufbau werde es erst nach vollständiger Entmilitarisierung geben. »Sehr bald wird die Hamas vor der Wahl stehen, die Waffen auf die leichte oder auf die harte Weise abzugeben«, erklärte er. Sicherheitszonen in feindlichem Gebiet seien notwendig, um das Risiko von Bodenangriffen zu reduzieren. Als Beispiele nannte er israelische Truppenstellungen in Syrien und im Libanon.

Verteidigungsminister Israel Katz unterstrich die harte Linie und erklärte, Israel werde gegen jede Bedrohung vorgehen, egal ob in der Nähe oder in der Ferne. »Wir haben die Führung der Huthi-Terrororganisation enthauptet und existenzielle Bedrohungen in Iran beseitigt. Wir werden solche Bedrohungen auch künftig nicht zulassen«, sagte Katz und warnte die Gegner Israels, die Entschlossenheit des Landes nicht zu testen.

Armeechef Eyal Zamir betonte, die Streitkräfte seien in höchster Alarmbereitschaft. »Wer unsere Entschlossenheit auf die Probe stellen will, wird auf eine Macht stoßen, die sofort einen hohen Preis fordert«, erklärte er. im

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